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Oschatz Region kann frei entscheiden
Region Oschatz Region kann frei entscheiden
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16:42 15.04.2014
Frank Kupfer Quelle: Dirk Hunger

Im OAZ-Interview sagt Kupfer, wie die Region Oschatz davon profitieren kann.

Frage: Welches Ziel hat das Entwicklungsprogramm?

Der ländliche Raum soll noch attraktiver werden. Ich will, dass die Menschen dort auch weiterhin wohnen und arbeiten wollen und können. Wir möchten die wirtschaftlichen Kreisläufe vor Ort stärken. Das Geld, das im ländlichen Raum verdient wird, soll auch hier ausgegeben werden.

Und wie soll das funktionieren?

Zum Beispiel durch Direktvermarktung der Produkte. Man muss nicht immer bei den großen Handelsketten einkaufen, sondern kann auch öfter zu den Direktvermarktern gehen.

Mit wie viel Geld kann die Region Oschatz rechnen?

Frank Kupfer: Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen. Fest steht aber, dass für die ländliche Entwicklung in Sachsen in den nächsten sieben Jahren reichlich 455 Millionen Euro bereit stehen - das sind 40 Prozent des gesamten Etats. Die 455 Millionen Euro werden in Jahresscheiben entsprechend der Einwohnerzahlen auf die Förderregionen aufgeteilt.

Liegt das Geld schon auf dem Konto des Freistaates?

Nein. In der vergangenen Woche habe ich das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum mit einer Regierungserklärung im Landtag vorgestellt. Im Mai soll es nach Brüssel geschickt werden. Da die neue Förderperiode erst 2015 beginnt, gibt es nach dem Auslaufen des Vorgänger-Programmes Ende 2013 im laufenden Jahr eine Förderlücke. Diese Lücke füllt Sachsen mit 33 Millionen Euro. Anträge für diese Fördermittel müssen bis zum 30. Juni beim Landkreis Nordsachsen bewilligt und bis zum Jahresende abgerechnet werden.

Zu welcher Förderregion zählt der Raum Oschatz?

In der neuen Förderperiode wird es 29 Regionen in Sachsen geben. Der Raum Oschatz gehört heute zur ILE-Region Sächsisches Zweistromland-Ostelbien.

Welche Projekte wurden in der vergangenen Förderperiode in der Region Oschatz finanziell unterstützt?

Sachsenweit sind etwa 40 Prozent des Geldes in den kommunalen Straßenbau geflossen. Es ist wichtig für den ländlichen Raum, dass er erreichbar bleibt. In unserer Region fallen mir viele Projekte ein, die außerdem gefördert wurden - so die Apfelbaumschule Schweta, die Turnhalle Wermsdorf, die Schule Strehla sowie die Spielplätze in Lonnewitz und Merkwitz.

Wie kommen die Einwohner der Region Oschatz an das neue Fördergeld ran?

In Sachsen soll künftig flächendeckend das Förderprogramm Leader zum Einsatz kommen, da es eine höhere Förderung als das Programm ILE gewährleistet. Wichtig ist es, dass sich hier jetzt schnell eine LEADER-Arbeitsgemeinschaft findet und eine Entwicklungsstrategie für die Region erarbeitet, die dann von meinem Ministerium genehmigt wird. Damit kann schon jetzt begonnen werden.

Welche Projekte haben eine Chance auf Förderung?

Dafür soll es keine Einschränkungen geben. Die Regionen können völlig frei entscheiden, was sie mit dem Geld machen wollen. So wird die Verantwortung der Akteure vor Ort gestärkt.

Ein Problem, das die Einwohner der Region Oschatz besonders bewegt, ist der Leerstand und Zerfall von Gebäuden. Gibt es für die Beseitigung dieser Missstände Geld?

Grundsätzlich ja. Wir erreichen damit zwei Ziele. Leer stehende Gebäude werden wieder genutzt und vor dem Verfall gerettet. Außerdem senken wir damit den Flächenverbrauch. Wer ein Gebäude im Ort nutzt, braucht keine landwirtschaftliche Fläche, um neu zu bauen. Fragen: Frank Hörügel

Frank Hörügel

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