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Oschatz Rabenvögel bei Hitchcock "gelernt"
Region Oschatz Rabenvögel bei Hitchcock "gelernt"
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17:25 16.07.2013
Der Kolkrabe ist ein höchst intelligenter Vogel, macht aber Schäfern und seinen Tieren das Leben schwer. Quelle: privat

Der Schäfer meint, dass es vielen in dieser "Gilde" so geht.

Was Lothar Lippert beobachtet und mit Fotos dokumentiert hat, ist für ihn nichts Neues. "Vor allem seit der Wende hat das Problem mit den Kolkraben zugenommen. Angeblich soll das ein Singvogel sein. Das aber passt gar nicht zu seinem rabiaten Verhalten." Andere Tierzüchter würden den Wolf verdammen. Aber wie soll er sich vor Kolkraben schützen, die Lämmern und großen Tieren die Augen aushacken und Gedärme herausreißen?

Lippert liebt seine Tiere, und er leidet mit ihnen mit, wenn er sieht, wie die Schafe von den Kolkraben gequält werden, bis sie verenden. Allein in diesem Jahr hätten sie ihm zehn Schafe getötet.

Bei diesen Kolkraben handele es sich um Vögel, die nicht verpaart sind, erklärte er im Gespräch mit der OAZ. Menschen würde man als kriminelle Rotzlöffel bezeichnen. "Sie, die Rabenvögel, nehmen sich nur wehrlose Tiere vor", weiß der 57-Jährige. Solche, die sich vielleicht in eine Kuhle legen und schlecht wieder hoch kommen. Vor allem aber hätten frisch geborene Lämmer keine Chance. "Rund 50 Kolkraben haben sich jüngst über das Tier her- gemacht. Sie zerlegen es regelrecht und haben sich dafür eine richtige Technik angeeignet", so Lippert, der nicht versteht, dass diese Vögel unter Schutz stehen.

"Die Kolkraben sind sehr intelligente Vögel. Wenn ich zum Beispiel einen Schuss abgebe, suchen sie meinen Jeep und das erlegte Tier. Das geht ganz schnell", weiß Jäger Sönke Thamsen von der gleichnamigen Jagdschule in Wermsdorf. Kolkraben könnten großen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Das einzige, was möglicherweise helfen könnte, wäre ein so genannter Vergrämungsabschuss. Aber das müsse erst genehmigt werden, weil der Vogel unter Schutz steht.

"Ich breche mein erlegtes Wild grundsätzlich in einem Gebäude auf, damit nichts im Wald bleibt, das diese Vögel auch noch anlockt." Ein selten scheuer Waldvogel, wie der Kolkrabe auch bezeichnet werde, sei der schon lange nicht mehr. Aber was der Räuber anrichte, scheine niemanden zu interessieren.

Im Umweltministerium bestätigt Kathrin Gottschall, das Kolkraben außergewöhnlich intelligent sind. Sie bezieht sich auf eine wissenschaftliche Studie zum Erkundungsverhalten dieser Rabenvögel. "Es bringt nichts, wenn man sie zum Abschuss freigibt. Also sollten sich die Schäfer darauf einstellen", so die Behördensprecherin und gibt ein paar Tipps: Zum Beispiel die Mutterschafe im Stall ablammen lassen. "Wenn Schafe unter einem Dach stehen, gefällt das den Kolkraben nicht, weil sie sich schlechter orientieren können."

Die Fachfrau möchte damit sagen, dass der Kolkrabe nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Der Mensch müsse sich auf die Situation einstellen. Da den Vögeln am besten eiweißhaltige Nahrung zusagt, dürfen nach dem Ablammen keine Reste wie die Nachgeburt auf den Wiesen und Äckern verbleiben. Wichtig sei eine hohe Weidehygiene. www.natur-lexikon.com

Gabi Liebegall

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