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Polen-Mobil macht an Wermsdorfer Oberschule Station

Bildung Polen-Mobil macht an Wermsdorfer Oberschule Station

Da sind sich die Oberschüler der 6. Klasse in Wermsdorf ziemlich sicher: „Warschau ist doch die Hauptstadt von Polen, oder?“ Rainer und Jolanta vom Polen-Mobil halfen ihnen bei Geografie, Sprache und Kultur ein wenig auf die Sprünge und interessierten die jungen Leute für das östliche Nachbar-Land.

Keine Schulstunde zur Stillsitzen: das Polen-Mobil zu Gast an der Oberschule Wermsdorf.

Quelle: Dirk Hunger

Wermsdorf. Das Polen-Mobil kommt. Das ist sicher spannender als manch eine normale Unterrichtsstunde. Und es sind weder mündliche noch schriftliche Leistungskontrollen zum Thema zu erwarten, denn das Polen-Mobil fährt ja auch wieder weg. Und was bleibt?

Ein bisschen was wissen die Schülerinnen und Schüler schon übers Nachbarland. Aber was fällt einem so auf die Schnelle ein? „Polen hat eine andere Währung als wir“, weiß Jessica. Sie war schon einmal zum Urlaub in Polen, irgendwo, an einem See. Das sei jetzt auch schon ziemlich lange her. Mit Leon, der kurz vor Beginn des Projektes schon neben ihr im Stuhlkreis sitzt, ist sie sich einig darüber, dass „Warschau die Hauptstadt von Polen ist, oder?“. Leon war auch schon in Polen, zum Einkaufen. Nein, nicht selber, nur so mitgefahren. Wo das war? Keine Ahnung. Und eingekauft wurde was? Bonbons.

Czesc heißt Hallo und ist schnell gelernt

Die beiden werden also bei den Sprachanimateuren Rainer Mende und Jolanta Drywaoei noch viel Neues erfahren. Der Deutsche, der länger in Warschau gelebt hat und die Polin, die zur Minderheit der Kaschuben gehört und Germanistik studiert haben, stellen sich zunächst einmal vor – auf Polnisch beziehungsweise Kaschubisch. Und siehe da, obwohl hier keiner einen Polnisch-Kurs besucht hat, ist doch viel zu verstehen. Das erste Wort ist schnell gelernt: Czesc heißt hallo und ist gar nicht so schwer auszusprechen, wie es sich liest.

Auf der begehbaren Karte, auf der die deutschen Bundesländer und die polnischen Woiwodschaften abgebildet sind, zeigen Rainer und Jolanta, woher sie stammen und wo sie schon gelebt haben. Dann sind die Schüler dran sich vorzustellen. Nicht mit Name und Adresse, sondern mit ihren Kenntnissen über die Beziehungen zu Polen. Wer kennt denn ein polnisches Wort? Oder mehrere? Oder gar keins? Dafür haben die Sprach-Animateure je eine Ecke der Karte reserviert. Und damit niemand lange an einem Fleck stehen bleiben muss: Wer war noch nie in Polen – einmal – mehrmals oder häufig? Neue Kartenecke. Und noch ein Wechsel. Wer kennt Leute aus Polen, persönlich, aus der Zeitung, aus dem Fernsehen: keinen, einen, mehrere oder alle 38 Millionen?

Youtube-Star Dagi Bee kennen die meisten

Keinen ist unwahrscheinlich. Dennoch sammelt sich an dieser Ecke erst einmal fast die halbe Klasse. Zu Unrecht. Da ist doch der eine Schüler aus der Fünften. Wer sich für Fußball interessiert, müsste auch einige Polen kennen. Nicht nur wegen der Europameisterschaft. Von Bayern-Profi Robert Lewandowski oder dem Ex-Kölner Lukas Podolski hat man doch schon gehört. Dann kommen auch ein paar Großeltern und Urgroßeltern ins Spiel, die auf dem heutigen polnischen Staatsgebiet aufgewachsen sind. Und wer schaut denn Youtube? Alle Arme gehen hoch und fast alle bleiben oben, als von der Webvideoproduzentin und Betreiberin des gleichnamigen YouTube-Kanals Dagi Bee die Rede ist. Ja, auch Dagmara Nicole Ochmanczyk hat polnische Wurzeln und spricht die Sprache.

Wenn das kein Grund ist, sich nun richtig auf Polnisch vorzustellen. So richtig mit: „Hallo, wie heißt Du?“ und „Mein Name ist...“. Und bevor Rainer und Jolanta wieder „Czesc“ sagen, was auch tschüss heißt, haben die Wermsdorfer Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 viel über das Nachbarland, seine Leute und deren Sprache gelernt. Vielleicht hat es ihr Interesse geweckt. Schließlich ist Polen, wie Rainer Mende an der Karte bewiesen hat, gar nicht so weit weg. Das gilt übrigens nicht nur für die Märkte unmittelbar an der Grenze.

Von Axel Kaminski

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Wermsdorf
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