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Oschatz Region Oschatz kriecht im Schneckentempo auf der Datenautobahn
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16:43 23.03.2015
So sieht sie aus, die Herausforderin von VDSL: in vielen Gegenden der Oschatzer Region würde die Schnecke schneller unterwegs sein. Quelle: dpa
Collm-Region

Von Hagen Rösner

Dabei kann die Oschatzer Region nicht gerade punkten. Laut der Telekom-Verfügbarkeitskarte sieht die Lage bei DSL mit einer Datenübertragungsrate von bis zu 16 Megabit pro Sekunde noch recht passabel aus. Oschatz, Mügeln, Dahlen, Wermsdorf und sogar Teile der Gemeinden Naundorf, Liebschützberg und Cavertitz können in vielen Straßen und Ortsteilen DSL anbieten. Doch um im Internet beispielsweise einen Film ohne "Ladehemmung" anzusehen, ist der nächst höhere Ausbaustatus - VDSL 50 mit Datenübertragungsraten bis 50 Megbit pro Sekunde - empfehlenswert.

Bei VDSL 50 trennt sich in der Oschatzer Region bereits die Spreu vom Weizen. Hier wird eindeutig die zergliederte ländliche Region von den städtischen Strukturen abgekoppelt. In der Collm-Region sind einige Straßenzüge im Ort Cavertitz, der südliche Stadtkern von Dahlen, Calbitz, die Ortsmitte von Wermsdorf, Sornzig oder Neubaderitz an das schnellere Internet angeschlossen. Im Mittelzentrum Oschatz selbst ist die Verfügbarkeit ähnlich gering wie im Umland. Hier dürfen sich die Bewohner von Zschöllau und die Anwohner einiger Straßen in Oschatz-West rund um Marktkauf glücklich schätzen.

Bei der nächsten Verfügbarkeitsstufe - dem VDSL 100 mit 100 Megabit pro Sekunde - versagt die gesamte Oschatzer Region. Auch in Leipzig oder Dresden sind diese Datenübertragungsraten via Festnetz nicht erhältlich. Dafür sind die Städte Torgau und Delitzsch und sogar Wittenberg Vorreiter in Sachen VDSL 100.

In einigen Gemeinden der Oschatzer Region stehen die Verwaltungen gerade erst am Anfang der digitalen Erschließung. In der Gemeinde Liebschützberg wurde im Dezember des vergangenen Jahres eine Summe von 3000 Euro für eine Breitbandanlayse in den Haushalt eingestellt. In Oschatz ist das Projektierungsbüro Planet in Kemmlitz mit Holger Schilke an der Spitze beauftragt, die Situation zu analysieren und zu überprüfen, ob Fördermittel des Programms "Digitale Offensive Sachsen" in Oschatz zum Einsatz kommen können. Innerhalb des Programms will der Freistaat rund 160 Millionen Euro für den weiteren Breitbandausbau im Land investieren. Schilke sagte kürzlich vor den Oschatzer Stadträten: "Grundsätzlich können alle Gebiete, die nicht flächendeckend mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde versorgt sind, mit einer Förderung rechnen." Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt sieht beim Ausbau des Breitband-Festnetzes erheblichen Handlungsbedarf. Er und die CDU-Fraktion richten am 12. Mai den "Ersten nordsächsischen Breitbandgipfel" aus, bei dem die Förderung des Freistaates zum Ausbau des Netzes vorgestellt und spezielle Probleme diskutiert werden sollen. © Kommentar

Hagen Rösner

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