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Randalierer verprügeln Mügelner Schornsteinfegermeister

Kriminalität Randalierer verprügeln Mügelner Schornsteinfegermeister

Eine Gruppe Jugendlicher bestieg am Himmelfahrtstag das Dach des Backhauses am Anger, zerstörte Ziegel, zündete Böller und Fackeln und entrollte Transparente. Als der Mügelner Schornsteinfegermeister Hans-Jürgen Höhne nach dem rechten sah und sie zur Rede stellte, griffen die Jugendlichen ihn an und verletzten ihn. Ein zur Hilfe eilender Bürger wurde ebenfalls verletzt.

Das Dach des Backhauses am Anger wurde am Himmelfahrtstag von einer Gruppe Jugendlicher zerstört.

Quelle: Sven Bartsch

Mügeln. Die Empörung ist groß bei Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke, bei Mitgliedern des Stadtmarketingvereins und Einwohnern über das, was sich am Vormittag des Himmelfahrtstages auf dem Anger der Stadt abgespielt hat: Eine Gruppe von 18- bis 24-Jährigen bestieg das Dach des Backhauses, zerstörte Ziegel, zerschlug Flaschen, zündete Böller und Fackeln, entrollte Transparente. Qualm stieg auf. Das animierte Schornsteinfegermeister Hans-Jürgen Höhne dazu, zu schauen, ob womöglich das Backhaus auf dem Anger brennt. Das Häuschen war erst vor Kurzem nach dem Brand am Vorabend des Winterbackens instand gesetzt worden.

Sechs Jugendlichen greifen Schornsteinfegermeister an

Als Höhne ankam und die Randalierer zur Rede stellte, wurde er von sechs Jugendlichen angegriffen. Ein durch Zufall den Anger überquerender Einwohner sah das Geschehen und griff ein. Er verhinderte durch sein beherztes Handeln Schlimmeres. Dennoch erlitten beide Verletzungen. Höhne musste sich in ärztliche Behandlung beim Mügelner Mediziner Holger Reichert begeben – ist arbeitsunfähig. „Ich habe ein verletztes Knie, blaue Flecken und Schürfwunden erlitten“, sagte er am Freitag. Der Mügelner hat Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt und will seinen Rechtsanwalt einschalten. Die Brille des Helfers ging zu Bruch und er hat seitdem ein blaues Auge. Nach der Auseinandersetzung sollen die Randalierer geflüchtet sein. Die durch die Geschädigten alarmierte Polizei griff später die Randalierer auf dem Plattenweg nach Berntitz auf. „Das ganze Geschehen ist sehr traurig. Am Schlimmsten finde ich, dass die meisten der zu dieser Gruppe gehörenden jungen Leute Einwohner der Stadt und der Ortsteile sind. Viele Einwohner in unserer Stadt opfern Freizeit zum Wohle der Stadt. Wer dieses Engagement nicht würdigt oder gar wie auf dem Anger zunichte macht, der sollte selbst in aller Öffentlichkeit für das Gemeinwohl hart arbeiten“, sagt Höhne, der auch im Stadtrat sitzt.

Stadt Mügeln stellt Strafanzeige

„Es ist traurig, dass bei vielen Leuten keine Hemmschwelle gegenüber öffentlichen Einrichtungen und Anlagen in ihrem Verhalten mehr existiert“, erklärt Bürgermeister Johannes Ecke am Tag nach dem Vorfall. „Als Stadt werden wir natürlich Strafanzeige stellen.“ Das sei Mügeln allen, die sich in der Stadt für ein abwechslungsreiches kulturelles und sportliches Leben ehrenamtlich engagieren, schuldig.

Johannes Ecke ist froh, dass dem Stadtrat und dem Helfer nicht mehr geschehen ist, denn auf der einen Seite sei öffentlich gezeigte Courage zu loben, auf der anderen Seite müsse aber auch an den Selbstschutz gedacht werden.

Bernd Brink, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, ist empört über den Vorfall. „Als Verein haben wir das Backhaus mit vielen Aktionen geschaffen. Es ist traurig, wie dieses Engagement unseres Vereins mit Füßen getreten wird“, so Brink. Sein Stellvertreter Dieter Winkler hofft, dass die Randalierer zur Verantwortung gezogen werden, am besten wäre, wenn sie die angerichteten Schäden beim Verein abarbeiten müssten.

Übrigens, viele Einwohner, die zu diesem Thema gestern in Mügeln befragt wurden und die sich nicht öffentlich dazu äußern möchten, hoffen, dass der Vorfall nicht als Bagatelle – weil eventuell unter Alkoholeinfluss geschehen – abgetan wird. Aber das wird in den Händen der Rechtsprechung liegen.

Von Bärbel Schumann

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Mügeln
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