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Oschatz Region Oschatz bleibt weißer Fleck bei Google Street View
Region Oschatz Region Oschatz bleibt weißer Fleck bei Google Street View
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06:00 25.07.2018
Derzeit sind wieder Autos von Google in Deutschland unterwegs, die mittels 360-Grad-Kameras Fotos schießen, wie hier Mitte Juni in Pirna. Quelle: Foto: Daniel Förster
Oschatz

Als der Internetgigant Google 2007 seinen Dienst Street View einführte, verhieß das Großes: virtuelle Stadtrundgänge von zu Hause aus, bessere Orientierung, einfachere Reise- oder Umzugsplanung. Doch das kalifornische Unternehmen hatte die Rechnung ohne den deutschen Datenschutz gemacht.

Zwar fotografierten die mit 360-Grad-Kameras ausgestatteten Autos die 20 größten deutschen Städte ab, doch die Möglichkeit, auf Antrag Gebäudefassaden unkenntlich zu machen, wurde vielfach wahrgenommen und bereitete dem Unternehmen wohl irgendwann zu viel Aufwand. 2011 gab Google deshalb bekannt, keine weiteren Street View Aufnahmen mehr in Deutschland zu machen.

Neue Aufnahmen dienen Aktualisierung von Kartendienst „Maps“

Seitdem ist die Bundesrepublik (gemeinsam mit Österreich) ein großer weißer Fleck auf der europäischen Street View Karte. Seit kurzem jedoch sind die markanten Autos wieder in Deutschland zu sehen – unter anderem in Dresden. Auf seiner Website teilt das Unternehmen zudem mit, dass seine Fahrzeuge zwischen April und September 2018 auch in Nordsachsen unterwegs sein werden.

Werden nun auch Oschatz und die umliegenden Städte in den Dienst aufgenommen? Die Chancen dafür sehen schlecht aus. Google Deutschland teilt auf OAZ-Anfrage mit: „Die Fahrten der Wagen stehen nicht in Verbindung mit Street View, sondern dienen der Verbesserung des Kartenmaterials auf Google Maps. Google hat derzeit keine Pläne, neues Bildmaterial von deutschen Straßen in Street View verfügbar zu machen. Die deutschen Datenschutzbestimmungen verhindern das leider.“

Auch eine Erneuerung des Bildmaterials aus den größeren Städten wird es deshalb wohl nicht geben. Die auf Street View verfügbaren Bilder von Dresden und Leipzig stammen stattdessen noch immer aus dem Jahre 2010. In Anbetracht der baulichen Veränderungen, die dort in den vergangenen Jahren stattgefunden haben, sind viele Stellen kaum noch wieder zu erkennen. Eine virtuelle Tour auf deutschen Straßen vom heimischen Rechner aus – diese Vision ist wohl passé.

Hobbyfotografen füttern Street View aus Spaß mit Material

Die Hoffnung lastet deshalb auf Hobbyfotografen wie Mirko Fischer. Gut ein Dutzend Orte in Oschatz sind derzeit bei Street View verfügbar – die meisten stammen von dem Colditzer und zeigen den O-Schatz-Park sowie die Innenstadt. „Ich bin viel unterwegs, mache vor Ort Bilder und stelle sie bei Google ein“, erklärt der Dachdecker seine Motivation. Mehr als 2300 Fotos wurden von seinem Account bereits hochgeladen.

Dazu genüge schon eine einfache 360-Grad-Kamera, seine Schnappschüsse lädt Fischer bei Google hoch, das Unternehmen verknüpfe sie dann automatisch mit Street View. Das Auspixeln von Gesichtern und Nummernschildern erfolge ebenfalls automatisch. Laut Fischer sei das nicht nur eine tolle Freizeitbeschäftigung, sondern bringe die Regionen auch touristisch voran, weil potenzielle Urlauber ihr Reiseziel bereits vorher inspizieren können.

Von Christian Neffe

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