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Personelle Verstärkung für die Apfelbaumschule Schweta

Bildung Personelle Verstärkung für die Apfelbaumschule Schweta

Die Apfelbaumschule in Schweta erhielt zum Schuljahresbeginn personelle Verstärkung. Claudia Taubert nimmt ihre Arbeit im Hort auf und gibt außerdem als Inklusionsassistentin Unterstützung. Jens Oßendorf wurde als Integrationshelfer eingestellt. Damit besteht jetzt die Möglichkeit, Schüler mit Förderbedarf innerhalb der Klasse zu unterrichten.

Ziehen gemeinsam an einem Strang: Integrationshelfer Jens Oßendorf, Schulleiterin Maria Beck, Hortleiterin Antje Triebler und Erzieherin Claudia Taubert (von links), die gleichzeitig Inklusionsassistentin ist.

Quelle: Foto: Dirk Hunger

Schweta. Willkommene Verstärkung beim Personal in der Apfelbaumschule in Schweta: Zum Schuljahresbeginn konnte der Evangelische Schulverein Apfelbaum zwei neue Mitstreiter begrüßen. Claudia Taubert, die gerade ihre Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen hat, nimmt ihre Arbeit im Apfelbaum-Hort auf. Im Auftrag der Schulstiftung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens nimmt die 28-Jährige außerdem die Funktion der Inklusionsassistentin wahr.

Neu im nunmehr zwölfköpfigen Team ist ebenfalls Jens Oßendorf. Der 35-Jährige hat den Job eines Integrationshelfers übernommen. Vereinsvorsitzende Stefanie Schwaiger spricht bezüglich der neuen Mitarbeiter von einem absoluten Fortschritt und ist mit Schulleiterin Maria Beck und Hortleiterin Antje Triebler einer Meinung: „Wir wollen mit der Inklusion erreichen, dass die Kinder, die gesonderten Förderbedarf haben, innerhalb der Klasse unterrichtet werden und keinen fühlbaren Sonderstatus haben.“ Integration heiße in Sachsens Schulen in der Regel, dass Kinder mit erhöhtem Förderbedarf in normalen Schulklassen unterrichtet werden und in einer oder zwei Wochenstunden parallel zum Unterricht von Integrationslehrern gefördert werden. „Inklusion bedeutet, dass die Inklusionslehrerin die betreffenden Schüler im laufenden Unterricht innerhalb ihrer Klasse fördert“, nennt Beck den feinen, aber entscheidenden Unterschied.

Lehrer brauchen für Inklusion personelle Unterstützung

Den Kindern würde dabei diese Art der Förderung ihrer Mitschüler gar nicht auffallen. Damit der Lehrer das leisten kann, braucht er aber im Klassenraum personelle Unterstützung – und da kommen die neuen Mitarbeiter ins Spiel. Unter den 83 Mädchen und Jungen der Klassenstufe 1 bis 4 an der Apfelbaumschule gebe es derzeit sieben Integrationskinder, die durch Sprachauffälligkeit beziehungsweise Beeinträchtigung der emotional sozialen Entwicklung gesonderten Förderbedarf haben.

Inklusion sei nicht nur Aufgabe der Schule, sondern soll im gemeinsamen Wirken von Hort und Schule in die Tat umgesetzt werden. „Probleme und Entwicklung der Kinder werden durch die Erzieherinnen des Hortes und die Lehrerinnen regelmäßig gemeinsam besprochen“, verdeutlicht Hortleiterin Antje Triebler. Dies sei auch Aufgabe von Claudia Taubert. Denn staatlicherseits vergehe von der Diagnostik bis zur Anerkennung des Status eines förderbedürftigen Kindes mindestens ein Jahr. „Das ist eine Katastrophe und liegt am System der Diagnostik“, so Schwaiger. Für sie auch völlig unverständlich, dass man in Sachsen nach ihrer Einschätzung kein Vertrauen in die Lehrer habe, den Förderbedarf der Kinder selbst einzuschätzen. Das sei bereits im Vorschuljahr durch die Teilnahme der Kinder an den regelmäßigen Veranstaltungen der Apfelkernchen möglich. „Hier erkennen die Lehrer häufig schon, ob Förderbedarf besteht“, weiß die Vereinschefin und verheimlicht auch nicht, dass es bei aller Integration auch Grenzen gibt. „Auch wir müssen in jedem Fall individuell entscheiden, was machbar ist und was nicht. Wenn wir sehen, dass ein Kind nicht so gefördert werden kann, wie es nötig ist, müssen wir ablehnen. Es geht am Ende darum, was tut dem Kind und der ganzen Klasse gut. Wir dürfen auch alle anderen nicht aus dem Blick verlieren.“

Integrationshelfer wird zum Erzieher ausgebildet

Mit den zwei Neueinstellungen sieht die Vereinschefin die Schule für die Zukunft gut gerüstet und verweist bei dieser Gelegenheit darauf, dass der Integrationshelfer Jens Oßendorf im nächsten Jahr eine berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher in Angriff nehmen wird. „Wir sind auf sein Talent durch Klassenfahrten aufmerksam geworden und sind froh darüber, ihn für uns abgeworben zu haben.“ Denn nach dem Abitur habe Oßendorf zunächst ein paar Jahre Philosophie studiert und danach als Zugbegleiter bei der Deutschen Bundesbahn gearbeitet.

Von Heinz Großnick

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Schweta
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