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Oschatz Rad fahren in Oschatz: Spektrum reicht von "beeindruckend" bis "beängstigend"
Region Oschatz Rad fahren in Oschatz: Spektrum reicht von "beeindruckend" bis "beängstigend"
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22:00 03.05.2015
Kurzer Halt für die Radwege-Expertengruppe auf dem Oschatzer Neumarkt. Im Stadtgebiet stellte sie einige Schwachstellen für Pedalritter fest. Quelle: Dirk Hunger

Am Startpunkt Bahnhof ernten die Fahrradunterstell-Möglichkeiten Lob von Chritoph Waack. "Das ist beeindruckend, davon träumt man in Leipzig noch." Den Weg von der Bahnhofstraße in Richtung Zentrum ist für den Fachmann wenig ansprechend: Bis zum Abzweig in die Friedensstraße gibt es einen Radweg. Diese, parallel zu den Bahngleisen verlaufende Strecke ist jedoch sehr versteckt und weiter als fünf Meter von der Fahrbahn entfernt - und damit laut Straßenverkehrsordnung nicht als die Fahrbahn begleitend anzusehen.

Kritik erntet auch der für Radfahrer freigegebene Fußweg, der die Friedensstraße hinauf führt. "Hier darf maximal Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Zulässig ist eine Neigung von drei Prozent. Das wird deutlich überschritten. Da schiebt man sein Fahrrad lieber." Außerdem sei der Weg, stellenweise beengt durch Parkbuchten, zu schmal für Radfahrer und Fußgänger, so Waack.

Der Weg Richtung Zentrum entlang der Bahnhofstraße ist für Stefan Felix Winkler ein Abschnitt mit Nachholebedarf. "Hier kann nur im Zuge eines Ausbaus etwas geschehen." Auf der Lutherstraße hingegen sei genügend Platz, um beidseitig auf der Fahrbahn sogenannte Schutzstreifen-Markierungen für Radfahrer anzubringen. "Die kosten weniger als Schilder und werden auch stärker wahrgenommen", nennt Waack zwei Vorteile. Ausschlaggebend für solche und andere Markierungen wie etwa separate Abbiegespuren an Kreuzungen sei jedoch das Verkehrsaufkommen, um den Bedarf zu rechtfertigen.

Mit einer bestimmten Sorte Beschilderung hat der ADFC-Vorsitzende generell Probleme. "In der Friedensstraße, der neu gestalteten Wermsdorfer Straße und anderswo in Oschatz sind Fußwege für Radfahrer freigegeben. Das Zusatzschild ist jedoch nicht bindend. Jeder Radler kann also auch auf der Straße fahren. Nutzt er den Weg, muss er jedoch Schrittgeschwindigkeit fahren. Das wissen die wenigsten", so Waack.

Gut gelöst sei die Situation für Radfahrer in der Sporerstraße. Im Zentrum sei die Situation ausbaufähig. Einbahnstraßen wie die Ritterstraße können, wenn sie mindestens 3,50 Meter breit sind, für Radler freigegeben werden. Stefan Felix Winkler regt zudem an, die Verlegung von Parkplätzen im Zentrum zu prüfen, um es noch radfreundlicher zu gestalten. "Damit erntet man aber in der Regel Gegenwind von Autofahrern." Als "beängstigend" stuft Christoph Waack den Weg für Radfahrer am Dresdener Berg ein. Aus dem Zentrum in Richtung Nossener Straße müssen Radfahrer die Straße nutzen - auch wenn sie es nicht tun. "Das ist gefährlich, aber noch vergleichsweise harmlos, ohne den Berufsverkehr in der Woche."

Am Neumarkt traf sich die Gruppe mit Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos), der Hinweise aufnahm und Bereitschaft erklärte, weitere Maßnahmen gemeinsam mit der Verkehrswacht zu prüfen.

Christian Kunze

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