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Oschatz Ostrau stellt Bedingungen für neue B 169-Trasse
Region Oschatz Ostrau stellt Bedingungen für neue B 169-Trasse
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00:30 13.05.2018
Drei Varianten der B 169 stehen zur Wahl – der Bund bevorzugt die blaue Route ähnlich der jetzigen Führung (gelb). Dafür stellt Ostrau Bedingungen. Quelle: Patrick Moye (Archiv)
Ostrau

Kleine Gemeinde, große Wirkung: Ostrau will sich den Neubau der B 169 nicht vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) oder dem Sächsischen Wirtschaftsministerium aufdiktieren lassen und stellt stattdessen eigene Bedingungen. Am Dienstag gab es ein Treffen mit Vertretern beider Behörden sowie der verantwortlichen Planerin vor Ort. Mit dabei war neben einigen Landwirten und Gemeinderäten auch Bürgermeister Dirk Schilling (CDU).

Und der machte deutlich, dass sich die Kommune nicht übervorteilen lassen will. „Generell sind wir die Gemeinde, die vom Neubau der Bundesstraße am stärksten negativ belastet wird. Wenn der Bund als Auftraggeber sich hier nicht bewegt, dann können wir nicht zustimmen“, sagte er der DAZ.

Variante 1 im Ostrauer Rat durchgefallen

Hintergrund: Anfang 2017 hatte das Lasuv drei Varianten für den Bauabschnitt zwischen Salbitz und Döbeln vorgestellt. Variante 1 (V1) würde ähnlich der jetzigen Trassenführung dreispurig mitten durch die Gemeinde Ostrau fließen, allerdings mit einem großen Nachteil: Statt wie bisher drei Abfahrten bei Wutzschwitz, am Gewerbegebiet und nach Pulsitz, war nur noch die Erstgenannte vorgesehen. Der Rest sollte mit Brücken und Unterführungen gequert werden. Zudem sollte der landwirtschaftliche Verkehr nicht mehr auf der Bundesstraße fahren dürfen.

Das lehnte der Ostrauer Gemeinderat ab und stimmte im März 2017 für V3 – eine Trassenführung westlich der Gemeinde hinter dem Gewerbegebiet über offenes Feld. Diese Variante ist allerdings naturschutzrechtlich schwierig umzusetzen, weshalb Lasuv und die Verkehrsabteilung im Wirtschaftsministerium V1 bevorzugen.

Landwirte sollen neue Straße befahren dürfen

Dafür ist man in Dresden nun offenbar bereit, Zugeständnisse zu machen. Schon vor Wochen war Schilling in die Landeshauptstadt geladen worden, um zu erklären, „was uns an der Variante 1 so stört“, wie er sagt. „Da hat man uns relativ deutlich gesagt, dass man Variante 3 nicht wirklich ins Kalkül zieht.“

Beim Treffen am Dienstag gab es dann ein neues Angebot: Landwirte dürfen die Trasse befahren und die Abfahrt wird von Wutzschwitz vor das Gewerbegebiet verlegt, so dass die Kirchstraße zum Zubringer werden würde. Eine zweite, kleinere Abfahrt solle es nahe des Obst- und Gemüsegroßhandels Cordis bei Clanzschwitz geben.

Kirchstraße zu klein als Zubringer

Diesen Vorschlag lehnt Schilling jedoch ab. „Der Knackpunkt ist, dass die Kirchstraße nicht als Zubringer umfunktioniert werden kann. Dafür ist sie zu klein, vor allem für den vielen Schwerlastverkehr“, sagt der Bürgermeister, der eigene Vorstellungen hat, wie die Straße künftig aussehen soll.

„Man will hier aus drei Abfahrten eine machen, was verkehrstechnisch große Probleme bringt. Der Idealfall wäre es, eine dritte Spur an die bestehende Straße anzusetzen und den Rest so zu belassen“, sagt Schilling. Dies widerspräche laut Planerin zwar den Richtlinien des Bundes, jedoch seien diese laut Schilling an örtliche Gegebenheiten anpassbar.

Ostrau nimmt Mockritz zum Vorbild

„In Mockritz geht es ja auch, da gibt es drei Abfahrten kurz hintereinander“, sagt Schilling. Zudem wolle er eine Sanierung der S 35, die aus Mügeln über Wutzschwitz durch Ostrau führt, erreichen.

Meldungen, wonach V1 wegen wasserschutzrechtlicher Probleme nicht gebaut werden könne, widersprachen die Besucher aus Dresden. „Es gibt Risikoabwägungen, wonach die Straße so gebaut werden könnte“, berichtete Schilling.

Von Sebastian Fink

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