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Oschatz Premiere für Schönschreibewerkstatt in Mügelns Heimatmuseum
Region Oschatz Premiere für Schönschreibewerkstatt in Mügelns Heimatmuseum
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14:14 11.03.2018
HannaundLuisebeiihrenSchreibversuchenmitFederundTusche. Quelle: Bärbel Schumann
Mügeln

In den Räumen der Alten Mädchenschule am Schulplatz hat der Heimatverein in Kooperation mit Kaligraphiefachmann Frank Niemann und dem Heimatmuseum erstmals eine Schreibwerkstatt organisiert. Es soll nicht bei dieser einen bleiben. Zur Premiere gestern schauten 16 Mädchen und Jungen vom Schulhort „Angerkids“ vorbei.

„Wir wollen künftig mit verschiedenen Werkstattangeboten für alte Traditionen werben, Schätze des Museums vorstellen und gleichzeitig alte Handwerkstechniken praktisch vermitteln. In unserer schnelllebigen Zeit gerät vieles zu schnell in Vergessenheit. Hier im Haus und drum herum kann das prima umgesetzt werden“, erklärt Andreas Lobe, Leiter des Mügelner Heimatmuseums, die Grundidee.

Knapp 500 Jahre alte Schriftstück präsentiert

Frank Niemann sei dabei nur einer der bereits gefundenen Partner, andere werden noch gesucht. Zugleich sind derartige Angebote auch ein guter Anlass, um manchen Schatz aus dem Museumsarchiv hervorzuholen. Gestern waren das unter anderem eine Bestätigung von 1545 von Bischof Johann IX. für die Mügelner Böttcherinnung, das Protokoll einer Ratssitzung aus dem 18. Jahrhundert und ein Dokument von 1726, in dem Ritter von Pflug einem Bauernsohn erlaubt, in die Böttcherlehre zu gehen.

Das besondere an den Schriftstücken: Alle wurden mit Feder und Tinte auf Pergamentpapier oder Tierhaut geschrieben. Jonas, Zoe, Lisa und die anderen Kinder staunten, wie geradlinig oder verschnörkelt darauf die Buchstaben in bester Schönschrift zu sehen waren.

Feder und Tusche im Selbstversuch

Das durften sie anschließend selbst an kleinen schrägen Schreibpulten ausprobieren. Frank Niemann erklärte, wie einst mit einer echten Feder geschrieben wurde und warum nicht einfach auf einem waagerechten Tisch gearbeitet wurde. „Einfach, damit die Tinte schön gleichmäßig nachrutscht und keine Kleckse entstehen“, so der Kaligraphiefachmann.

Jonas vom Hort Angerkids hat mit weiteren 16 Mädchen und Jungen der Einrichtung an der ersten Kaligraphie-Schreibwerkstatt von Frank Niemann im Mügelner Heimatmuseum teilgenommen. Mit Feder und Tusche haben sich die Kinder im Schönschreiben ausprobiert. Quelle: Bärbel Schumann

Zu den ersten, die sich an die Pulte setzen durften, gehörten Hanna, Luisa und Zoe. Voll konzentriert versuchten die Mädchen den Satz „Das Tor steht offen, das Herz noch mehr“ auf das Pergamentpapier mit schwarzer Tusche in verschiedenen Schriften zu schreiben.

Immer wieder mussten die Schüler die metallene Feder in die Tusche tauchen. Wer das Abstreichen am Tuschefass vergaß, der hatte schnell einen Klecks auf dem Blatt. Das passierte zum Glück nur wenigen Kindern.

Von Bärbel Schumann

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