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Platschbad Oschatz: Für zwei Drittel der Belegschaft kommt das Aus

Kommunalpolitik Platschbad Oschatz: Für zwei Drittel der Belegschaft kommt das Aus

Der Oschatzer Stadtrat hat den nächsten Schritt zur Umstrukturierung im Platschbad getan: Am Dienstag votierten die Abgeordneten für die Finanzierung eines Sozialplans für einen Großteil der Angestellten und weitere Mittel zur Planung des bevorstehenden Um- und Rückbaus.

Die Angebote für Kinder im Oschatzer Platschbad sollen – mangels Bedarf – reduziert werden.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Der nächste Schritt zur Umstrukturierung des Betriebs im Oschatzer Platsch-Erlebnisbad ist gemacht: Die Stadträte einigten sich in ihrer jüngsten Sitzung darauf, der Oschatzer Freizeitstätten GmbH (OFG) Geld für die Umsetzung eines Sozialplans zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich dabei um einen einmaligen Zuschuss. Für knapp zwei Drittel der Belegschaft kommt das Aus.

Neben den Um- und Rückbaumaßnahmen, die später greifen sollen, ist die Umstellung auf einen Ein-Schicht-Betrieb für die Angestellten im Bad noch in diesem Herbst eine weitere Maßnahme, um den städtischen Zuschuss für das Bad von derzeit reichlich 800 000 Euro im Jahr deutlich zu reduzieren.

Die grundsätzliche Entscheidung, das Bad durch entsprechende Maßnahmen in den kommenden Monaten und Jahren zu erhalten, hatte der Stadtrat bereits vor einigen Monaten gefällt. Zu geringe Besucherzahlen hatten dafür gesorgt, dass immer mehr Geld aus der Stadtkasse zugeschossen werden musste. Ziel ist der teilweise Rückbau, die Reduzierung der Öffnungszeiten und die Angebote dem tatsächlichen Bedarf entsprechend zu erhalten. Im Vorfeld gab es unter anderem einen Austausch mit der Verwaltung der Oschatzer Partnerstadt Filderstadt. Auch jene betreibt ein Erlebnisbad, das einst Pate für das Oschatzer Bad stand.

Außerdem entschieden die Stadträte dafür, Geld für die Planung des Bad-Umbaus und einen entsprechenden Fördermittelantrag bereitzustellen. Dafür sind laut Beschluss 100 000 Euro veranschlagt.

Für Abfindungen stehen 80 000 Euro bereit

In den Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft zum Interessenausgleich für die zu entlassenden Mitarbeiter wurde Anfang April die Zahlung von Abfindungen gefordert. „Da die Oschatzer Freizeitstätten GmbH als städtische Tochtergesellschaft nicht über ein eigenes, dafür verwendbares Vermögen verfügt, muss die Stadt ein Budget von 80 000 Euro zur Verfügung stellen, um dieser Forderung gerecht zu werden“, erläuterte der Beigeordnete und Kämmerer der Stadtverwaltung Jörg Bringewald, zugleich einer der Geschäftsführer der Freizeitstätten GmbH.

Die notwendige Summe für die beiden Maßnahmen wird zum einen aus den im Haushalt für 2017 eingestellten Mittel zur Verbesserung der regionalen Infrastruktur bereit gestellt (100 000 Euro für Planung und Zuwendungsantrag zum vorgesehenen Umbau). Die ausschließlich für die Realisierung des Sozialplans notwendigen 80 000 Euro können durch überplanmäßige Erträge aus der allgemeinen Schlüsselzuweisungen und die Sperrung von geplanten Haushalts-Zuschüssen für die Döllnitzbahn und die kirchliche Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“ aufgebracht werden, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Planungsleistungen haben begonnen. „Wir hoffen, dass es noch vor dem Sommer eine Entscheidung gibt“. Die personellen Veränderungen sollen ab September, nach der regelmäßig stattfindenden Revision, greifen.

Beigeordneter dementiert Schließungsgerüchte

Stadträtin Uta Schmidt (Grüne) nutzte die Gelegenheit, um in der Stadt und darüber hinaus kursierende Gerüchte zur Sprache zu bringen, die unlängst an sie herangetragen worden seien. „Es war davon die Rede, dass im September alle im Bad beschäftigten Personen entlassen und das Platsch geschlossen wird. Ich weiß natürlich, dass das nicht stimmt, wüsste aber trotzdem, wie stark die Einschnitte sind?“

Bringewald erklärte, dass es weder ihm noch der neuen Leiterin der OFG, Uta Moritz, möglich sei, die gesamte Belegeschaft zu entlassen. „Das hätte die Einstellung des Badbetriebs zur Folge und ist rein rechtlich gar nicht möglich.“ Die Entlassungen beträfen vor allem die Gastronomie. Die Zahl der Beschäftigten werde von 61 auf 24 reduziert.

Von Christian Kunze

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