Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Ratten in Sicht: Abwasserverband will wieder Köder gegen Nager auslegen
Region Oschatz Ratten in Sicht: Abwasserverband will wieder Köder gegen Nager auslegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 14.09.2015
Anzeige
Oschatz

Von Hagen Rösner

Da verwundert es nicht, dass bei der vergangenen Sitzung des Abwasserverbandes "Untere Döllnitz" Verbandsrat Frank Schneider, der beruflich in der Heizungs- und Sanitärbranche aktiv ist, auf verstärkte Rattensichtungen im Oschatzer Stadtgebiet hinwies.

"Wir haben erst kürzlich wieder eine Anzeige über Rattenbefall erhalten. Wir werden dem Fall nachgehen und die geeigneten Maßnahmen ergreifen", sagt der Verbandsgeschäftsführer Frank Streubel. Und Andreas Kretschmar, der Verbandsvorsitzende, weist daraufhin. "Wenn es in der Bevölkerung Informationen zu Ratten in der Kanalisation gibt, bitte unbedingt der Verbandsverwaltung melden, damit wir die Schwerpunktgebiete feststellen und handeln können."

Besonders bei starkem Regen haben es die Mitarbeiter des Abwasserentsorgers mit den Ratten zu tun. "Die Nager merken sehr schnell, dass durch das viele Wasser Gefahr im Verzug ist und verlassen die Kanäle wie ein sinkendes Schiff", weiß Frank Streubel. Vor allem in den Sommermonaten, wenn es oft zu sintflutartigen Regenfällen kommt, machen sich die Kanalratten aus dem Staub.

Auch bei größeren Bauarbeiten an der Kanalisation oder im Umfeld der Abwasserleitungen kann es zu verstärkten Rattenaktivitäten kommen. "Die Tiere fühlen sich in ihrem alten Lebensumfeld gestört. Sie sind in der Lage, sich schnell neu zu orientieren, neue Quartiere zu suchen. In dieser Phase werden sie dann auch oft beobachtet, oft auch dort, wo es vorher keine Anzeichen von Befall gab", schildert Streubel die Erfahrungen seiner Mitarbeiter.

Zwei Schwerpunktstraßen in Oschatz sind die Wettinstraße und die Heinrich-Mann-Straße. "Aus diesen beiden Straßen hatten wir im Sommer zwei Meldungen. Wobei eine Ratte in einer Toilette in der ersten Etage gesichtet wurde. Die Bewohner waren zu recht sehr erschrocken", berichtet der Verbandsgeschäftsführer. Er verspricht, dass jedem Hinweis nachgegangen wird und erforderlichenfalls auch eine Rattenbekämpfung erfolgt.

Allerdings ist eine Rattenbekämpfung nur in bestimmten Jahreszeiten auch wirklich sinnvoll. "Wenn die Tiere der Jahreszeit entsprechend draußen viel Nahrung finden, dann brauchen wir keine Köder auslegen, weil die nicht angenommen werden", so Streubel. Das ändere sich im Herbst, wenn das natürliche Nahrungsangebot knapper wird.

Allerdings ist die Bekämpfung der Tiere mit Gift nicht einfach. "Wir setzen bei unseren Ködern einen jährlich anderen Giftcocktail ein. Die Ratten sind schlau. Sie schicken einen Vorkoster vor. Wenn der noch an dem Köder stirbt, dann geht da kein anderes Tier mehr ran. Um die Nager zu bekämpfen braucht es Erfahrung und Zeit", so Streubel. Er appelliert vor allem an die Einwohner, keine Essensreste über die Toilette zu entsorgen. "Wer den Rest seines Sonntagsbratens ins Klo kippt, der legt automatische ein Spur, die die Tiere auch noch aus größeren Entfernungen wahrnehmen können und die sie anlockt", verdeutlicht der Verbandsgeschäftsführer. "Wenn wir in diesen Tagen Hinweise bekommen, dann ist das für uns sehr gut, weil wir jetzt in der richtigen Jahreszeit sind, um Köder auszulegen und die Tiere bekämpfen können", so Streubel. © Kommentar

Aus der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 12.09.2015

Rösner, Hagen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

It's Showtime! Nicht nur für die Moderatoren der langen Oschatzer Modenacht Josefin Donat (21) und Stefan Bräuer (47). Heute, 16 Uhr, startet die Show der Extraklasse.

14.09.2015

Mehr Jungs an die Bücher - das ist das erklärte Ziel des Projektes "Ich bin ein Leseheld". Entwickelt wurde das Förderprogramm vom Borromäusverein, Unterstützung dafür gibt es auch vom Bundesbildungsministerium im Rahmen der Aktion "Kultur macht stark".

14.09.2015

Zum ersten Mal ist beim Sportfest der Grundschulen in Wermsdorf die 1000-Punkte-Marke geknackt worden. Die Mädchen und Jungen aus Calbitz waren bei Weitwurf, Dreier-Sprung und Wettrennen so gut, dass sie an allen anderen vorbeizogen und den Wanderpokal erkämpften.

14.09.2015
Anzeige