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Oschatz Pferde werden gemustert
Region Oschatz Pferde werden gemustert
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15:58 18.08.2014
Oschatz

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Die Pferde der Bauern aus der Umgegend wurden gemustert, wenn nötig eingezogen und ausbezahlt. Einkleidung und Ausrüstung war nun in vollem Gange. Kurz vor Sonnenuntergang begann der Abmarsch in den neuen feldgrauen Uniformen durch die von unzähligen Menschen gesäumte Dresdener-, Hospital-, Luther- und Bahnhofstraße begleitet von Kavalleriemusik. Im letzten Schein der Abendsonne erfolgte die Verabschiedung durch den neuen Bürgermeister auf dem Altmarkt. Es gab Blumen, Abschiedsworte und manche Träne. Dann ging es zum Bahnhof, wo die Verladung und schließlich der Abtransport erfolgten. Ziel geheim.

Da nun auch die Schutzleute eingezogen waren, wurden Wach- und Postenaufgaben an Hauptstraßen, Brücken und Eisenbahnstrecken durch Militärvereinsmitglieder, also Veteranen durchgeführt. Auf den Schienen rollten nun Militärtransporte mit Geschützen, Trossfahrzeugen, Pferden, Automobilen und unzähligen Soldaten. Zahlreiche Oschatzerinnen kümmerten sich mit Hingabe und oftmals bis zur Erschöpfung um die Verpflegung der gerade am Bahnhof haltenden Truppentransporte.

Die Ernte war in vollem Gange, da aber viele Landarbeiter eingezogen wurden, ergingen Aufforderungen an die in der Heimat Verbliebenen zu helfen. Dies wurde angenommen, auch die Oschatzer Lehrerseminaristen stellten sich zur Verfügung. Schließlich begann auch die erste von vielen Spendensammlungen durch das Oschatzer Rote Kreuz und den Albertverein. Mit den ersten Siegesnachrichten aus Osten und Westen steigerte sich die verhaltene Stimmung zu einer wahren Kriegsbegeisterung.

Am 17. August, also zwei Wochen nach dem Abmarsch der Ulanen, wurde im Rathaus in einer großen Versammlung beraten, wie man Hinterbliebene und Hilfsbedürftige im Krieg unterstützen könnte. Der Bürgermeister schwor alle auf eine schwere Zeit ein, die das Äußerste fordern werde. In diesem Jahr wurde auch der Sedantag (Gedenktag an den Sieg im Krieg 1870/71), der zuvor immer mehr an Bedeutung verloren hatte, wieder besonders ausgiebig gefeiert.

Es gab kurz darauf aber auch den ersten toten Oschatzer zu beklagen. Max Ernst Otto Preißler (geb. 19.7.1894 in Oschatz), Fabrikarbeiter, Husar im 1. Husarenregiment "König Albert" Nr. 18., fiel am 27. August bei Marlemont. Ihm sollten noch viele folgen.

Noch waren die deutschen Truppen im Vormarsch begriffen und konnten große Erfolge erzielen. Noch war die Kriegsbegeisterung ungebrochen und die Stimmung in der Heimat gut. Dies sollte sich jedoch im weiteren Kriegsverlauf dramatisch ändern.

Marcus Büttler

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