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Oschatz Parkettboden im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg übergeben
Region Oschatz Parkettboden im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg übergeben
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16:58 20.08.2018
Initiator und Parkettleger Steve Klose (vorn, rechts) vor dem im Fußboden abgebildeten Heinrichsorden im Schloss Hubertusburg. Quelle: Foto: Jana Brechlin
Wermsdorf

Vier Tage, 21 Fußbodenleger, 12 000 Holzteile auf 120 Quadratmeter – das sind die nüchternen Zahlen. Das dabei entstandene Ergebnis wird jedoch alles andere als nüchtern beschrieben: Von einer tollen Arbeit, einem Kunstwerk gar war in Wermsdorf die Rede, als der Meisterkurs der Parkettleger seine Arbeit übergab. Vier Tage lang haben die Handwerker hart daran gearbeitet, im hinteren Schlossflügel in einem Teil des Obergeschosses neuen Fußboden zu verlegen.

Als besonderen Blickfang haben die Fußbodenprofis eine Abbildung des Heinrichsordens eingearbeitet, der 1736 erstmals im Schloss Hubertusburg übergeben wurde. Alexander Prinz von Sachsen, der seit 2010 den Ordensvorsitz inne hat, schwärmte, er habe sich nicht vorstellen können, was für „ein monumentales Werk“ hier entstanden ist. Trug der Orden ursprünglich die Umschrift „Virtuti in Bello“ – Tapferkeit im Kampf“ – habe man sich zuletzt für die lateinische Übersetzung von „für Tapferkeit und Frömmigkeit“ entschieden. „Was hier durch freiwillige Arbeit entstanden ist, erfüllt uns mit ganz großer Freunde“, lobte er.

Originale St. Heinrichsorden. Quelle: Jana Brechlin

Tatsächlich hätten seine Kollegen Urlaub genommen, um hier am Meisterkurs teilzunehmen, betonte der Dahlener Parkettlegemeister Steve Klose, auf dessen Initiative das Projekt zurückgeht. „Wir haben alle ganz viel gelernt und sind zusammengewachsen“, sagte er über die vergangenen Tage. „Wir wünschen dem Fußboden, dass er nicht einfach grau wird, sondern dass darauf auch Veranstaltungen stattfinden“, fügte er hinzu. Dieser Wunsch wurde in Wermsdorf gleich mehrfach geäußert. Und Landtagsabgeordneter Frank Kupfer (CDU) dankte in seiner Begrüßung allen, die sich für eine Nutzung von Hubertusburg einsetzen. Dem Vorsitzenden des Freundeskreises Schloss Hubertusburg Wolfgang Köhler überreichte er eine Replik des Ordens für die provisorische Ausstellung, durch die die Gästeführer des Vereins rund 800 Rundgänge pro Jahr organisieren.

Übergabe Parkett im Schloss Hubertusburg Wermsdorf am 20. August 2018. Quelle: Jana Brechlin

Eine Nutzung des Schlosses wäre bedeutend für die ganze Region, wandte sich Bürgermeister Matthias Müller (CDU) an Finanzminister Matthias Haß (CDU), der als Schirmherr der Aktion zur Übergabe gekommen war. „Als 2013 zur Sonderausstellung über 86 000 Besucher nach Wermsdorf gekommen sind, waren auch die Hotelbetten in Oschatz belegt“, unterstrich er. „Sie haben hier das schönste Schloss in Sachsen und zudem das einzige, das zu königlichen Zeiten gebaut wurde“, appellierte er an den Minister.

Übergabe Parkett im Schloss Hubertusburg Wermsdorf am 20. August 2018. Quelle: Jana Brechlin

Er sei sich der Bedeutung des Schlosses bewusst, versicherte Haß und nahm noch einmal Bezug auf den im Parkett bedachten Orden: „Tapferkeit im Kampf ist ein nobler Charakterzug, aber heute ist die Fähigkeit, Konflikte beizulegen, wichtiger.“ Auch dafür stehe das Schloss, das namensgebend für den Hubertusburger Frieden war. Haß betonte, das Ziel im Freistaat sei eine dauerhaft tragfähige Nutzung gemeinsam mit Sponsoren und Mäzenen. Ideen und Konzepte würden geprüft, zum Beispiel könnte zunächst in einem abgegrenzten Bereich eine Ausstellung eingerichtet werden. Einfache und schnelle Lösungen werde es aber nicht geben. „Ich muss sie weiter um Geduld bitten, versichere aber, wir werden das Schloss nicht aus den Augen verlieren“, sagte Finanzminister Matthias Haß in Wermsdorf unter dem Beifall der Gäste.

Von Jana Brechlin

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