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Region Oschatz: Storchenexperte hofft aufs große Klappern

Natur Region Oschatz: Storchenexperte hofft aufs große Klappern

Die ersten Störche sind bereits wieder in die Collm-Region zurückgekehrt. Traditionell sind die Horste in Schirmenitz und Zschöllau zuerst wieder besetzt. Achim Roth, Storchenbeauftragter für den Altkreis Oschatz hofft, dass in diesem Jahr ähnlich viele Jungvögel zwischen Elbe und Horstsee schlüpfen wie 2015.

Ein Storch sucht am Liebschützberg nach Futter.

Quelle: Foto: Sven Bartsch

Collm-Region. Die ersten Störche sind bereits wieder in die Collm-Region zurückgekehrt. Traditionell sind die Horste in Schirmenitz und Zschöllau zuerst wieder besetzt. Achim Roth, Storchenbeauftragter für den Altkreis Oschatz, hofft, dass in diesem Jahr ähnlich viele Jungvögel zwischen Elbe und Horstsee schlüpfen wie 2015.

„2015 war mit 26 sicher nachgewiesenen erbrüteten Nestlingen ein gutes Storchenjahr“, erläutert Achim Roth. Von diesen seien allerdings nur 19 Jungstörche flügge geworden. Eine Ursache sei gewesen, dass sich außer den Horstpaaren noch eine Reihe weiterer Störche in der Region aufgehalten habe. Deshalb sei es oft zu Horstkämpfen gekommen. In Schmannewitz hätten die Altstörche in Folge eines solchen Kampfes das Nest verlassen. Dort sei dann ein Nestling tot aufgefunden worden. In Cavertitz und Schirmenitz sei jeweils einer von vier Jungstörchen aus dem Nest geworfen worden.

Jeweils drei Jungtiere seien von den Storchenpaaren in Mahlis, Malkwitz, Sörnewitz und Zschöllau aufgezogen worden. Je einen Verlust habe es in Mahlis und in Zschöllau gegeben. Während das Tier aus der neu aufgebauten Nistunterlage am Malkwitzer Kindergarten Opfer eines großen Greifvogels – wahrscheinlich eines Rotmilans oder eines Seeadlers – wurde, war der Malkwitzer Jungstorch aus dem Nest geworfen worden. „Selten überleben alle Jungtiere, wenn ein Altstorch das Nest verlässt und der andere allein für Schutz und Futter der Jungen sorgen muss“, erklärt Achim Roth. Aber genau das habe in Luppa funktioniert, wo die Jungstörche im Spätsommer kräftig genug gewesen seien, um die Reise in den Süden anzutreten.

In Schlanzschwitz und Ganzig seien im vergangenen Jahr zwar Storchenpaare gesichtet worden, nach einem schweren Gewitter beziehungsweise Fluglärm hätten sie die Horste aber wieder verlassen. Eine neue Nestunterlage wurde mit Unterstützung von Barbara Scheller und ihren Helfern in Liptitz errichtet.

„Aufgrund alter Aufzeichnungen und Chroniken lassen sich einige Nistplätze bis in das 19. Jahrhundert zurück verfolgen, zum Beispiel Görzig bei Strehla, Göttwitz und Zaußwitz“, berichtet Achim Roth. Einer der ältesten und erfolgreichsten Storchenhorste der Region sei der in Malkwitz. Dort soll schon 1852 ein Storch auf einem Gut genistet haben. Ab 1873 habe das Paar die Friedhofslinde bezogen. Diese sei 1925 umgestürzt, woraufhin ein Dreibock errichtet wurde. Von 1900 bis 2015 seien die Bruterfolge recht gut dokumentiert. Es habe in dieser Zeit in Malkwitz 352 Jungstörche gegeben. Rechne man für die nicht lückenlos nachzuvollziehende Zeit von 1852 bis 1900 mit zwei Jungstörchen pro Jahr, käme man auf über 450 Störche, die mittlerweile in Malkwitz geschlüpft seien. In der storchenarmen Zeit von 1900 bis 1928 sei, so hat Achim Roth es vom Ortschronisten Günter Grosch erfahren, der Storchenhorst auf der Friedhofslinde fast schon ein Heiligtum für die Ornithologen und die Anwohner gewesen.

Dass er heutzutage präzise über die Ankunft und den Abflug der Störche sowie die Bruterfolge Bescheid weiß und eingreifen kann, wenn Tiere in Not oder Nester in Schieflage sind, funktioniert aufgrund des Netzwerkes, das Achim Roth aufbauen konnte. Überall hat er Ansprechpartner und Helfer vor Ort, die seine Telefonnummer haben und sie benutzen, wenn es Neues von den Störchen gibt.

Von Axel Kaminski

Schirmenitz 51.3921204 13.1847914
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