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Oschatz Radrennen um Großen Preis von Mügeln
Region Oschatz Radrennen um Großen Preis von Mügeln
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14:05 04.07.2018
Beim ersten Ehemaligen Treffen der Radrennfahrer von Aktivist Kemmlitz begrüßt Heinz Oelschlägel den EX-Mügelner Bodo Straubel. Der wurde 1983 für den SC DhfK auf dem Sachsenring DDR-Meister. Straubels Radsportwiege stand bei den Kemmlitzer Radsportlern, ehe er zum Leipziger Sportclub delegiert wurde. Quelle: Foto: Bärbel Schumann (Archiv)
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Mügeln

Wenn am 29. Juli der „Große Preis von Mügeln“ in der Döllnitzstadt ausgetragen wird, dann ist das nicht das erste Radrennen, das namhafte Radsportler in die Stadt kommen lässt. Schon in den 1950er Jahren rollten die Rennräder von Täve Schur, Bernhard Eckstein und anderen Größen bei einer offenen Bezirksmeisterschaft durch die Stadt. Veranstalter war damals die Sektion Radsport der Betriebssportgemeinschaft Aktivist des Kemmlitzer Kaolinwerkes. Der Lichteneichener Heinz Oelschlägel, damals Leiter der Sektion, war der Rennleiter.

Tourerlebnis als Impuls

Oelschlägel ist heute 90 Jahre alt und kommt kaum noch aus dem Haus. Er ist der Initiator dafür, dass in Kemmlitz die Radsportsektion nach dem Krieg entstand. „Ich war in Frankreich in Kriegsgefangenschaft und habe da mehrfach die Tour de France hautnah miterlebt“, erzählt er. Das habe ihn begeistert und das Interesse am Radsport geweckt. Als Gefangener verdiente er etwas Geld, das habe er gespart und dann bei seiner Entlassung zwei Tourenräder gekauft und mitgebracht. Damit habe er sogar selbst einige Rennen bestritten und in Kemmlitz noch andere Interessierte um sich geschart. Quasi hat damit die Tour de France schuld, dass der Radsport nach Kemmlitz kam.

Kemmlitzer Erfolge

Oelschlägel wurde selbst später Übungsleiter, Leiter der Sektion. Schon in den 1950er und den 1960er Jahren wurden so einige Talente für den Radsport in der Sektion durch ihn entdeckt. Der Mügelner Jürgen Exner, der 1966 bei den Weltmeisterschaften im Straßenradsport Sechster wurde, gehörte dazu wie auch Eberhard Reißig, der für die DDR-Nationalmannschaft internationale Rundfahrten erfolgreich bestritt. Später folgten Klaus und Dietmar Käbisch, die beide für den SC DhfK starteten und auch bei Weltmeisterschaften an den Start gingen.

Oelschlägels Radsporterbe fiel auf fruchtbaren Boden, als Eberhard Reißig die Geschicke von ihm übernahm. Fünf Sportler konnten unter seiner Leitung nach Leipzig delegiert werden. Zu ihnen gehörte der Mügelner Bodo Straubel, der 1983 DDR-Meister im Straßenradsport wurde und in den Jahren zuvor mit der Mannschaft der DHfK Mannschaftsmeister geworden war. Internationale Erfolge im Trikot der DDR-Nationalmannschaft wie bei der Baltic-Rundfahrt oder dem längsten Straßenrennen Prag – Karlsbad – Prag stellten sich ein.

Gute Radfahrmöglichkeiten

Sie alle und weitere ehemalige Radsportler von Aktivist trafen sich anlässlich 50 Jahre Radsport in Kemmlitz 2005. Nicht nur in Erinnerungen wurde dabei geschwelgt, sondern auch ein kleines Rennen unternommen. Zwar ging es dabei nicht um Punkte für die Wertung, dennoch stellte jeder seine Fahrer-Qualitäten unter Beweis.

Einige von ihnen werden auch am 29. Juli in Mügeln vorbei schauen oder gar mitfahren, wenn es über einstige Straßen geht, über die man früher auch fuhr oder gar schon bei der Bezirksmeisterschaft startete. „Die hüglige Region ist ideal zum Radfahren. Sie verlangt viel ab, so konnte man gut trainieren und war für Wettkämpfe bestens gerüstet“, sagt Bodo Straubel, der heute in der Mecklenburgischen Seenplatte daheim ist, rückblickend.

Von Bärbel Schumann

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