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17:29 25.03.2012
Dieter Richter (links) und Burkhard Damrau gehen in ihren Dialogen den ewig wiederkehrenden Problemen der deutschen Politik auf den Grund. Quelle: Sven Bartsch
Oschatz

Dieter Richter und Burkhard Damrau wagen in "da capo" eine Aneinanderreihung aktueller und älterer Nummern und finden dennoch einen roten Faden: Die Rentnerschwemme und deren Auswirkungen auf die Bundesrepublik. Ein Problem, das von vielen Kleinkünstlern satirisch aufgearbeitet und grotesk überzeichnet wird. Da liegt die Latte hoch, und die beiden Herren geben ihr Bestes. Sie beginnen originell mit einem Sterbestreik aufgrund geringer Renten ("Wir beißen erst ins Gras, wenn es vorher ordentlich Moos dafür gibt!") und lassen auf der Zielgeraden ein paar eklige "Scheiß-Witze" über Darmspiegelung hören, die das Niveau dann leider für kurze Zeit in den Keller treiben.

Verweise auf früher, als es noch Wehrpflicht und Zivildienstleistende gab, geraten aber wieder sehr spritzig. "Im Grunde war ja beides gleich: Man wurde von alten Säcken herumkommandiert, nur hatte man als Zivi nicht die Chance, selbige erschießen zu können", spottet Dieter Richter. Apropos alte Säcke und Schusswaffen: Auf der Parkbank sitzend, nörgelt das Duo gleich in zwei Szenen über die Gesellschaft: "Wir brauchen Amokläufer in Banken und Parlamenten, nicht in Schulen, denn der Weg zu einer besseren Welt führt immer über das Schafott". Als Burkhard Damrau das in seiner Paraderolle des renitenten Rentners sagt, ist man froh, wenn einem das Lachen darüber im Halse stecken bleibt. Denn das ist nicht lustig, aber bewahrheitet sich oft. Die Pfeffermühle lädt also nicht nur zum Schenkelklopfen, sondern auch zum Nachdenken nach Oschatz ein. Und das obwohl oder gerade weil das Zweigespann dem mündigen Volk an diesem Abend die Rolle der "stummen und harmlosen Schafherde" zuspricht.

Kräftig applaudiert und völlig zurecht gejubelt wird dafür bei Dieter Richters Abrechnung mit Abgeordneten, die Versprecher zur Kunstform erhoben zu haben scheinen. Wenn er angesichts der Erkenntnis "Wir stehen vor schmierigen Pleiten" diverse halbherzige "Wahlverbrechen" herauf beschwört, gibt es im gut besetzten Saal kein Halten mehr.

Ohne Kostüm, nur mit Klemmbrett und Kuli ausgestattet, fallen die Kabarettisten über den "Durchschnittsbürger" her. "Wir machen alle rund", droht Dieter Richter und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Als stichelnde Statistiker nehmen beide den Zensus und andere Umfragen aufs Korn und raten Bürgern von einer eigenen Meinung ab. Denn, so Burkhard Damrau: "Eigentum verpflichtet". Wäre Sonntag Bundeswahl, sollten wir hingehen, legt uns Dieter Richter ans Herz, "weil ihr da sicher sein könnt, dass sich nichts ändert!"

Christian Kunze

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