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Oschatz Polizei sucht weiter nach vermisstem Psychiatrie-Patienten
Region Oschatz Polizei sucht weiter nach vermisstem Psychiatrie-Patienten
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14:44 31.05.2018
Aus dem Fachkrankenhaus Hubertusburg in Wermsdorf wird seit Dienstag ein Psychiatrie-Patient vermisst. Quelle: Jana Brechlin/Polizei
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Wermsdorf

Der 46-jährige Steffen T. wird weiterhin vermisst. Der Mann war Patient in der Psychiatrie des Fachkrankenhauses Hubertusburg, als er die Einrichtung am Dienstagmorgen verließ. Seitdem ist sein Aufenthaltsort unbekannt. Die Polizei hat die Bevölkerung um Hilfe gebeten, damit der Vermisste bald wieder zurück in die Wermsdorfer Klinik kommt. Der behandelnde Chefarzt Dr. Peter Grampp macht sich indes Sorgen um seinen Patienten, betont jedoch, für die Allgemeinheit bestehe keine Gefahr.

Bisher keine Anhaltspunkte

„Wir führen heute keine Suchmaßnahmen durch. Dazu fehlen uns schlicht die Anhaltspunkte“, erläuterte Jan Müller, Leiter des Polizeireviers Oschatz am Mittwoch auf Nachfrage. Am Dienstag sei der Polizei bekannt geworden, dass sich Steffen T. mit dem Bus von Wermsdorf nach Schmannewitz begeben haben soll. Dort habe man nach ihm gesucht, aber dort verliere sich auch seine Spur.

In diesem Zusammenhang betont Jan Müller, dass eine Begegnung mit dem 46 Jahre alten Vermissten keine Bedrohung darstelle. „Gefährlich kann es lediglich dann werden, wenn sich Steffen T. in die Enge getrieben fühlt“, erläutert der Revierleiter. Da von ihm keine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe und auch für Leib und Leben des Geflüchteten selbst keine bestehe, könne und müsse man die nächsten Hinweise zu seinem Aufenthalt abwarten.

Kultivierter und gesitteter Mensch

Das bestätigt auch Dr. Peter Grampp, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Fachkrankenhaus Hubertusburg. „Im Gegensatz zum unvorteilhaften Bild handelt es sich um einen sehr kultivierten, freundlichen und gesitteten Menschen“, sagt Grampp. Hier drohe maximal eine Eigengefährdung. Er befürchte, Steffen T. könne sich im Wald verirren, in eine Grube oder einen Teich fallen, aus dem er ohne Hilfe nicht herausfinde. Wer dem vermissten Patienten begegne, dem empfiehlt Grampp, T. normal anzusprechen, gegebenenfalls zu bitten, wieder in die Klinik zu gehen und die Polizei zu rufen. Womöglich reiche das schon, um bei dem Vermissten die Einsicht zu wecken, sich wieder in Therapie zu begeben. Die sei in Wermsdorf in den vergangenen Monaten sehr erfolgreich verlaufen, man sei auf einem guten Weg gewesen, so der Chefarzt.

Freiheitsdrang und Sehnsucht nach der Natur

Der Freiheitsdrang und die Sehnsucht nach der Natur seien Teil von T.’s Grundstruktur. „Das ist ein sehr gescheiter, freundlicher Mensch, der auch studiert hat. Er ist der Auffassung, dass sich die Natur um alles kümmert – das erklärt auch sein Äußeres. Aber gefährlich ist er ganz und gar nicht“, betont Grampp nochmals. Deshalb habe sich der Patient auch frei bewegen können und war nicht auf der geschlossenen Station in Behandlung. „Herr T. ist nicht zu sichern, er konnte und kann sich frei im Gelände bewegen, da von ihm keine Gefahr ausgeht. Das Fachkrankenhaus ist auch keine Maßregel, in der ein Schutz der Bevölkerung sicher gestellt werden muss. In einem Versorgungskrankenhaus geht es – wenn überhaupt eher – um den Schutz des Menschen, der sich der Klinik anvertraut“, macht er deutlich.

Im Konsum aufgegriffen

Im vergangenen Jahr war T. bereits zwei Mal aus der Klinik verschwunden. Erstmals hatte er im März 2017 das Fachkrankenhaus in Wermsdorf verlassen. Nachdem er sich sechs Tage lang im Wald aufgehalten hatte, wurde er in einem Konsum im Ort Falkenhain im nordsächsischen Nachbarkreis Leipzig aufgegriffen. In der Dahlener Heide war zuvor die Suche nach T. auf Hochtouren gelaufen. Auch im Bereich Sitzenroda war ein Helikopter der Polizei unterwegs und suchte den Vermissten, nachdem vorher auch Spürhunde zur Suche eingesetzt worden waren. Zum zweiten Mal verließ Steffen T. am 17. August des vergangenen Jahres die Wermsdorfer Klinik, konnte jedoch auch diesmal gefunden werden.

Wer Steffen T. gesehen hat oder Hinweise zu seinem Aufenthaltsort geben kann, wird gebeten, sich an das Polizeirevier Oschatz unter Telefon 03435 65100 oder an jede andere Polizeidienststelle zu wenden.

Von Jana Brechlin und Axel Kaminski

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