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Oschatz Pläne für Kirchenumbau bescheren Schmorkauern schlaflose Nächte
Region Oschatz Pläne für Kirchenumbau bescheren Schmorkauern schlaflose Nächte
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16:24 28.04.2015

Von christian kunze

Damit waren die Kirchenbänke etwa drei mal so voll wie zum Gottesdienst. Der Chorraum soll saniert, vom Kirchenschiff durch eine dreiflüglige Glastür abgetrennt und der bisherige Seiteneingang der Kirche zum neuen Haupteingang gemacht werden. Bei Bedarf soll die Tür geöffnet und der gesamte Kirchenraum wie bisher genutzt werden können, sieht das Konzept vor.

Tenor des Abends: Vor allem die alteingesessenen Schmorkauer und regelmäßigen Kirchgänger tun sich schwer mit der Umgestaltung. So habe es Gabriele Heyne nach der Lektüre des OAZ-Berichtes schlaflose Nächte bereitet, dass ein Teil des Altars verschwinden und auf der Empore einen neuen Platz finden soll. "Er hat zwar kunsthistorisch keinen großen Wert. Aber er gehört ganz einfach in den Chorraum." Ich habe da Bauchschmerzen", sagte sie - und sprach damit für viele Schmorkauer.

Für Unverständnis sorgt vor allem, dass ein vor 30 Jahren entstandener Schaden in der Kirchendecke über der Kanzel nicht bei der Sanierung berücksichtigt werde und man stattdessen unverhältnismäßig viel Geld in einen vergleichsweise kleinen Bereich investieren wolle. Pfarrer Dr. Jochen Kinder erklärte, dass eine teilweise Instandsetzung des Kirchenschiffes unweigerlich die Erneuerung des gesamten Innenraums nach sich ziehen würde. "Das macht man entweder ganz oder gar nicht. Finanziell ist die Sanierung des Innenraums jedoch ein Fass ohne Boden. Das können wir uns als Gemeinde schlicht und einfach nicht leisten". Außerdem würden geringe Abweichungen vom vorgeschlagenen Umbau die Auszahlung beantragter Fördermitteln gefährden. Die Alternative zum Vorschlag des Kirchenvorstandes wäre, dass alles in der kleinen Dorfkirche Kirche so bleibt, wie es ist.

Simone Hentschel vom Kirchenvorstand warb dafür, dass sich die Schmorkauer dem Projekt öffnen, auch wenn einzelne Maßnahmen nicht befürwortet werden. "Ich finde es auch unnötig, dass ein Teil der Sakristei einer behindertengerechten Toilette weichen soll. Das ist aber nicht Hauptanliegen der Sanierung", nannte sie ein Beispiel. Für sie wie auch für Jochen Kinder ist die Umgestaltung eine Generationenaufgabe. "Vielleicht machen unsere Nachfahren in 50 oder 100 Jahren das wieder rückgängig. Das sollte uns aber nicht den Mut nehmen, Veränderungen anzugehen, von denen alle Mitglieder profitieren", so der Pfarrer.

Christian Kunze

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