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Oschatz Polizei fahndet nach Oschatzer Feuerteufel
Region Oschatz Polizei fahndet nach Oschatzer Feuerteufel
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15:55 09.11.2018
Der Döner-Imbiss nach dem Brand. Quelle: Frank Hörügel
oschatz

Als Angelika Müller am Montagvormittag mit dem Auto zu ihrer Arbeitsstelle Am Langen Rain fuhr, staunte sie nicht schlecht. „Da waren überall Polizisten, der Bereich um den Imbiss nebenan war abgesperrt“, erzählt die Inhaberin des Textilservice Müller. Die Absperrung mit rot-weißem Polizeiband hatte einen plausiblen Grund: Der seit Jahren leer stehende Imbiss-Stand war in der Nacht zum Montag abgefackelt. Und die Flammen hatten auch auf das Dach der ehemaligen Konsum-Kaufhalle übergegriffen, in der sich bis vor ein paar Jahren noch die „Preisbombe“ befand. Der vordere Teil der Kaufhalle zur Straße Am Langen Rain hin beherbergt neben dem Textilservice Müller auch noch eine Fahrschule.

Löschen unter Vollschutz

„Das hat lichterloh gebrannt, wir mussten unter Vollschutz löschen“, sagt der Oschatzer Wehrleiter Lars Natzke. Die Flammen vom Imbiss hatten auch die Dachpappe auf der leer stehenden Kaufhalle daneben entzündet und waren durch ein Fenster in den früheren Verkaufsraum durchgeschlagen. Angelika Müller, die ihren Textilservice seit 2010 betreibt, hatte Glück gehabt. Ihr Laden blieb von den Flammen verschont. „Das ist trotzdem ein blödes Gefühl. Ich hätte nicht geglaubt, dass so etwas möglich ist.“

Lagerhalle in Flammen

Der gleichen Ansicht waren auch die Gewerbetreibenden, die sich in den vergangenen Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Waagenfabrik zwischen Bahnhofstraße und Nordstraße angesiedelt haben. In der Nacht zu Dienstag wurden sie eines Besseren belehrt. Kurz nach Mitternacht wurde die Feuerwehr alarmiert, weil eine leer stehende Lagerhalle in Flammen stand. „Das Gefährliche war hier, dass es am Anfang einen extremen Funkenflug gegeben hat“, sagt Wehrleiter Natzke. Dazu kam, dass bis zum Brandort eine längere Wasserstrecke gelegt werden musste. Das Zusammenbrechen des Hallendaches konnten die Einsatzkräfte nicht verhindern. Ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Lagerhallen – darunter eine Lackiererei – konnte indes unterbunden werden.

Verdacht auf Brandstiftung

Nach den Bränden am ehemaligen Döner-Imbiss und an der Lagerhalle waren die Brandursachenermittler vor Ort. „Aus den gesammelten Spuren und kriminaltechnischen Untersuchungen hat sich der Verdacht erhärtet, dass es sich in beiden Fällen um Brandstiftung handelt“, sagt Uwe Voigt, Pressesprecher der Polizeidirektion Leipzig. Den Täter habe man bisher noch nicht feststellen können. „Wir ermitteln jetzt im Umfeld der beiden Tatorte“, so Voigt.

Bereits 300 Einsätze in diesem Jahr

Mit dem jüngsten Einsatz beim Lagerhallenbrand auf dem Gelände der ehemaligen Waagenfabrik haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Oschatz einen neuen Rekord aufgestellt. „Das war unser 300. Einsatz in diesem Jahr, so viele hatten wir noch nie“, sagt Wehrleiter Natzke. Bereits im vergangenen Jahr mussten die Feuerwehrleute außergewöhnlich oft ausrücken – insgesamt 214 mal. „Im Jahresdurchschnitt hatten wir immer so zwischen 160 und 170 Einsätze“, macht der Feuerwehrchef die Dimension deutlich. Dass die Feuerwehr in diesem Jahr, das noch nicht mal zu Ende ist, beinahe doppelt so oft zur Hilfe gerufen wurde, hat mehrere Gründe. Dazu zählen Unwetter, die extreme Trockenheit – und zuletzt auch noch ein Feuerteufel.

Von Frank Hörügel

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