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Oschatz Räuber zu 18 Jahren Haft verurteilt
Region Oschatz Räuber zu 18 Jahren Haft verurteilt
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17:29 01.03.2018
Wandert für 18 Jahre ins Gefängnis: Bankräuber Sebastian K. wird gestern in Handschellen vorgeführt. Quelle: André Kempner

Von Martin Pelzl

Er hatte kein Geständnis abgelegt, doch das Leipziger Landgericht hielt ihn aufgrund von DNA-Spuren und einer Kette von Indizien für überführt: Gestern verurteilte die 6. Strafkammer den gelernten Bankkaufmann Sebastian K., der aus Eisleben in Sachsen-Anhalt stammt, wegen Überfällen auf acht Sparkassen-Filialen zu insgesamt 18 Jahren Haft. Der 34-Jährige zeigte bei der Urteilsverkündung keinerlei Reaktionen.

"Sie streben nach Vollkommenheit und möchten alles im Griff haben", wandte sich der Vorsitzende Richter Jens Kaden direkt an den Angeklagten. "Doch Sie haben nicht bedacht, was in einer Kleinstadt abgeht." Damit spielte Kaden darauf an, dass sich Bewohner von Mügeln ganz und gar nicht gleichgültig zeigten, als auch "ihre" Filiale betroffen war. Zeugen hatten dort nach dem bewaffneten Überfall am 17. März 2011 den zunächst zu Fuß flüchtenden Räuber verfolgt. Er machte sich mit einem 3er BMW und 2000 Euro Beute aus dem Staub (wir berichteten). Anhand von Kennzeichen-Fragmenten, die sie sich gemerkt hatten, stieß die Kripo schließlich auf Sebastian K. aus Eisleben - er fuhr einen 3er BMW. Damit sollte der Mügelner Fall eine Schlüsselstellung bei den Ermittlungen zu einer ungelösten Raubserie zwischen 2007 und 2011 in mehreren Bundesländern einnehmen. Es folgten die Durchsuchung der Wohnung des Ex-Bankers sowie seine erkennungsdienstliche Behandlung, wozu auch die Abnahme von Fingerabdrücken sowie ein DNA-Abstrich gehörten.

Das wurde Sebastian K. zum Verhängnis: Denn die Fingerabdrücke, die auf einem Erpresserschreiben eines Banküberfalls vom 20. Juni 2007 in Magdeburg sichergestellt wurden, stammten von ihm. Richter Kaden sprach gestern von einer "eindeutigen Zuordnung". Aufgrund einer ähnlichen Begehungsweise legte ihm die Leipziger Staatsanwaltschaft, die die Federführung bei den Ermittlungen übernommen hatte, schließlich zum Prozessauftakt im März dieses Jahres zwölf Überfälle zur Last.

Das Leipziger Landgericht hielt gestern acht Beutezüge für nachweisbar: Außer in Mügeln und Magdeburg noch Sparkassen-Filialen in der Stadt Brandenburg, in den Orten Röblingen am See und Gatersleben in Sachsen-Anhalt sowie in den Orten Herbsleben, Heringen sowie Bad Tennstedt in Thüringen. Die Beute betrug insgesamt 215 000 Euro.

Der Staatsanwalt stellte drei Strafanträge, weil zwischen den einzelnen Taten wegen früherer Verurteilungen Zäsuren eingetreten waren: So forderte er für den Angeklagten zunächst fünf Jahre Haft, danach zehn Jahre sowie noch einmal fünf Jahre und zehn Monate Haft.

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