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Oschatz Ostrau lehnt Windräder der Windfarm Naundorf ab
Region Oschatz Ostrau lehnt Windräder der Windfarm Naundorf ab
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12:20 08.04.2016
Solche Windräder sollen sich nach dem Willen des Gemeinderates Ostrau nicht bei Clantzschwitz drehen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Ostrau/Naundorf

Große Erleichterung herrschte zur jüngsten Sitzung des Ostrauer Gemeinderates bei zwei Gästen, die mit Sorge wegen eines geplanten Windradneubaus aus Zschochau zur Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung gekommen waren. Fünf neue Windenergieanlagen (WEA), wie sie offiziell heißen, wollte die Windfarm NS GmbH aus Naundorf oberhalb von Clantzschwitz und Pulsitz errichten. Mit 100 Meter Nabenhöhe und einem Rotordurchmesser von 126 Metern wären nicht gerade die kleinsten ihrer Art aufgestellt worden. Doch die Gemeinderäte lehnten den Antrag zu Errichtung und betrieb einstimmig ab – und konnten sich dabei auf den noch immer gültigen Regionalplan Westsachsen aus dem Jahr 2008 berufen.

Regionalplan 2008 gilt noch

„Darin sind keine Vorrang- und Eignungsflächen für Windenergienutzung ausgewiesen“, verlas Bürgermeister Dirk Schilling aus der Begründung für die Ablehnung. Die Windfarm NS, die bereits einen Windpark bei Casabra betreibt und sich nun in Richtung Clantzschwitz oberhalb der Cordis Obst- und Gemüsegroßhandel GmbH erweitern sollte, hatte sich bei ihrer Planung am Entwurf des Regionalentwicklungsplans Chemnitz orientiert, der auch Ostrau betrifft. Allerdings steckt dieser Plan aus dem Jahr 2012 noch immer in der Genehmigungsphase und besitzt daher keine Gültigkeit. Daher greift weiterhin der Plan von 2008.

Zwei Spezialgebiete für Windkraftanlagen seien in dem neuen Plan ausgewiesen gewesen – einerseits das erwähnte Areal oberhalb von Clantzschwitz, andererseits nahe Jahna. Für Letzteres erwarte Schilling einen weiteren Antrag, weshalb er sich ans Landratsamt wandte. „Wir haben im Dezernat Entwicklung/Bauen angefragt und die Windkraftvorranggebiete wurden wieder herausgenommen“, erklärte er den Räten. Unter anderem seien die Abstandsflächen zu einigen vorgesehenen Standorten zu gering. 5000 Meter müssen eingehalten werden, 3500 sind es nur von den Flächen bei Jahna zum Windpark Casabra.

Neue Windräder noch möglich

Damit schaut die Windfarm NS vorerst in die Röhre. „Die Firma hatte die Flächen aufgrund der Vorplanung von 2012 ausgesucht und drauf los geplant“, schätzte Schilling ein. Ganz vom Tisch sind neue Windkraftanlagen auf dem Gemeindegebiet allerdings nicht. Noch kann der Regionalplan für die Region Chemnitz wieder umgeschrieben werden.

Für diesen Fall hat die Gemeinde zumindest dahingehend vorgesorgt, dass sie als Pächter von Windkraftflächen Einnahmen erzielt. In der Sitzung am Dienstag wurde der Übernahme eines rund 14 000 Quadratmeter großen Geländes nahe Jahna von der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) zugestimmt.

Für 12 370 Euro erwirbt die Kommune das Areal am Ufer der Jahna, das auf zwei Dritteln landwirtschaftlich genutzt wird. Für diese 9900 Quadratmeter muss gezahlt werden, die restliche Fläche bekommt die Gemeinde kostenlos. Dafür spare man dank der einheitlichen Fläche bis zu 4000 Euro Vermessungskosten, erklärte Schilling.

Falls dort doch einmal Windräder gebaut werden dürften, könne man mit Pachteinnahmen rechnen. Zudem sei der Preis von umgerechnet 1,27 Euro pro Quadratmeter bei aktuellen Ackerflächenpreisen von bis zu 3,50 Euro sehr günstig.

Von Sebastian Fink

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