Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Pilze sprießen in der Dahlener Heide und im Wermsdorfer Wald

Natur Pilze sprießen in der Dahlener Heide und im Wermsdorfer Wald

Während viele Menschen über den verregneten Sommer klagen, dürfen sich Pilzliebhaber freuen. Die Sporenträger schießen dank reichlich Feuchtigkeit und milden Temperaturen aus dem Waldboden.

Der flockenfüßige Hexenröhrling ist einer der ersten Speisepilze, der im Wermsdorfer Wald zu finden war.

Quelle: Hagen Rösner

Oschatz. Pilzsammler können sich auf eine ertragreiche Saison freuen, da ist sich Philipp Anders sicher. „Die Witterung der letzten Wochen – also der ständige Wechsel zwischen Regen und Wärme – bietet ideale Wachstumsbedingungen“, sagt der ehrenamtliche Pilzberater aus Taura. Bereits seit 2007 steht er mit Rat und Tat zur Seite, wenn es darum geht, Genießbares von Ungenießbarem zu unterscheiden. Den geschulten Blick verdankt der 28-Jährige seinem Vater Heiko, der selbst seit vielen Jahren sein Wissen mit Pilzliebhabern der Region teilt.

Vermehrten Nachfragen der Sammler

Dass es am Waldboden schon jetzt prächtig wächst und gedeiht, merkt Anders unter anderem an den vermehrten Nachfragen der Sammler: „Es gibt keine Statistik, die das belegt, aber gefühlt hatten wir in diesem Sommer schon mehr Beratungen als im gesamten letzten Jahr.“ An einen neuen Sammel-Trend glaubt Anders hingegen nicht: „Ob jemand im Wald auf die Suche geht, hängt stark davon ab, welche Rolle das Pilzsammeln in der Familie gespielt hat. Wer es als Kind nicht kennenlernt, fängt damit in der Regel auch nicht als Erwachsener an. Dass sich Menschen, die früher zum Beispiel mit ihren Großeltern im Wald unterwegs waren, erinnern und dann auch selbst auf den Weg machen, erleben wir hingegen häufiger.“

Sehr viele Pfifferlinge

Der kommende Herbst eignet sich dafür ganz besonders. Schon bei den traditionell früh wachsenden Pfifferlingen habe sich die gute Saison angekündigt: „Da ist die Hauptzeit ja schon fast wieder rum, aber es gab sehr viele.“ Mittlerweile seien besonders Täublinge und Schirmpilze in den Wäldern sehr verbreitet. Und: „Es gibt schon die ersten Steinpilze“, sagt Anders.

Auch wenn in der Region hochgefährliche Pilz-Exemplare eher selten zu finden seien, mahnt er zur Vorsicht: „Zum Beispiel haben die genießbaren Stockschwämmen im Nadelholzhäubling ein sehr gefährliches und ähnliches Gegenstück. Beim unbedenklichen grauen Wulstling und dem giftigen Pantherpilz herrscht ebenfalls Verwechslungsgefahr. Der Pantherpilz sei vor einigen Jahren in der Region Dresden sehr verbreitet gewesen. Deshalb gelte die Devise: kein Risiko eingehen! Wer unsicher bei der Unterscheidung seiner Pilze ist, sollte sie auf keinen Fall verspeisen, ohne vorher professionellen Rat eingeholt zu haben. Den bekommt man kostenlos bei den ehrenamtlichen Pilzberatern in der Region.

Volkshochschule Nordsachsen bietet Pilzwanderungen an

Für Feinschmecker, die ihr eigenes Wissen erweitern wollen, gibt es ebenfalls Möglichkeiten. So bietet zum Beispiel die Volkshochschule Nordsachsen Wanderungen an, bei denen Berater Anders nicht nur wichtige Tipps für die richtige Auswahl sondern auch für eine Zubereitung der Pilze gibt.

Denn auch hier gibt es Fallstricke: „Gesammelte Pilze sollten spätestens am Folgetag verspeist werden, sonst drohen sogenannte unechte Vergiftungen, die von Überlagerung herrühren können.“ Wer zu viel gesammelt hat, könne die Pilze auch einfrieren. Dazu ein Tipp von Heidekoch Anders: „Am besten funktioniert es, wenn die Pilze vorher zubereitet wurden. Dann haben sie nach dem Auftauen ein leckeres Aroma.“

Wegen der hohen Nachfrage hofft Anders auf Beraternachwuchs: „Wer schon ein bisschen Vorwissen hat und interessiert ist, kann sich an das Landratsamt wenden und zum Pilzberater ausbilden lassen. Der Kurs an der Volkshochschule dauert zwei Jahre und wird gefördert.“

Pilzberater in der Region: Elke und Andreas Kade, 04758 Oschatz Tel. 03435-927474 OT Thalheim, Saalhausener Straße 20;

Wolfgang Berger, 04769 Mügeln Tel. 034362-30242 OT Schweta, Schlanzschwitz Nr. 20 A

Philipp Anders, Ferienpark Taura, Waldstr. 30

Tel. 034221 62174

Von Anton Zirk

Oschatz 51.3006128 13.1059825
Oschatz
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oschatz
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

16.09.2017 - 06:41 Uhr

Wurzen steigt gegen Neuling Rotation Leipzig in den Ring.

mehr