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Oschatz Premiere für Bürgerpreis: Wolfgang Probst aus Naundorf ausgezeichnet
Region Oschatz Premiere für Bürgerpreis: Wolfgang Probst aus Naundorf ausgezeichnet
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09:24 11.04.2016
Bürgermeister Michael Reinhardt, Iris und Hartwig Kübler (v.l.) sowie die Landtagsabgeordneten Frank Kupfer und Volkmar Winkler (v.r.) gratulieren Wolfgang Probst. Quelle: Foto: Dirk Hunger
Naundorf

Freitagabend ist für Wolfgang Probst Probezeit. Dann übt er mit den Mitgliedern des Posaunenchores das Spiel auf diversen Blechblasinstrumenten. Anders am vergangenen Freitag: Da saß er, mit einer Reihe anderer Nominierter, im Ratssaal der Gemeindeverwaltung Naundorf bei der feierlichen Verleihung des ersten Bürgerpreises für besonderes Engagement. Dass der 62-Jährige als Preisträger nach Hause gehen würde, damit hatte er nicht gerechnet.

Gleich drei Mal wurde der gelernte Fleischer für die von der Freien Wählergemeinschaft Naundorf ausgelobte Auszeichnung vorgeschlagen – von Menschen, die täglich von seinem Gemeinsinn profitieren. Wolfgang Probst leitet nicht nur seit der Gründung am 25. September 1981 den Posaunenchor der Kirchgemeinde. Er hat sich als schneller, flexibler und unkonventioneller Helfer in der Nachbarschaft diese Würdigung ebenfalls verdient. Darin sind sich die Familien, die ihn vorgeschlagen haben, einig. Auch im Naundorfer Heimatverein, in dem er nicht Mitglied ist, könne man sich auf seine Unterstützung jederzeit verlassen. „Wolfgang Probst hilft überall, als kostenloser Taxi-Fahrer, der auch Rollstuhlfahrer überall dorthin bringt, wo sie hin müssen, als Tierfreund, der nach den Vierbeinern schaut und sie füttert, wenn Herrchen und Frauchen im Urlaub sind oder sich in diesem Fall ebenso der Pflanzen und Blumen im Haushalt annimmt“, zitierte Hartwig Kübler aus einer Begründung. Der Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft stiftet das Preisgeld für den ersten „Gewinner“ des Bürgerpreises in Höhe von 500 Euro. Kübler ging auch auf Probsts ehrenamtliche Tätigkeit als Leiter des Bläserchores ein. Über 30 Männern, Frauen und Kindern hat er das Instrumentalspiel beigebracht, die Gastspiele der Gruppe in den Ortsteilen der Gemeinde Naundorf und darüber hinaus, vor allem im Advent, finden bei Wind und Wetter statt. „Wie viele Kilometer Wolfgang Probst dafür zu Fuß oder im Pkw zurückgelegt hat, kann man nicht zählen“, heißt es in einer weiteren der drei Begründungen.

Der Gewürdigte selbst rechne schon mit einer Rüge seiner Mitstreiter, weil er am Freitagabend die Probe habe sausen lassen, sagte er im Scherz. Ende der 60er Jahre kam der Delitzscher nach Naundorf, um bei der Fleischerei Kasterke in die Lehre zu gehen. Im Betrieb gelang ihm der Abschluss, er machte hier außerdem seinen Gesellen und seinen Meister – und blieb Naundorf treu. Noch heute trifft sich der zweifache Familienvater und dreifache Großvater mit seinem Lehrmeister einmal in der Woche zum Skatspielen. Kameradschaftlichkeit, Geselligkeit und Witz vereint er mit Disziplin. Der pädagogische Zeigefinger ist ihm dabei fremd. Diese Mischung sei es, die ihn als Chorleiter auszeichne.

Sein Posaunenchor, von Mitgliedern, Freunden und denjenigen, die ihn buchen, liebevoll „Zirkus Probst“ genannt, hat Höhen und Tiefen erlebt. „Mal spielen wir in voller Besetzung, mal bin ich allein unterwegs. Aber abgesagt habe ich einen Auftritt noch nie“, sagt der Preisträger. Bis auf eine Ausnahme habe er all jenen, die zu ihm kamen, das Instrumentalspiel beibringen können. „Das ist ganz unterschiedlich. Sie kommen von sich aus, Kinder werden von ihren Eltern animiert, oder ich sehe jemanden auf der Straße, der hat besonders lange Arme. Den schnappe ich mir dann und sage: „Du kannst Posaune spielen“, so Probst.

Von Christian kunze

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