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Plädoyer für Großgemeinde

Plädoyer für Großgemeinde

Viel hat sich in diesem Jahr für den größten Ortsteil der Gemeinde Ostrau getan. Der Schrebitzer Ortsvorsteher Dirk Petermann blickt auf das Jahr 2012 zurück.

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Dirk Petermann

Schrebitz . Entwicklung in der Gemeinde: Die ganzen Jahre haben Land und Bund mehr ausgegeben, als sie eingenommen haben. Viele haben Existenzängste vor einem Kollaps. Auch Ostrau hat viele, viele Bauprojekte in den letzten fünf Jahren durchgezogen - das größte ist die Schule. Die war notwendig. Dadurch wird sich aber künftig eine sehr hohe Verschuldung der Gemeinde ergeben.

Zur Zusammenarbeit mit der Kommune: Danke für die bessere Zusammenarbeit mit Verwaltung und Bürgermeister. Diese ist noch immer nicht rund, aber es gibt nicht nur ein offenes Ohr in der Verwaltung, sondern beim neuen Bürgermeister wird auch umgesetzt. So konnte die Bibo in Schrebitz für die nächsten Jahre gesichert werden, auch dank der Kompromissbereitschaft beim Schrebitzer Carneval Club (SCC).

Das Projekt 2012: Das größte war die Übernahme des Vereinshauses, verbunden mit einem Riesen_Engagement von Schrebitzern sowie Firmen und Privatleuten, auch von außerhalb. Es hat allen viel abverlangt, oft auch zu viel. Alles wurde im Ehrenamt durchgeführt. Dank vor allem den engagierten Gemeinderäten Klingenberger und Boin, ohne die die Übernahme nicht möglich gewesen wäre. Die Vereine verdienen Anerkennung und Respekt.

Arbeit des Ortschaftsrates: Die Mitglieder setzen sich für die Vereine und den Ort stark ein. So wurden aus dem knappen Budget dem Sportverein Kiebitz, dem Jugendclub Schrebitz und dem Förderverein Feuerwehr je 150 Euro zur Verfügung gestellt. 500 Euro sollen für ein weiteres neues Spielgerät im nächsten Jahr verwendet werden. Damit wird der Haushalt der Gemeinde entlastet. Denn Schrebitz fordert nicht, Schrebitz macht. Allerdings konnte ein Arbeitseinsatz für den Ort in diesem Jahr nicht realisiert werden, der Ortschaftsrat (ORA) war ausgelastet. Das soll 2013 geschafft werden. Der Zerfall der Mehrzweck- und Tennisplätze durch Reparaturrückstau muss gestoppt werden. Mit kleinem Geld sollte das möglich sein. Wir mahnen das seit Jahren ohne Erfolg an. Deswegen hat der ORA Mittel für nächstes Jahr beantragt. Darüber hinaus wurde die Bauhof-Außenstelle in Schrebitz geschlossen. Wir verstehen, dass nicht jede Außenstelle erhalten werden konnte, der ORA fühlte sich dennoch bei der Entscheidung übergangen.

Problematik Abwasser: Der Abwasseranschluss beschäftigt uns wieder und wird die größte Aufgabenstellung im nächsten Jahr. Ziel ist es, ein für Schrebitz sinnvolles und für die Bürger bezahlbares Konzept zu finden. Dies ist bis dato noch nicht so.

Problem Straßenschäden: Die Reparaturen sind unserer Meinung nach ungenügend. Weitere Versuche mit der selben Reparatur-Methode hat der ORA klar abgelehnt. Die Gemeinde setzt auf eine neue nachhaltige Methode ab nächstem Jahr. Schrebitz ist dafür vorbildlich vorbereitet: Alle Schäden sind seit zwei Jahren katalogisiert.

Park der Generationen: Die Idee wird gut angenommen beziehungsweise liegt über den Erwartungen. Pflanzwillige Bürger sind herzlich willkommen mitzumachen. Die Satzung des Parkes soll künftig überarbeitet werden. Wir müssen am Ball bleiben.

950-Jahre-Festakt: Das im Jahr 2014 anstehende Jubiläum des SCC und die 950 Jahre Schrebitz werden vom ORA begleitet. Es wird versucht, auch mit Vereinen außerhalb Schrebitz' und ­anderen Veranstaltern einen richtig großen Festakt auf die Beine zu stellen und damit auch Synergie-Effekte zu erzielen.

Rettungswege der Feuerwehr: Allgemein bekannt ist, dass die angestrebten Rettungszeiten der Feuerwehr nicht erreicht werden können. Der Ortschaftsrat wird sich weiter damit beschäftigen, in den letzten Jahren leider ohne Erfolg. Von der Politik wird immer gesagt, der ländliche Raum soll gestärkt werden. Das Gegenteil ist der Fall. Hoffentlich braucht keiner die Polizei, Rettungswagen, Feuerwehr... Leib und Leben werden hier leichtfertig von den Entscheidungsträgern aufs Spiel gesetzt. Landesgrenzen und Grenzen von Kommunen dürfen für solche Einsätze keine Rolle spielen. Dafür werden wir uns weiter einsetzen. So fahren Polizei und Krankenwagen Mügeln von Oschatz oder Wermsdorf aus an; Ostrau von Döbeln - dadurch werden die Rettungszeiten nicht erreicht. Das ist für die Bevölkerung nicht akzeptabel: Mügeln oder Ostrau brauchen einen stationierten Krankenwagen.

Reform der Gemeindegebiete: Der Schrebitzer Ortschaftsrat hat sich klar positioniert - für eine Großgemeinde Ostrau, Zschaitz-Ottewig und Großweitzschen. Das ist das bürgernahste und ­zukunftsfähig. Döbeln ist geographisch zu weit weg. Wir rufen die Vertreter von Zschaitz-Ottewig und Großweitzschen auf, dieses Vorhaben zu unterstützen, bevor Eingemeindungen an größere Orte stattfinden. Der ORA erklärt sich gern bereit, aktiv mitzugestalten und alle an einen Tisch zu bringen. ­Diese Chance sollte nicht verschlafen werden.

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Landkreis: Nordsachsen

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