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Oschatz Raubmöwen mit mehr Power gegen Oschatz
Region Oschatz Raubmöwen mit mehr Power gegen Oschatz
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17:16 10.11.2013

Am Ende sollten die Spielerinnen des SHV Oschatz trotzdem nicht beim TSV 1860 Travemünde, den Raubmöwen, belohnt werden. Es gab eine 32:25-Niederlage (14:13).

Der Spaziergang schien zunächst auch seine Wirkung nicht verfehlt zu haben, denn in Halbzeit eins konnte der SHV einige Akzente setzen. Den Führungstreffer zum 0:1 erzielten die Gäste durch Josephine (Josi) Hessel. Die 16-Jährige musste im Spielverlauf eine Menge einstecken, was sie aber nicht davon abhielt, immer wieder den Kampf 1:1 zu suchen. Travemünde glich danach aus und ging selbst in Führung. Aber auch auf das 4:2 in der elften Minute hatte das SHV-Team die passenden Antworten parat. Zunächst stellte Carmen Schneider mit sicherem Auge den Anschluss her. Danach bediente Josi Hessel ihre Mannschaftskameradin Doreen Wiersma mit einem Musterpass zum Konter, den Wiersma auch zum 4:4-Ausgleich (12. Minute) vollstreckte. In den nächsten Minuten lief es beim SHV wie am Schnürchen. Ball gehalten oder in der Abwehr erkämpft, technische Fehler der Raubmöwen ausgenutzt und die Gäste führten mit 5:8 (19.).

Leider schenkten aber die Oschatzerinnen den knappen Vorsprung durch eigene Fehler zu schnell wieder her. In der folgenden Phase gelangen dem TSV sieben Treffer, während der SHV nur einmal die gegnerische Torfrau überwand. In der 25.Minute hatten die Gastgeber das Spiel zu ihren Gunsten gedreht und führten jetzt mit 12:9. Aber kämpfen können die Mädels von Jana Delor. Und das taten sie auch und rückten bis zur Pause den Raubmöwen noch einmal mächtig auf das Gefieder.

Beim Start in die zweite Halbzeit wollte die SHV-Sieben offenbar lieber im warmen Nest der Kabine bleiben, als in die kalte Halle zurückzukehren. Folglich verpennten die Gäste den Beginn des zweiten Spielabschnitts total, was zahlreiche Ballverluste zur Folge hatte und Travemünde zum Kontern einlud. Zwar blieben die Gastgeber auch nicht fehlerfrei, aber den Sächsinnen gelang es nicht, diese Fehler in eigene Treffer umzumünzen. So fiel in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs schon eine kleine Vorentscheidung, als der TSV mit 20:15 (39.) in Front ging.

Jetzt wurde eines ganz deutlich - dem SHV Oschatz fehlt es an Substanz. Die Frauen aus Travemünde waren ganz einfach athletisch eine Klasse besser. Das gab auch SHV-Trainerin Jana Delor nach der Partie klar zu bedenken: "Es ist eine große Herausforderung, 3. Liga zu spielen. Die kann man nur meistern, wenn man sich an die notwendigen Trainingseinheiten hält. Daran herrscht bei uns seit geraumer Zeit großer Mangel, wenn auch die Gründe sehr unterschiedlich sind. Dort müssen wir die Spielerinnen in die Pflicht nehmen." Die Gäste mühten sich im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte, konnten aber den Anschluss nicht mehr herstellen. Hauptmanko war die schwache Deckungsarbeit, bei der die Laufbereitschaft vermisst wurde. Viel zu oft kamen die Rückraumschützen des TSV-Teams völlig unbedrängt zum Wurf.

Torfrau Lisa Zimmermann, die ausdrücklich kein Vorwurf an der Niederlage trifft, sagte dazu nach der Begegnung: "Es war deprimierend von hinten zu sehen, dass sich kaum einer bewegt, niemand mal einen Schritt heraustrat, um die Werferin anzunehmen." Und so nahm die Niederlage ihren Lauf, wobei in der Schlussphase auch ein bisschen Resignation bei den Gästen mitschwang. Raubmöwen-Trainer Thomas Kruse äußerte sich folgendermaßen: "Es war von unserer Seite ein zerfahrenes Spiel. Ich hatte gehofft, wir können es als Team meistern. Aber wir mussten erneut auf die Leistung unserer Individualisten bauen, um erfolgreich zu sein." Das es so einfach auch nicht war, zeigte die Tatsache, dass die Gastgeber ihre Deckung im Spielverlauf auf 6:0 umstellten, um dem SHV-Angriff weniger Entfaltungsspielraum zu überlassen.

Oschatz: Zimmermann; Witecy, Wiersma (5), Dybowski (1), Hessel (6), Wirsik, Kube, Staffe, Schneider (5), Vujica (8/2).

Kerstin Staffe

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