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Oschatz Oschgar lädt 2006 zur Landesgartenschau nach Oschatz ein
Region Oschatz Oschgar lädt 2006 zur Landesgartenschau nach Oschatz ein
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09:38 16.06.2016
Das Maskottchen „Oschgar" lud die Besucher zur Landesgartenschau ein – hier vor der Blumenhalle des Geländes. Quelle: Foto: dpa
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Oschatz

Vor 25 Jahren hatten die Leser die erste OAZ in den Händen. Begleitend will die OAZ mit einer Erinnerungs-Serie auf Höhen und Tiefen der vergangenen 25 Jahre zurückblicken. Heute geht es um die Landesgartenschau im Jahr 2006.

Nachdem die zweite Kleine Gartenschau in Oschatz erfolgreich verlaufen ist, ist nun die Zeit für die Mitglieder des Fördervereins Landesgartenschau Oschatz 2006, neue Ziele ins Auge zu fassen. Auch Vorsitzender Frank Kupfer ist froh, dass sich die Mühen der Organisation und Vorbereitungen wieder gelohnt haben und die kleine Schau erneut bei so vielen Besuchern eine gute Resonanz erfahren hat. Und, er schaut schon in die Zukunft. Denn mit einer dritten Auflage in fünf Jahren könnte dieses Ereignis schon fast zur Tradition werden.

Landesgartenschau war eine Riesenchance

Gerne blickt der 53-Jährige auf den Anfang zurück – die Landesgartenschau in Oschatz 2006. „Für Oschatz war die Landesgartenschau eine Riesenchance. Der Hintergrund und die Idee für Landesgartenschauen im Freistaat Sachsen ist es, den ländlichen Raum zu entwickeln und damit zu stärken. Mit einer solchen Schau sind Investitionen verbunden, die sonst vielleicht gar nicht, oder erst viel später gekommen wären. Ich denke da zum Beispiel an die Stadthalle.“

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Die Schlosskapelle war das einzige Gebäude, dass 1761 der Plünderung von Schloss Hubertusburg entging. Allerdings ging der Zahn der Zeit nicht spurlos an diesem römisch-katholischen Gotteshaus vorbei. Im Jahr 2006 stand Geld für eine Restaurierung zur Verfügung. Ein Jahr später, zur Hubertusmesse am 3. November, stand die Schlosskapelle der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung.

Wie kann man eine Region begeistern und möglichst viele Menschen nach Oschatz locken? „Indem man die Aufmerksamkeit direkt auf die Stadt lenkt und den umliegenden Landschaftsraum der Döllnitzaue in das Ausstellungsgelände integriert.“ Das ist mit der Konzeption der Landesgartenschau in Oschatz bestens gelungen. Sehr wichtig war, auch für die Entscheidung zur Vergabe, dass schon vor dem ersten Spatenstich ein Nachnutzungskonzept feststand.

Auf der Basis des bereits vorhandenen Tierparks, um den sich die Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe kümmerten und noch heute sehr aktiv sind, sollte der O-Schatz-Park entstehen. So wurde die Blumenhalle „Das O“ gebaut und der Rosensee künstlich angelegt. „Der See war schon etwas Besonderes. Im ursprünglichen Vorschlag des Architekten der Landesgartenschau war kein See vorgesehen. Die Oschatzer hatten sich schon immer einen Gondelteich gewünscht. Um die Finanzierung voranzutreiben, wurden Rosenseeaktien verkauft. Für zehn Euro konnte man einen symbolischen Quadratmeter Rosensee erwerben. So kamen schnell 40 000 Euro zusammen“, erinnert sich der Vorsitzende.

Rosensee kostete 350 000 Euro

Selbst der jetzige Ministerpräsident, Stanislaw Tillich, hat solche „Aktien“ erworben. Auf einem Drehstein vor dem See sind die Spender aufgelistet. Insgesamt habe die Errichtung des Rosensees über 350 000 Euro gekostet. „Vieles hat sich aufgrund der Umbaumaßnahmen verbessert. Der Tierpark ist größer geworden, am Wäschereipark befand sich eine Industriebrache, die abgerissen wurde. Die Stadtbegrünung hat eine gründliche Aufwertung erfahren und unschöne Ecken wurden beseitigt. Die Stadt hat dadurch noch mehr an Attraktivität gewonnen“, erklärt Kupfer.

Um all das stemmen zu können, wurde bereits im Jahr 2001 der Förderverein Landesgartenschau Oschatz 2006 gegründet. Zu Spitzenzeiten zählte der Verein 160 Mitglieder. Und heute sind es noch immer fast 100 Mitglieder. „Jedes Jahr führen wir einen Frühjahrs- und einen Herbsteinsatz durch. Die Pflanzung des Baumes des Jahres ist ebenso ein fester Termin des Vereins. In diesem Jahr war es die Winterlinde. Wir organisieren auch Fahrten zu Landesgartenschauen anderer Städte. Denn jeder Ausrichtungsort bietet etwas Besonderes“, so Kupfer.

Nach der großen kam die kleine Gartenschau

Die Idee der „Kleinen Gartenschau“ wurde in Oschatz geboren. „Einige Landesgartenschau-Städte haben es uns bereits nachgemacht. So veranstaltete Reichenbach im Vogtland im Jahr 2014 auch eine Kleine Gartenschau. Darüber freuen wir uns natürlich sehr.“

Fünf Jahre Vorbereitungszeit braucht es zur Herrichtung des Geländes, bis es mit allen Pflanzungen und Bauten fertig ist. Warum eine so lange Zeit? „Bei so einer Schau will man natürlich auch die volle Pracht der Pflanzen präsentieren. Ein Beispiel: Es wurden Hainbuchenhecken gesetzt. Diese brauchen einige Zeit zum Anwachsen, damit sie sich als dichte Hecke präsentieren kann. Ähnlich ist es auch mit anderen Gehölzen oder Blumenstauden.

Ein Erfolgsrezept war, dass wir die Oschatzer in einzelne Entscheidungen mit einbezogen wurden. Unser Maskottchen – der Oschgar – wurde nicht von einer Werbeagentur entwickelt, sondern der Förderverein lobte dazu einen Wettbewerb unter den Oschatzern aus. Damit war es ihre Gartenschau. Rund 51 Millionen Euro aus verschiedenen Fördertöpfen flossen für die Schau und bauliche Maßnahmen in unsere Stadt. Das ist gut angelegtes und in die Zukunft investiertes Geld!“

O-Schatz-Park war stets Besuchermagnet

Der Erfolg gibt ihm Recht. Die Anzahl der Gäste zur Landesgartenschau lag 2006 weit über den Erwartungen. Rund eine halbe Million Besucher kamen. Einen einzelnen Programmhöhepunkt könne er nicht benennen, sagt der Oschatzer. „Alle Veranstaltungen und Ausstellungen waren hervorragend und hatten gute Resonanz. Das alles miterlebt zu haben, war für mich eine schöne Erfahrung.“ Die Landesgartenschau öffnete vom 22. April bis 8. Oktober 2006. Die Blumenschau wechselte 14-tägig. Nachdem die Tore um 18 Uhr schlossen, wurde über Nacht umgebaut, um pünktlich 9 Uhr morgens in neuem Glanz wieder zu eröffnen.

Das Programm war so vielfältig, dass jede Generation auf ihre Kosten kamen. Von Anfang an war der O-Schatz-Park ein Besuchermagnet. „Zum Ende stieg das Besucherinteresse noch einmal so an, sodass wir uns dazu entschieden hatten, die Gartenschau um 14 Tage zu verlängern. Das Wetter passte, der Besucheransturm war da. Das war eine gute Entscheidung“, sagt Frank Kuper.

Weitere Teile der Serie 25 Jahre OAZ:

„Als der Wilde Robert zur Schule fuhr“ (1995)

„Erster Spatenstich für neue Turnhalle in Wermsdorf“ (2011)

„Volle Kanne: Oschatz 2009 auf dem Weg zum Weltrekord“ (2009)

„Wurde das Bernsteinzimmer in Wermsdorf versteckt?“ ( 2007)

„1993: Sowjet-Soldaten ziehen ab und hinterlassen explosives Erbe“ (1993)

„1999: Caroline wird erste Miss Oschatz“ (1999)

„2007: Wermsdorfer Hubertuskapelle esrtrahlt in schönster Rokoko-Pracht“ (2007)

Von Kristin Engel

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