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Platschbad zu drei Jahren "Bewährung" verurteilt

Platschbad zu drei Jahren "Bewährung" verurteilt

Das weitere Schicksal des Erlebnisbades Platsch entscheidet sich in den nächsten drei Jahren. Bis dahin sollen Umsatz und Besucherzahlen deutlich steigen.

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Wehe, es kommen nicht genügend Besucher in das Bad! Mit dem Holzlöffel verleiht der Platsch-Frosch dieser Forderung den nötigen Nachdruck.

Quelle: Sven Bartsch

Oschatz. Von Frank Hörügel

"Das Problem liegt im städtischen Haushalt", legte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) den Finger in die Wunde. Bisher habe das jährliche Defizit des Bades in Höhe von 880 000 Euro ausgeglichen werden können. Doch das sei künftig nicht mehr möglich. Auf vier Wegen will die Stadt nun verhindern, dass im Platsch endgültig der Stöpsel gezogen werden muss.

 

49 Prozent der Gesellschafteranteile des Badbetreibers Freizeitstätten GmbH werden an die Oschatzer Wohnstätten GmbH für 735 000 Euro verkauft. Beide Unternehmen sind Tochtergesellschaften der Stadt Oschatz. Als Gegenleistung trägt die Wohnstätten GmbH knapp die Hälfte des jährlichen Defizites. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Übergangslösung. Spätestens zur Jahresmitte 2017 soll die Stadt ihre Anteile wieder vollständig zurückkaufen.

 

 

Die Freizeitstätten GmbH wird zum 1. Juli aus steuerlichen Gründen dauerhaft aufgespalten (siehe Kasten rechts). Die Freizeitstätten GmbH ist für das Platsch-Bad, das Thomas-Müntzer-Haus und das Europäische Jugendcamp zuständig. Im städtischen Eigenbetrieb Kulturstätten werden die Oschatz-Information, die Bibliothek, das Stadt- und Waagenmuseum, die Kegelbahn am Wellerswalder Weg und die Spielplätze gebündelt. Geschäftsführer sowohl der Freizeitstätten GmbH als auch des Eigenbetriebes Kulturstätten sind Iris Kübler und Jörg Bringewald. Auf eine entsprechende Anfrage von Stadträtin Christa Sirrenberg (CDU) antwortete Oberbürgermeister Kretschmar, dass es für die jetzigen Beschäftigten keine Änderungen geben werde, wenn sie in den Eigenbetrieb wechselten. "Es fliegt keiner auf die Straße."

 

 

Die Eintrittspreise des Platsch-Bades sollen mindestens in Höhe der jährlichen Teuerungsrate erhöht werden, die mit etwa zwei Prozent angenommen wird.

 

 

Dieser Punkt ist der kniffligste. Der Fortbestand des Bades soll von einer kräftigen Steigerung der Besucherzahlen und des Eintrittserlöses in den nächsten drei Jahren abhängig gemacht werden. In den vergangenen 15 Jahren besuchten nach Angaben der Stadtverwaltung durchschnittlich 150 000 Menschen pro Jahr das Bad. Im laufenden Jahr soll diese Besucherzahl um 30 000 und der Eintrittserlös um 40 000 Euro steigen. 2015 sollen 45 000 Besucher mehr kommen und ein Plus von 160 000 Euro in die Kasse spülen. Und für das Jahr 2016 wird ein Besucherplus von 60 000 und ein zusätzlicher Umsatzerlös von 280 000 Euro anvisiert. Als Grundlage für alle Steigerungsraten dient das Jahr 2013. Der Stadtrat soll vierteljährlich informiert werden, ob diese Ziele erreicht werden. Falls das nicht gelingt, behält sich der Stadtrat die letztendliche Schließung oder die Änderung des Betriebskonzeptes für das Platsch-Bad vor.

 

Stadtrat Ralph Reuße (Linkspartei) wies in diesem Zusammenhang auf einen Satz in der Beschlussvorlage hin, der es in sich hat. Wörtlich heißt es dort: "Angesichts der weiteren Entwicklung der Bevölkerungszahl und des übersättigten Marktes sind spürbare Steigerungen der Besucherzahlen unrealistisch." Dazu Finanzbeigeordneter Jörg Bringewald: "Es wird nicht einfach, es ist aber auch nicht unmöglich."

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