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Oschatz Prozess um Tod eines Obdachlosen: Geständnis verlesen / Rechtsmediziner gibt Auskunft
Region Oschatz Prozess um Tod eines Obdachlosen: Geständnis verlesen / Rechtsmediziner gibt Auskunft
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16:22 27.03.2012
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Oschatz/Leipzig

Von Lisa Garn

"Ich möchte mich entschuldigen, dass ich dabei war", so hatte Tommy J. in der Vernehmung unter anderem vor Ermittlungsrichter und Staatsanwaltschaft ausgesagt. "Es stimmt aber nicht, dass ich auf den Kopf eingetreten habe." Vor der Tat sei diskutiert worden, "dass jemand verprügelt werden soll". Wer und warum, habe er nicht gewusst. Der heute 19-jährige spricht von Wortführern, nämlich Ronny S. - das hatten bereits vor ihm Angeklagte ausgesagt - und Sebastian B. "Warum ich mitgegangen bin, weiß ich nicht", so der Wermsdorfer laut Protokoll. "Sebastian B. hat André K. mit dem Fuß angetippt, Ronny S. hat ihn in den Rücken getreten. Beide haben dann auch auf den Kopf eingetreten", erklärte er. Er selbst habe "viermal in die Hüfte getreten". Er wisse nicht warum, es täte ihm leid. "In der Wohnung wurde dann besprochen, dass wir so tun, als ob wir uns nicht kennen."

Drei Angeklagte hat der Rechtsmediziner Carsten Hädrich im Juni 2011 untersucht, alle bestritten damals eine Tatbeteiligung. Sebastian B. habe sich als "alkoholkrank" bezeichnet, trinke seit zehn Jahren täglich einen Kasten Bier und Wein. Er verletze sich, um "psychisch Druck abzubauen", verlas Hädrich aus dem Protokoll. Sowohl Sebastian S. als auch Silvio H. hätten Alkoholentzugssymptome gezeigt. Ronny S., der zu Protokoll gab, bei der Tat nicht dabei gewesen zu sein, habe während der Untersuchung "auffallend teilnahmslos" gewirkt. Alle drei Beschuldigten sind tätowiert: Ronny S. trägt unter anderem das Wort S-K-I-N auf der Hand, Sebastian B. ließ sich neben "Satan" auch Ornamente und runenähnliche Zeichen tätowieren. Für Rechtsanwältin Undine Weyers, die die Tochter von André K. im Prozess als Nebenklägerin vertritt, lassen sich einige der Tätowierungen als weitere Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund für die Tat werten.

Zur Farce geriet schließlich die Befragung des Zeugen Danilo H. Er will vom Beschuldigten Silvio H. - ihm wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen - erfahren haben, was am 26. Mai 2011 geschehen sei. Doch nach langem Hin und Her konnte er wichtige Fragen beispielsweise zum Standort des Beschuldigten nicht beantworten; ebenso unklar war die Einschätzung hinsichtlich der drei älteren Beschuldigten und ihr Verhalten unter Alkoholeinfluss. Danilo H. berichtete zudem, aus Angst aus Oschatz weggezogen zu sein. So sei er Anfang 2011 in seiner Wohnung überfallen und bestohlen worden. Sein Verdacht, der sich auch gegen Ronny S. richtete, hatte sich im Ermittlungsverfahren nicht bestätigt.

Der Fall

Am Abend des 26. Mai 2011 wurde der Obdachlose André K. so schwer misshandelt, dass er wenig später an den Folgen starb. Sechs Angeklagte stehen deshalb vor Gericht: Fünf wird Totschlag vorgeworfen, einem unterlassene Hilfeleistung.

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