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Oschatz Region Oschatz: Diskussion über Tempo 80 auf Landstraßen kommt in Fahrt
Region Oschatz Region Oschatz: Diskussion über Tempo 80 auf Landstraßen kommt in Fahrt
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17:10 29.01.2015

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von frank hörügel

Experten plädieren für Tempo 80 auf Straßen mit weniger als sechs Meter Fahrbahnbreite. Damit soll die Zahl von aktuell 2000 Verkehrstoten pro Jahr auf deutschen Landstraßen gesenkt werden. "Um die Unfallzahlen auf Landstraßen zu senken, muss man mehr Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen", sagt der Präsident des Verkehrsgerichtstages Kay Nehm. Zur Erinnerung: Bis zur deutschen Wiedervereinigung musste auf DDR-Landstraßen generell bei 80 der Fuß vom Gaspedal genommen werden. In der Region Oschatz ist der Vorstoß aus Goslar umstritten.

"Meiner Meinung nach ist das grundsätzlich ein guter Vorschlag", sagt Frank Boden. Als Vorsitzender der Verkehrswacht Oschatz und als Fahrlehrer kennt er jeden Meter auf den Straßen rund um den Collm. Bei Schulungen von Verkehrsteilnehmern, die der Oschatzer regelmäßig durchführt, ist ihm ein Kuriosum aufgefallen: "Viele Autofahrer denken, dass auf schmalen Straßen mit einer fehlenden Mittellinie nur 80 gefahren werden darf. Das ist aber laut Straßenverkehrsordnung nicht so." Grundsätzlich gelte aber bereits jetzt schon, dass das aktuelle Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde nur unter optimalen Bedingungen ausgereizt werden dürfe. Boden: "Es gilt die Sichtfahrregel, die Fahrbahn muss breit und die Situation übersichtlich sein."

Drei Kandidaten rund um Oschatz

Beim Gedanken an Landstraßen in der Region Oschatz, auf denen das Tempo gedrosselt werden sollte, fallen Frank Boden auf Anhieb drei Kandidaten ein: die Straßenabschnitte zwischen Oschatz und Naundorf, zwischen Lampersdorf und Collm oder die Verbindung von Striesa - am Hutberg vorbei - in Richtung Wermsdorfer Straße.

Falls es das Tempolimit 80 in die Straßenverkehrsordnung schafft, dann wünscht sich der Verkehrsexperte eine exakt formulierte Regelung. "Dann muss genau definiert sein, wo 80 und wo 100 Kilometer pro Stunde gefahren werden darf", so Boden.

Jan Müller hat eine gespaltene Meinung zum Tempolimit 80. "Ich halte eine generelle Regelung nicht für notwendig, auf speziellen Strecken wäre es aber schon sinnvoll", sagt der Leiter des Oschatzer Polizeireviers. Nach seinen Angaben prüft die Verkehrs-Unfallkommission des Landkreises Nordsachsen, in der auch Polizisten vertreten sind, regelmäßig gefährliche Straßen. Daraus würden die Mitglieder der Kommission dann Empfehlungen ableiten, wie die Verkehrssicherheit verbessert werden könnte. "Oschatz ist aber nicht der Knackpunkt, wo es auf schmalen Straßen oft kracht", schätzt Müller ein.

Straße Oschatz-Naundorf zu schmal

Als jahrelanger Berufskraftfahrer bringt auch Steffen Toleikis ein Für und Wider in die Diskussion zum Tempolimit 80 ein. "Aus meiner Sicht kommt es immer auf die Breite der Straße an", betont der Oschatzer. So wäre es zum Beispiel sinnvoll, die Verbindungsstraße vom Kreisel am Ortsausgang Oschatz in Richtung Naundorf mit einem Tempolimit zu versehen. "Ich habe von Anfang nicht verstanden, warum die Straße so gebaut wurde. Wenn sich hier zwei größere Fahrzeuge im Gegenverkehr befinden, wird, es sehr eng. Dass die Fahrbahn zu schmal ist, sieht man an dem zerfahrenen Randstreifen." Andererseits gebe es aber auch Landstraßen wie den Autobahnzubringer von Oschatz über Wermsdorf, wo Tempo 100 völlig in Ordnung sei. © Kommentar

Frank Hörügel

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