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Oschatz Pfusch in der Rosentalhalle: Oschatz klagt gegen Reinigungsfirma
Region Oschatz Pfusch in der Rosentalhalle: Oschatz klagt gegen Reinigungsfirma
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00:34 26.05.2018
In der Rosentalhalle gibt es normalerweise Fecht- und andere sportliche Kämpfe. Jetzt kämpft die Stadt vor Gericht um Schadensersatz für unsaubere Reinigung. Quelle: Archiv-Foto: S.Bartsch
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Oschatz

Fechtkämpfe und andere sportliche Duelle sind in der Rosentalhalle am Platschbad oft zu erleben – für den Schul- und Vereinssport ist sie unerlässlich. Die Stadt Oschatz ficht jetzt vor Gericht um Schadensersatz mit dem Reinigungsunternehmen der Halle – Grund sind Schäden im Fußboden, die laut Gutachten auf unsachgemäße Reinigungsarbeiten zurückzuführen sind.

Der Oschatzer Stadtrat beschloss am Dienstag, die beauftragte Wackler Service Group GmbH & Co. KG auf Schadensersatz zu verklagen. Im August 2016 führte das Unternehmen die Grundreinigung durch. „Aufgrund von Mängeln in der Ausführung wurde eine Nachbesserung gefordert“, heißt es im Beschluss. In Folge dessen wurden Risse in den Schweißnähten und Auswölbungen an den Öffnungen des Hallenbodens festgestellt – ein Hinweis darauf, dass beim Reinigen zu viel Wasser verwendet wurde.

Gutachten bestätigen Vermutung

Nachdem die Stadt Oschatz den Schaden bei der Wackler Service Group angezeigt hatte, beauftragten Stadt und Dienstleister je ein Gutachten. Beide Betrachtungen kommen zu dem Schluss, dass die Schäden des Hallenbodens in der unsachgemäßen Reinigung begründet sind, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Stadt Oschatz war nicht bereit, der OAZ das von ihr in Auftrag gegebene Gutachten zur Verfügung zu stellen.

Eine erste Schadensersatzforderung der Stadt belief sich entsprechend der Gutachten auf 66 800 Euro. Das Unternehmen lehnte dies dem Grund und der Höhe nach ab, unterbreitete stattdessen ein Vergleichsangebot in Höhe von 30 000 Euro und begründete dies damit, dass die Halle einer längeren Nutzungsdauer unterliege und somit ein Wertzuwachs für den Nutzer bestehe. Da die Stadt Oschatz die Halle nur gemietet hat, treffe das nach Auffassung der Verwaltung nicht zu.

Kein Vergleich erzielt

Die Eigentümerin der Sporthalle, die Freytag van der Linde Projekt-, Management- und Baugesellschaft, vermietet die Halle seit über 20 Jahren an die Stadt, 2016 wurde der Vertrag zuletzt für weitere zehn Jahre verlängert. Der Eigentümer errichtete die Halle damals selbst, die Stadt trägt Miet- und Nebenkosten für das Objekt. Auch die Eigentümerin lehnte den Vergleich ab und sah sich selbst nicht in der Pflicht, Schadensersatzansprüche gegenüber dem Reinigungsdienstleister geltend zu machen.

Da der Vergleich nicht zustande kam, ging die Stadt Oschatz noch einen Schritt weiter und stellte einen Antrag auf ein Beweissicherungsverfahren beim Landgericht. Dieses stellte darauf hin den Streitwert auf 78 000 Euro fest. In Kenntnis dessen tritt der Eigentümer der Halle nun als Streithelfer für die Stadt ein. Das heißt, die Gesellschaft beteiligt sich an der Klage, ohne selbst Streitpartei zu sein.

Halle bleibt nutzbar

Albert Pfeilsticker, Stadtratsmitglied und Rechtsanwalt in Oschatz, empfahl der Verwaltung, den Streitwert höher anzusetzen. Seiner Ansicht nach sollten sich in der Summe nicht nur die Kosten für den tatsächlich entstandenen Schaden wieder finden, sondern auch jener Aufwand, der für das beauftragte, erstellte und ausschlaggebende Gutachten zu verzeichnen ist. Dieser könne sich ihm zufolge auf schätzungsweise 6000 Euro belaufen.

Stadtrat Lutz Ulbrich (CDU) wollte wissen, ob die Halle trotz der Schäden genutzt werden könne. Sozialamtsleiterin Ulrike Lösch bestätigt dies. Man müsse jedoch handeln, um weitere Schäden zu vermeiden, verdeutlichte sie. Sowohl der Reinigungsdienstleister als auch die Eigentümergesellschaft reagierten bis Redaktionsschluss nicht auf eine Anfrage mit der Bitte um Stellungnahme.

Von Christian Kunze

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