Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Praktikant Sebastian Trenkler verstärkt seit kurzem das Erzieher-Team der Naundorfer Tagesstätte "Spatzennest"
Region Oschatz Praktikant Sebastian Trenkler verstärkt seit kurzem das Erzieher-Team der Naundorfer Tagesstätte "Spatzennest"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:28 11.11.2011
Wenn der Spielzeugtraktor mal repariert werden muss, rufen sie ihn: Die Jungen und Mädchen der Naundorfer Kindertagesstätte "Spatzennest" haben seit kurzem einen Praktikanten an ihrer Seite: Sebastian Trenkler aus Großhennersdorf möchte als Erzieher in einem von Frauen dominierten Beruf Fuß fassen. Quelle: Sven Bartsch
Anzeige
Naundorf

Sein Prüfungspraktikum absolviert er noch bis Februar kommenden Jahres in der Kindereinrichtung.

Nach dem Abitur machte der heute 21-jährige eine verkürzte einjährige Ausbildung zum Sozialassistenten am Privaten Bildungszentrum (PBZ) für soziale und medizinische Berufe in Oschatz. Dort legte ihm eine Mitschülerin den Kindergarten in Naundorf nahe, als er sich für eben diesen Praktikumsplatz entscheiden musste. Das "Spatzennest" gefiel ihm nach einem ersten Besuch sofort. "Hier ist alles ganz familiär und ungezwungen, es herrscht ein offener Umgangston", hat der junge Mann festgestellt. Und schließlich habe ihn auch die Zahl der Kinder überzeugt: Mit 35 Jungen und Mädchen in zwei Gruppen sei gewährleistet, dass er zu allen Steppkes eine Beziehung aufbauen könne.

Während eines Ferienjobs in einem Pflegeheim entdeckte Sebastian Trenkler seine soziale Ader. "Betreuung, das liegt mir, aber eher bei Kindern als bei Senioren, wohl auch, weil ich einen jüngeren Bruder habe und einige jüngere Cousins und Cousinen, mit denen ich gern und oft Zeit verbracht habe", blickt er zurück. An Einfühlungsvermögen mangele es dem Praktikanten nicht, bestätigt die Leiterin der Kindertagesstätte, Andrea Schwager. "Sebastian spricht die Sprache der Kinder und kann sich voll auf sie einlassen", lobt sie den Neuzugang.

Dass Jungen sich entscheiden, Erzieher zu werden, kommt eher selten vor. In der Klasse des Großhennersdorfers, der in Oschatz in einer Wohngemeinschaft lebt, sind von 30 Auszubildenden gerade mal vier männlich. Und im "Spatzennest" ist er nach einem Zivildienstleistenden im vergangenen Jahr erst der zweite Mann im Team.

Die Kinder reagieren unterschiedlich auf den Mann im Kindergarten. "Viele waren sofort begeistert und kamen auf mich zu, ein paar sind aber nach wie vor scheu und wenden sich lieber den Frauen zu", hat Sebastian Trenkler beobachtet. Womit der die Kinder aber in den drei Wochen bereits begeistert hat, das ist sein musikalisches Talent. Sebastian spielt Klarinette, und wenn er das tut, dann lauschen die Kleinen ganz aufmerksam. In seiner Familie spielen fast alle ein Instrument, das Talent scheint ihm die Wiege gelegt. Weitere Hobbys des 21-Jährigen sind Sport, Schwimmen und Besuche im Fitnessstudio. "Letztere habe ich noch nicht beendet, obwohl mich die Kinder doch ganz schön auf Trab halten", bekennt er. So habe er nicht damit gerechnet, dass die Krippenkinder einer so intensiven Betreuung und Pflege bedürfen, räumt er ein.

Der Praxisbezug hat Sebastian Trenkler in seiner Berufung bestätigt. Er möchte nach der erfolgreichen Erzieher-Ausbildung eventuell Sozialpädagogik studieren, auch wenn ihn die Theorie abschreckt. Denn das am wenigsten Erfreuliche nach wenigen Tagen Praktikum sei "der Schreibkram für die Schule", verrät er nach nur drei Wochen in der Naundorfer Kindertagesstätte.

Christian Kunze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der 20. Geburtstag ist ein Jubiläum, das groß gefeiert werden sollte - das dachten sich auch die Geschäftsführer des Heidehandels Dahlen und begannen Anfang dieses Jahres mit den Vorbereitungen.

11.11.2011

Die Reparatur an drei defekten Fachwerkbindern im Erlebnisbad Platsch dauert länger als geplant. Seit vergangenem Sonntag sind die Handwerker zu Gange, um die Schäden zu beseitigen.

11.11.2011

Experten sehen es als sicher an, dass sich der Wolf seine alten Lebensräume in unserer Region zurückerobern wird. Die Frage ist nur: Wann? André Klingenberger und Bernd Dankert vom sächsischen Wolfsmanagement informierten am Mittwoch rund um das Thema Wolf in Sachsen.

11.11.2011
Anzeige