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Oschatz Pop Art im Oschatzer Müntzer-Haus
Region Oschatz Pop Art im Oschatzer Müntzer-Haus
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15:36 07.10.2013
Wasja Götze spricht zur Vernissage in Oschatz mit Künstlern aus der Region. Quelle: Dirk Hunger

Hier war er Ansager des ehemaligen FDJ- und Pionierensembles von Hans Wiemer. Später besuchte er in Oschatz die Oberschule und war auch dort künstlerisch aktiv. Nach dem Abitur studierte Götze von 1962 bis 1968 an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle-Burg Giebichenstein Innenarchitektur und Gebrauchsgrafik und ist seitdem freiberuflich tätig.

Zufällig entdeckte sein Sohn im Internet den Oschatzer Kunstverein. So kommt es, dass Götze erstmals in seiner Heimat Bilder ausstellt. Bilder, die für den Osten ungewöhnlich waren. "Ich habe als Kind immer kleine Dinge aufgehoben, zum Ärger meiner Mutter gesammelt, die bunt und mir interessant schienen. Das waren kleine Blechdosen, bunte Reklamebildchen und anderes mehr. Wahrscheinlich der Grundstein für meine Bilder, die auch bunt, vielfältig sind und kleinste Details aufweisen", erklärt Götze. Der Künstler malte Alpträume mit Bewusstseinserweiterung, in der Mitte der Pfeifenraucher, der Radrennfahrer, der Maler, gefangen in schwer zu begehenden Räumlichkeiten. Kein Ausweg, Gitter und Maschendraht, selten ein Horizont: Und wenn doch, dann steht da ein Bretterzaun.

Götze hat der Pop Art das politische klaustrophobische kleine Stillleben geschenkt. Schon von seinen Anfängen in den späten 1960er Jahre stießen seine Werke bei den Offiziellen auf wenig Gegenliebe. Wasja Götze musste sich als Ersatz seinen eigenen privaten Markt schaffen, über den er die Pop-Art fast im Alleingang als subversive Aktion in den sozialistischen Feldversuch einführte. 

Der Erfolg seiner Arbeiten war und ist ihm unter Kunstkennern und Liebhabern gewiss. Nun kann ein Teil seiner Bilder auch in Oschatz, seiner Heimatregion, zu den Öffnungszeiten und den Veranstaltungen im Thomas-Münzer-Haus betrachtet werden. Ein Besuch lohnt sich, denn Götze entführt den Betrachter in eine bunte schrille Welt voller Geschichten, die es zu entdecken gilt.

Bärbel Schumann

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