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Oschatz Raritäten aus dem Foto-Album
Region Oschatz Raritäten aus dem Foto-Album
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17:03 03.09.2014
Herrmann Schöne, Joachim Pohl und Gert Jubisch stöbern in dem Album mit der Sammlung Kriegel. Quelle: Günther Hunger

Selbst das Stadtbild von vor einhundert Jahren lässt sich nicht mehr in Detail rekonstruieren. Doch zum Glück gibt es einige wenige Fotografien aus der Zeit vor 1900, die heute noch einen Eindruck vom Oschatzer Stadtbild geben.

Ein Glücksfall war es auch, als der Oschatzer Philokartist Günther Hunger unlängst das Postkarten- und Fotoalbum von Werner Kriegel in den Händen hielt. Werner Kriegel, den meisten Oschatzern als blinder Masseur bekannt, war im vergangenen Jahr verstorben und hatte seinem Sohn Peter das Album vermacht. Am vergangenen Dienstag stellte es Günther Hunger innerhalb einer Sitzung des Oschatzer Philokartisten-Stammtisches es Interessierten vor.

"Wir haben es hier mit einem sehr interessanten zeitgenössischen Dokument zu tun, das man nicht alle Tage zu sehen bekommt", betont Günther Hunger. Ein großer Teil der Aufnahmen scheint noch aus der Zeit vor 1900 stammen. "Ich habe mir die Fotos intensiv angeschaut und auch reproduziert. Leider ist keine der Aufnahmen mit einem Datum versehen, so dass es relativ schwierig ist, ein genaues Entstehungsdatum zu bekommen. Im Album sind unterschiedliche Oschatzer Stadtaufnahmen zu sehen, aber auch Fotografien aus dem Umland und einige Postkarten gehören zum Bestand. "Ich finde es interessant, dass es nicht nur Architekturstudien sind, sondern auch Fotos mit Menschen in ihrer zeitgenössischen Kleidung, die wir hier sehen", sagt Günther Hunger und kommentiert: "Für den Puppenwagen, den das Mädchen auf diesem Bild schiebt, könnte man heute ein kleines Vermögen bekommen."

Ein kleines Manko gibt es bei den Aufnahmen: Die Abzüge sind relativ kleinformatig, wie es um die Jahrhundertwende üblich war. "Beim reproduzieren und vergrößern kommt man da schnell an seine Grenzen", sagt Günther Hunger.

Der Oschatzer Stadtarchivar Marcus Büttler, einer der fast 30 Gäste des abends, ist beeindruckt: "Das Stadtarchiv hat zahlreiche historische Fotografien von Oschatz, aber dieses Album beinhaltet Ansichten, die ich bisher nicht kannte." So ist zum Beispiel der untere Bereich der Badergasse vor seiner gründerzeitlichen Überbauung zu sehen.

Wer die historischen Fotos einst anfertigte, ist bis heute nicht geklärt. Im Gespräch mit Peter Kriegel konnte Günther Hunger herausfinden, dass es eine verwandtschaftliche Beziehung der Familie Kriegel zum damals angesehenen Oschatzer Atelier Herrmann Koczyk gab. Oschatzer Bilder von Herrmann Koczyk werden heute übrigens per Internet weltweit gehandelt.

© Kommentar

Hagen Rösner

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