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Oschatz Platz für 600 Kubikmeter: Oschatzer Spezial-Trio reinigt Riesenbehälter in 35 Metern Höhe
Region Oschatz Platz für 600 Kubikmeter: Oschatzer Spezial-Trio reinigt Riesenbehälter in 35 Metern Höhe
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00:18 31.03.2017
Marko Ulbricht steigt in den 600 Kubikmeter fassenden Behälter für Trinkwasser hinab. Helm und Schutzanzug tragen, ist Pflicht in der Halbkugel im Wasserturm. Quelle: Foto: Christian Kunze
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Oschatz

Ein nicht alltäglicher Spezialauftrag wartet in dieser Woche auf Marko Ulbricht, Martin Kochale und Rico Domnick. Die drei Mitarbeiter der Oewa Wasser und Abwasser GmbH machen sauber – und zwar im ganz großen Stil. „Einmal im Jahr müssen alle unsere Wasserspeicher im gesamten Versorgungsgebiet gründlich gereinigt werden. Das erfordert eine gute Planung und viele zupackende Hände“, weiß der Oschatzer Oewa-Gruppenleiter Roland Hammer.

Gestern machten sich die Experten für die Trinkwasserversorgung dann schließlich einer echten Herausforderung. Zu den Behältern, die gesäubert werden, gehört auch jener im markanten, weithin sichtbaren gelben Wasserturm unweit der Nossener Straße und des Blumenbergs. Hier muss der Putztrupp von oben einsteigen, gesichert mit einem Fallschutz. Denn der Behälter besteht aus einer riesigen Halbkugel, gefertigt aus genieteten Stahlblechen. Der Speicher befindet sich in etwa 35 Metern Höhe und fasst eine Wassermenge von 600 Kubikmetern. „Das ist schon imposant. Aber auch diese Aufgabe wird das Team bewältigen. Denn es ist ja nicht das erste Mal, dass sie hineinsteigen“, ergänzt Gruppenleiter Hammer.

Bevor die Männer den Abstieg in die gigantische blaue Halbkugel antreten können, wird das im Behälter befindliche Trinkwasser nach und nach in das Versorgungsnetz und damit an die Verbraucher abzugeben. Damit der Tank grundlegend gereinigt werden kann, muss er vollständig geleert werden. Die Reinigung selbst bewältigt dann die Mini-Putzkolonne in weiße Einweg-Ganzkörperanzüge gekleidet. Wände, Fußboden und Decke des Wasserspeichers werden mit speziellen Werkzeugen gewienert. Ziel ist es, wirklich, alle vorhandenen Ablagerungen zu entfernen.

Damit leistet die Oewa nicht nur einen unverzichtbaren Beitrag zur Qualität des Trinkwassers in der Region. „Gleichzeitig erhalten wir bei dieser Gelegenheit auch die Chance, den baulichen Zustand des Behälters genau unter die Lupe zu nehmen und beispielsweise auf Schäden durch Korrosion aufmerksam zu werden“, sagt Markus Ulbricht.

Die Begehung liefert also wichtige Informationen für den regionalen Wasserversorger. „So weiß man, ob an diesem oder jenem Behälter in absehbarer Zeit Investitionen erforderlich sein könnten“, bringt es Roland Hammer auf den Punkt. In der Regel nimmt der gesamte Reinigungsprozess im Tank des Oschatzer Wasserturm zwei Tage in Anspruch – was auch davon abhängt, wie schnell das Wasser ins Netz gespeist werden kann. Heute ist das Trio noch einmal vor Ort.

Haben Marko Ulbricht, Martin Kochale und Rico Domnick ihre Arbeit erledigt, wird der gesamte Behälter schließlich desinfiziert und anschließend etwas Wasser angefüllt. Daraus entnimmt das Gesundheitsamt eine Probe. „Erst wenn das Ergebnis den strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung entspricht, wird der komplette Behälter wieder neu mit Wasser befüllt“, nennt Roland Hammer eine wichtige Auflage der Landkreisbehörde.

Bereits in der zurückliegenden Woche erfolgte die Reinigung des im Jahre 2004 neu gebauten Hochbehälters im Oschatzer Ortsteil Striesa. Hier finden die Mitarbeiter nahezu optimale Bedingungen vor. Der dortige Hochbehälter besteht aus mehreren Kammern. Allein eine dieser Kammern verfügt schon über ein Fassungsvermögen von 1200 Kubikmetern. Auch hier ist das Team einen kompletten Arbeitstag lang im Einsatz.

Der Wasserverband Döbeln-Oschatz und die Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft GmbH (DOWW GmbH) versorgen Einwohner in 22 Gemeinden mit Trinkwasser. Im Auftrag des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz ist die Oewa Wasser und Abwasser GmbH als Betriebsführer für die Versorgung von rund 103 000 Menschen mit Trinkwasser zuständig. Die Beschäftigten kümmern sich um nahezu 1400 Kilometer Trinkwasserleitungen, 20 Wasserwerke und 45 Pumpstationen.

Von Christian Kunze

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