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Oschatz Radwegekonzept kein Dogma
Region Oschatz Radwegekonzept kein Dogma
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16:46 12.04.2013

Bevor Planer Tim Tröger vom Leipziger Büro "StadtLabor" das Konzept vorstellte, zeigte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) schon mal die Schranken auf: "Das Radwegekonzept ist kein Dogma. Es enthält interessante Ideen. Wir haben aber nicht vor, das Eins zu Eins umzusetzen. Es obliegt uns, wo wir in den nächsten Jahren Schwerpunkte setzen." Das Grundproblem sei, so Kretschmar, dass auch nach dem erfolgten Beschluss des Kreistages kein Geld zur Umsetzung zur Verfügung stehen werde.

Dass eine schnelle und komplette Umsetzung des Konzeptes nicht realistisch ist, weiß auch Planer Tröger. "Das Konzept ist zum großen Teil ein politisches Papier. Schnellschüsse sind nicht sinnvoll", meinte er. Nach Angaben des Planers müssten in der Region Oschatz 3,6 Kilometer Radwege völlig neu gebaut, 9,5 Kilometer vorhandene Wege ausgebaut und elf Kilometer Radwege neben vorhandenen Straßen geschaffen werden. Tröger: "Am meisten drückt der Schuh bei den überregionalen Verbindungen." Hauptziele aus Richtung Oschatz seien dabei Riesa, Grimma, Dahlen und Mügeln.

Unter anderem schlägt "StadtLabor" für die Region Oschatz vor, die Straßen zwischen Altoschatz und Naundorf sowie Thalheim und Limbach für den motorisierten Verkehr zu sperren und ausschließlich den Radfahrern zu widmen (wir berichteten). Als Vertreter der Verkehrswacht Oschatz ist Lothar Handke besonders die vorgeschlagene Sperrung der Straße zwischen Altoschatz und Naundorf ein Dorn im Auge. Das hätte zur Folge, dass die etwa 800 Autos pro Tag auf die schmale Straße zwischen Oschatz und Mügeln ausweichen müssten und es in Folge zu Staus auf der Bundesstraße 6 in Oschatz kommen könne, so Handke. Und derzeit werde die Strecke nach einer Zählung der Verkehrswacht nur von fünf Radfahrern pro Tag genutzt.

Oberbürgermeister (OBM) Kretschmar steht dieser Idee nicht grundsätzlich abgeneigt gegenüber, da die Verbindung Altoschatz-Naundorf recht unfallträchtig sei. Der Zeitpunkt zur Umsetzung sei aber noch nicht gekommen. Erst einmal müsse die Staatsstraße zwischen Mügeln und Oschatz ausgebaut werden, meinte er.

Ein weiterer Diskussionspunkt war der Vorschlag von "StadtLabor", die stillgelegte Bahntrasse zwischen Oschatz und Strehla fürs Radfahren zu nutzen. Dieses Vorhaben wird laut Oberbürgermeister Kretschmar dadurch erschwert, dass die Trasse der Militärbahn etwa 100 Grundstückseigentümern gehört. "Neben der Trasse gibt es aber auf der alten Flur der Kleinbahn einen Feldweg, der relativ einfach für den Radverkehr ausgebaut werden könnte", nannte er eine Alternative.

Frank Hörügel

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