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Platschbad: Oschatzer Wohnstätten GmbH springt vorzeitig ab

Platschbad: Oschatzer Wohnstätten GmbH springt vorzeitig ab

Um die Finanzierung des Oschatzer Platschbades abzusichern, wurde 2014 vom Stadtrat beschlossen, die Oschatzer Wohnstätten GmbH, eine städtische Tochtergesellschaft, mit ins Boot zu nehmen.

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Das Oschatzer Platschbad befindet sich im Wandel vom Spaßbad zum Funktionalbad.

Quelle: Dirk Hunger

Damals erwarb die Oschatzer Wohnstätten GmbH einen Anteil von 49 Prozent des Platschbades und wurde damit auch hälftig an den Verlusten beteiligt, die das Bad jedes Jahr einfährt - bis dato waren es rund 880 000 Euro pro Jahr.

 

Schon bei der damaligen Beschlussfassung machte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar deutlich, dass dies keine Dauerlösung sein kann und die Beteiligung auf drei Jahre befristet ist. Bei der vergangenen Sitzung haben die Oschatzer Stadträte die Weichen für den Rückkauf der Geschäftanteile von den Wohnstätten gestellt. Dies geschieht allerdings eher, als es ursprünglich geplant war. Bei der Beschlussfassung im Februar 2014 war als möglicher Ausstiegstermin der Wohnstätten Mitte 2017 anvisiert. Jetzt wurde beschlossen, die Geschäftsanteile fast ein Jahr eher, nämlich im September 2016 zurückzukaufen.

 

Hinter der Umschichtung der Geschäftsanteile stehen knallharte Wirtschaftszahlen. "Als wir unseren ersten Beschluss 2014 gefassten haben, hatten wir uns Eckpunkte für die Platschentwicklung auferlegt. Jetzt müssen wir konstatieren, dass wir diese Eckpunkte nicht erreicht haben, nun muss zwangsläufig der Rückzug der Wohnstätten erfolgen", begründete Kretschmar den Schritt.

 

Auf das operative Geschäft wird der Wechsel der Anteile keine Auswirkungen haben, verspricht er. "So wie es heute betrieben wird, wird es auch morgen und nach dem 30. September 2016 betrieben. Eine Schließung steht nicht an", nimmt Kretschmar Kritikern den Wind für Gerüchte aus den Segeln.

 

Allerdings bleibt das Problem der Finanzierung der laufenden Kosten weiter akut. Grund sind in erster Linie fehlende Badegäste. "Neben der wirtschaftlichen Tragfähigkeit setzt die Unterhaltung des Bades einen örtlichen Bedarf voraus", heißt es in der Sitzungvorlage der Stadträte. Obwohl es in den vergangenen Monaten verstärkte Anstrengungen und Aktionen gegeben hat, Badegäste in der Stadt und in der Collm-Region zu werben, ist es nicht gelungen, die Gästezahl so zu steigern, dass es auch einen finanziellen Effekt erzielt.

 

Eine deutliche Steigerung der Badbesucherzahlen sei letztlich nur durch die Einführung von Rabatten und Spartarifen möglich gewesen, die aber wirtschaftlich keinen positiven Effekt brächten. Weil gut 80 Prozent der Badegäste nicht aus der Collm-Region kommen, gibt es massive Zweifel. "Trotz mittelzentraler Funktion ist die Subventionierung auswärtiger Gäste weder die originäre städtische Aufgabe noch dauerhaft finanzierbar", heißt es in der Vorlage der Abgeordneten.

 

Klar ist allen Abgeordneten und den Entscheidungsträgern in der Stadtverwaltung aber auch, dass sich etwas ändern muss. Dafür wurde hinter den Kulissen bereits die Weichen gestellt. So informierte Kretschmar über eine Eilentscheidung. "Wir konnten ein Förderprogramm ausfindig machen. Mit diesem Förderprogramm ist es möglich, eine Studie über eine bedarfsgerechte Modernisierung des Bades zu erstellen. Ziel soll es sein, die Betriebskosten erheblich zu senken, um dann das Bad wieder durch die Stadt entsprechend finanzieren zu können", so der Oberbürgermeister. Die Anfertigung der Studie soll rund 35 000 Euro kosten, wobei der Freistaat Sachsen 75 Prozent der Kosten übernimmt.

 

Diese Studie soll voraussichtlich im Herbst dieses Jahres vorliegen. "Sobald das Ergebnis vorliegt, werden wir es in den entsprechenden städtischen Gremien diskutieren und dann öffentlich vorstellen", verspricht Kretschmar. Damit ist allerdings noch nicht klar, wie dann zu einem späteren Zeitpunkt der Umbau und die Transformation des Bades von einem Freizeit- und Spaßbad zu einem Funktionalbad erfolgen soll.

 

© Kommentar

Hagen Rösner

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