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Prof. Dr. Lukas Radbruch macht Palliativmedizin in Oschatz Mut

Prof. Dr. Lukas Radbruch macht Palliativmedizin in Oschatz Mut

Wie wird das Kabinett in Dresden heute entscheiden? Werden die drei Palliativbetten für Schwerkranke und Sterbende in der Oschatzer Collm-Klinik erhalten bleiben? Über die Wichtigkeit, in einem Krankenhaus Palliativbetten vorzuhalten, sprach die OAZ mit Professor Dr. Lukas Radbruch, Lehrstuhl für Palliativmedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Uni in Bonn und Direktor der Klinik für Palliativmedizin in Bonn.

"In Deutschland ist die Palliativversorgung in den letzten Jahren in großen Schritten ausgebaut worden", sagt er. Dennoch gebe es im ländlichen Bereich noch viele weiße Flecken. Mit dem sogenannten Wettbewerbsstärkungsgesetz von 2007 sei die Palliativversorgung in der häuslichen Umgebung gestärkt worden, "dies muss ergänzt werden durch eine gute stationäre Versorgung in stationären Hospizen und Palliativstationen an Krankenhäusern."

Mit dem Einsparen von Krankenhausbetten stünden aber in manchen Krankenhäusern auch Palliativbetten auf der Streichliste, "und dies kann zu deutlichen Einschränkungen in der Versorgung der Schwerkranken und Sterbenden führen".

Besonders bedauerlich sei, wenn in Einrichtungen, die bereits Kompetenz in der Palliativversorgung erworben haben, die Struktur wegbreche. Er sagte, dass die Betten im Bedarfsplan gestrichen werden können, und das für das Krankenhaus einen Nachteil darstellt. "Allerdings kann das Krankenhaus weiterhin - auch ohne Betten im Bedarfsplan - die komplexe Palliativversorgung mit dem Zusatzentgelt abrechnen, wenn die Bedingungen erfüllt sind." Es gebe eine Reihe von Palliativstationen, die mit dieser Regelung kostendeckend arbeiteten. Die Aberkennung der Betten muss also nicht bedeuten, dass die Palliativversorgung im Krankenhaus beendet werden müsse, so Radbruch.

Ralph Schreiber, Sprecher des sächsischen Gesundheitsministeriums, erklärte, dass Krankenhäuser, denen die Palliativbetten gestrichen werden, der Klageweg bleibt.

Gabi Liebegall

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