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Peter Porsch schlägt in Oschatz kritische Töne an

Lesung Peter Porsch schlägt in Oschatz kritische Töne an

Eigentlich sollte Gregor Gysi kommen – doch der hat abgesagt. Als Ersatz für einen politischen Abend im E-Werk konnte der Ortsverband Collm-Döllnitz der Linkspartei Peter Porsch gewinnen. Der Germanist seziert in seinen Kolumnen Vergangenheit und Gegenwart – und nimmt dabei Anleihen aus Märchen, Sagen, Legenden und Fabeln.

Peter Porsch (rechts) liest auf Einladung des Linken-Ortsverbandes Collm-Döllnitz der Linkspartei im Kinosaal des E-Werks in Oschatz

Quelle: christian kunze

Oschatz. Wenn Politiker Märchen erzählen, wird ihnen das übel genommen. Bei Peter Porschs Kolumnen ist das anders. Der einstige Landtagsabgeordnete für die Linkspartei fabuliert in seinem Buch „Linke Dispute“ munter drauf los und erntet im Kinosaal des E-Werk Applaus und zustimmendes Nicken.

Als studiertere Germanist liegt ihm das Spiel mit Sprache und Genres im Blut. Wie Porsch mittels Fabeln, Sagen, Legenden und eben Märchen Kritik an aktuellen Missständen übt, das verdient ein größeres Publikum als am Freitagabend in Oschatz. Denn gerade mal ein Dutzend Zuhörer kamen, um ihm zu lauschen.

Der Bogen der Anekdoten reicht von der Episode, die erzählt, wie der Autor selbst den Mauerfall 1989 während einer Motorradfahrt verpasste bis hin zu einer Abrechnung mit dem „Leitfaden für Flüchtlinge“ eines hilflosen Bürgermeisters aus dem vergangenen Jahr.

Sich über die ambitionierten, schwierig umsetzbaren Vorstellungen eines Kommunalpolitikers lustig zu machen, habe ihm selbst viel Kritik eingebracht, so Porsch. Aber das habe ihn nicht davon abgehalten, weiterzuschreiben. Die Auseinandersetzungen mit diesen Entwicklungen, in denen er dem Ernsten etwas Komisches abgewinnt, das sind die stärksten Stücke in der Textauswahl des anderthalbstündigen Leseabends – denn sie erlauben im Anschluss eine Diskussion über den Leitfaden zur deutschen Leitkultur, den Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kürzlich vorgelegt hat. Auch dieser erntete Spott.

Die Stimmung kippte, als Porsch mit Blick auf internationale und nationale Krisen feststellte, „dass Revolutionen, Kriege und Blutvergießen dann an der Tagesordnung sind, wenn die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird“. Dieser Satz zielt mitten hinein in das, was wir inzwischen täglich lesen, sehen und hören – sei es in Sachsen oder Syrien. Ungeschehen machen Porschs Worte nicht – aber sie helfen, einzuordnen.

Von Christian Kunze

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Oschatz
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