Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Pazifismus dank Promille: Saufen für den Weltfrieden mit Ur-Krostitzer!
Region Oschatz Pazifismus dank Promille: Saufen für den Weltfrieden mit Ur-Krostitzer!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 09.04.2017
Christian Kunze Quelle: ALL
Anzeige
Oschatz.

Exportschlager aus Bayern in Oschatz: Die Erdmännchen Katja, Micha, Lutzl und Olli sind die neuen Stars im Tierpark. Das Quartett bekommt Asyl nördlich des Weißwurscht-Äquators und wird sich im Herzen von Sachsen, trotz fremder Herkunft, ruckzuck integrieren. Die kleinen Kerle sind einfach süß, egal, woher sie kommen. Für jene, die zweifeln, ob sich die aus Afrika stammenden Räuber nach dem Kulturschock an der Donau auch an der Döllnitz anpassen können, eine gute Nachricht: Im Zuge der neuen Ausstellung „Chic im Osten“ im Oschatzer Stadt- und Waagenmuseum zur Kinder- und Jugendmode in der DDR besinnen sich einstige Mitarbeiterinnen der Erstlingsoberbekleidung Oschatz (Eko) ihrer Lieblingsarbeit und fertigen für die quirligen Neuzugänge (n)ostalgische Mini-Mode, wie sie zu Zonenzeiten jeder kannte. Da fragt keiner mehr nach der Herkunft der putzigen Pelzträger.

Eine andere Ausstellung widmet sich im Jahr 2018 in Museen des Landkreises dem Jubiläum „400 Jahre Dreißigjähriger Krieg“ und erinnert an die schrecklichen Schlachten, die damals tobten. Partner der Initiative ist die Brauerei in Krostitz. Gustav II. Adolf von Schweden soll 1632 im Kampfgetümmel dort Rast gemacht haben und bekam von den Brauherrn selbstredend den „wohlschmeckenden Labetrunk“ eingeschenkt. Als Dank dafür gab es einen goldenen Ring und vier Jahrhunderte später diese Kooperation. Das Projekt gedenkt der Kriegsopfer und predigt Pazifismus. Gerstensaft statt Gemetzel, Promille statt Patronen – das leuchtet ein, steht doch Bierkonsum in erster Linie für Fröhlichkeit. Der Vorteil für die Brauerei liegt auf der Hand, denn in diesem Fall hilft viel ausnahmsweise doch mal viel. Wer trinkt, tötet nicht, wer torkelt, kann nicht mehr marschieren, geschweige den Befehle ausführen. Und wer sich selbst abschießt, schießt nicht mehr auf andere. Saufen für den Weltfrieden – eine Spitzenidee. Prost!


Von Christian Kunze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit 15 Jahren gibt es in Schweta eine Grundschule in freier Trägerschaft. Die Apfelbaumschule investiert derzeit in eine neue Turnhalle. Die Baustelle konnten interessierte Neugierige am Sonnabend ebenso unter die Lupe nehmen wie Unterrichtskonzept, Ganztagsangebote und vieles andere mehr.

09.04.2017

Das Bildungs- und Sozialwerk Muldental wird nach Olganitz auch in Lampersdorf ein Holzhaus bauen. Bereits nach Ostern beginnen die Arbeiten für das zwölf Plätze umfassende Wohnhaus. Dort sollen zunächst jugendliche Flüchtlinge, später Kinder und Jugendliche im Rahmen der Jugendhilfe untergebracht werden.

26.02.2018

Der April ist der Monat Tulpe: Dann streckt sie ihre Blütenkelche dem Licht entgegen, erfreut das Auge in sattem Gelb, Rosa und Rot. Was kaum jemand weiß: In den 40er Jahren blühten hunderte dieser Blumen in dem kleinen Ort Beicha bei Döbeln. Ein Farbenmeer, das man in dieser Größe heute nur noch in den Niederlanden findet.

08.04.2017
Anzeige