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Oschatz Pfefferminz-Prinzen und Traktoren ziehende Schlümpfe
Region Oschatz Pfefferminz-Prinzen und Traktoren ziehende Schlümpfe
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17:12 06.07.2014
Mahlis

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Zum 10. Mahliser Rittercamp, zugleich dem letzten seiner Art, haben Schulen, Kindereinrichtungen und Familien insgesamt 21 Mannschaften entsandt. "Wir sind überwältigt von der Resonanz. Die Kinder kommen aus der Gemeinde Wermsdorf, aus Oschatz und ein Team ist sogar aus Leisnig angereist", freute sich Sibylle Melzer, Vorsitzende des Heimat- und Traditionsvereins, unter dessen Federführung das Camp mitsamt dem Dorffest und den am Sonnabend ausgetragenen 18. Ritterfestspielen für die Erwachsenen stattfand.

Zum Abschluss der zehnjährigen Camp-Geschichte hatten die Organisatoren noch einmal die beliebtesten Aufgaben zusammengestellt und mit Hilfe vieler Bürger aus dem Ort erneut angeboten. Wer also bisher bei allen neun Rittercamps dabei war, hatte einen echten Vorteil. Auf zwei Mannschaften traf das sogar zu. Egal ob Tauziehen gegen zwei gestandene Männer im Mahliser Pfarrgarten, die Dickmann-Schleuder gleich nebenan, das Suchen von verloren gegangenen Holz-Blüten an der Döllnitz oder aber die "Entfesselung" der Wermsdorfer Grundschullehrerin Katrin Heger-Lüderßen am Stamm der großen Luther-Linde - die Kids waren emsig bei der Sache. Letztere Station sollte übrigens mit Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU) als prominentes "Opfer" stattfinden. Der ließ sich jedoch kurzfristig entschuldigen - um den Anstoß des Fußball-Weltmeisterschafts-Viertelfinalspiels Deutschland-Frankreich nicht zu verpassen. Das war, das muss man ihm zugute halten, eine nicht minder fesselnde Angelegenheit.

Bauern-Spiele in der Döllnitz-Arena

Zu den Rittern, die am Sonnabend bei strahlendem Sonnenschein zur 18. Auflage der Wettkämpfe an der Döllnitz antraten, gesellten sich in diesem Jahr auch ein paar andere Gesellen. Die Mannschaft "Die Mannewitzer" haben ihren Namen von einem nicht mehr existierenden Ort, der heute zu Liptitz gehört. Allerdings handelt es sich bei ihnen um blaue Zwerge mit weißen Mützen, die fast jeder kennt - die Schlümpfe. Unter den Kostümen verstecken sich unter anderem Steffen Thiele als Papa Schlumpf mit roter Kleidung und Paul Hesse, der als Schlumpfine Kleid und blonde Perücke trägt. "Unser Outfit hat den Vorteil, dass man blaue Flecken, die man sich bei den Spielen holen könnte, gar nicht sieht", witzelt Hesse.

Während Jogis Jungs in Brasilien kicken, tritt der Esatzkader der Deutschen Nationalelf in Mahlis an. Diesen Namen gab sich ein fußballbegeistertes Team, das vor allem durch Trikotvielfalt auf sich aufmerksam machte.

Nicht minder kreativ ist in diesem Jahr wieder das Organisationsteam. Die 18. Ritterspiele stehen unter dem Motto "Bauernwelt". So gilt es unter anderem, einen Hindernisparcours mit je einem Weißkohl in jeder Hand zu absolvieren und zehn rohe Eier im Zickzack hin und her zu werfen, ohne dass diese kaputt gehen - es kommt also nicht nur auf Kraft, sondern auf Koordination an. Was nicht heißen soll, dass ganze Kerle gefragt sind. Solche braucht es bei einer weiteren Disziplin - dem Traktorziehen. Hier werden die Anfeuerungsrufe aus dem Publikum am lautesten.

Ivonne Rosemann aus Leipzig besucht die Spiele regelmäßig. Als ehemalige Mahliserin hat sie natürlich ihre Favoriten unter den Lokalmatadoren. Die Mahliser Raubritter sind dieses Jahr in dezentes Grün gekleidet und haben sich den Beinamen "Pfefferminz-Prinzen" verdient. Nach einem Jahr Pause treten die "Horden aus dem Norden" wieder an. Die überwiegend aus Wermsdorfern bestehende Mannschaft um Manuel Köhler wirkt schon aufgrund ihrer schwarz-rot geschmierten Gesichter respekteinflößend. Am Ende teilen sie sich den Titel "Schönste Rittermannschaft" mit dem Team "Ritter von der Röder" - so entschied es der Publikumsapplaus.

Gekrönt wurde das diesjährige Ritterfest mit der neuen Disziplin Pümpel-Dart, die eindrucksvoll zeigte, dass in Mahlis nicht nur Lebensmittel elegant zweckentfremdet werden können. Zum Abschluss gab es die Klassiker: Tauziehen über die Döllnitz und das Rittermahl sind seit der Erstauflage unverzichtbar.

Christian Kunze

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