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Prosit auf Gerhard Billig: Chef-Archäologe des Wermsdorfer Waldes feiert 90.

Personalie Prosit auf Gerhard Billig: Chef-Archäologe des Wermsdorfer Waldes feiert 90.

Seit 1968 gräbt Prof. Gerhard Billig mit Schülern und Studenten im Wermsdorfer Wald. Am Kirchenteich legten sie Teile des einstigen Dorfes Nennewitz und am Doktorteich einen jungbronzezeitlichen Bestattungsplatz der Lausitzer Kultur mit hügelgrabartigen Steinmalen frei. Am 20. Mai feiert Billig seinen 90. Geburtstag.

Gerhard Billig (roter Pullover“ erläutert die Informationstafeln am Kirchenteich.

Quelle: Wolfgang Maaß

dresden/wermsdorf. Der auch in der Region Oschatz seit vielen Jahren bekannte Dresdener Historiker und Archäologe Prof. Dr. Gerhard Billig feiert am 20. Mai seinen 90. Geburtstag. Vielen Geschichtsinteressierten wird er durch seine Bücher und andere Veröffentlichungen, aber auch durch Vorträge in Kommunen und Vereinen zu historischen Ereignissen der sächsischen Heimat sowie zahlreiche geschichtliche Exkursionen bekannt sein.

Besondere Bedeutung für die ehemaligen Kreise Oschatz und Wurzen erlangte Billig durch die von ihm seit 1968 geleiteten Ausgrabungen im Wermsdorfer Wald. Zusammen mit Geschichtslehrerstudenten und Mitarbeitern des Wissenschaftsbereiches Ältere Geschichte der Pädagogischen Hochschule (PH) Dresden sowie Schülern der Arbeitsgemeinschaft „Junge Archäologen“ der Wermsdorfer Schule erbrachte er durch über 30-jährige Forschungen Nachweise für die Jahrtausende alte Besiedlung im Wermsdorfer Wald.

Im Mittelpunkt standen dabei die Ausgrabungen der mittelalterlichen Dorfwüstung „Nennewitz“ mit Resten der dörflichen Siedlung mit Turmhügelburg, Kirche und Friedhof am Kirchenteich im heutigen Landkreis Nordsachsen, aber auch die Freilegung des jungbronzezeitlichen Bestattungsplatzes der Lausitzer Kultur mit hügelgrabartigen Steinmalen und Urnengräbern am Doktorteich im Landkreis Leipzig. Hier im Ausgrabungslager der PH Dresden ging von ihm im Sommer 1990 auch die Initiative zur Gründung der „Friedrich-Gustav-Klemm-Gesellschaft für Kulturgeschichte und Freilichtmuseen e.V.“ aus, um diese Forschungen nach der 1992 erfolgten Auflösung der Pädagogischen Hochschule fortzusetzen und die Ergebnisse der Ausgrabungen in einem Freilichtmuseum der Nachwelt zu erhalten.

Billigs Gedanke des „Kulturlandschaftsmuseums Wermsdorfer Wald“ hat unter seiner Leitung und mit Hilfe der Vereinsmitglieder und vieler Schülergruppen vor allem aus Sachsen, die in den Sommerferien in das Zeltlager des Vereins an den Kirchenteich nach Wermsdorf kommen, in den Jahren seit 1994 mehr und mehr Gestalt angenommen. Die Präsentation der ausgegrabenen und rekonstruierten Bodendenkmale, eingebettet in die heutige Landschaft des Wermsdorfer Waldes, soll den interessierten Besucher darauf verweisen, dass es sich hier um eine seit langer Zeit vom Menschen geprägte Kulturlandschaft handelt. Die von Billig liebevoll gestalteten Informationstafeln, die sich an allen wichtigen Stellen des Museums befinden, ermöglichen es den Besuchern, sich selbstständig einen Überblick über die historischen Zusammenhänge zu verschaffen.

Auch das mit Informationstafeln versehene „Waldklassenzimmer“ am Parkplatz Kirchenteich bietet einen guten Einstieg für geschichtlich interessierte Besucher. Dass dieses Waldklassenzimmer in den letzten Jahren immer mehr auch von Schulklassen umliegender Schulen für Projekttage im Geschichtsunterricht genutzt wird, ist eine besondere Freude für Gerhard Billig und gleichzeitig Anerkennung seiner jahrzehntelangen Weitergabe geschichtlicher Kenntnisse an Generationen von Schülern und Studenten. Nicht zuletzt hat sich das Kulturlandschaftsmuseum dank der Förderung durch den Kulturraum Leipziger Raum, den Landkreis Nordsachsen und die Kommunen Wermsdorf und Wurzen in den letzten Jahren zu einer wichtigen touristischen Attraktion für die Region entwickelt.

Unseren Dank für seine verdienstvolle Tätigkeit in der Region und für unseren Verein verbinden wir mit den besten Wünschen für Gesundheit, Schaffenskraft und weitere Erfolge in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit.


Von Wolfgang Niemann

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wermsdorf
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