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Oschatz Regionale Arbeitskraft kontra Erfahrungswerte
Region Oschatz Regionale Arbeitskraft kontra Erfahrungswerte
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17:04 23.07.2012

Von CHRISTIAN KUNZE

Der bisherige Dienstleister Dirk Thierbach Gebäudedienste kündigte seinen Vertrag zum 31. August. Während der Diskussion wurde deutlich, dass die Gemeinde mit dessen bisher erbrachten Leistungen ohnehin nicht zufrieden war.

Fünf der acht bietenden Firmen hatten ihre Angebote nicht unterschrieben und wurden deshalb nicht gewertet. Die übrigen drei mit Sitz in Leipzig, Braunsbedra und Oschatz waren Gegenstand der Diskussion. Das Oschatzer Unternehmen "Clean OZ" beschäftigt derzeit drei Mitarbeiter und wurde deshalb vom Sachverständigenbüro Schückmüller als ungeeignet eingestuft. Um die in zwei Lose aufgeteilten Leistungen zu erbringen, müssten sechs bis neun weitere Kräfte eingestellt werden. Zwei der Mitarbeiter waren vorher bei Dirk Thierbach Gebäudedienste beschäftigt. Das Unternehmen aus Braunsbedra habe in der Nachbarkommune Cavertitz zufriedenstellende Arbeit geleistet, so Bürgermeister Karl-Heinz Börtitz (CDU). Laut Cavertitzer Hauptamtsleiterin Gabriele Kläber seien für die Arbeit in den Tagesstätten Lampertswalde und Cavertitz Arbeitnehmer aus der Region gebunden worden.

Die Vergabevorschläge an die beiden günstigsten Bieter erhielten die Räte als Tischvorlage. Für Ronny Schimpke (SV Borna) zu kurzfristig, um eine Entscheidung treffen zu können. Rainer Schwurack (Freie Wähler) wollte zwar den Arbeitskräften aus der Region eine Chance geben. "Wenn bei dieser geringen Personaldecke krankheitsbedingt jemand ausfällt, sehe ich aber schwarz", gab er zu bedenken. Johanna Schneider (SV Borna) plädierte für "Clean OZ", denn: "Ein junges Unternehmen kann sich nur am Markt etablieren, wenn es Aufträge bekommt und sich bewährt."

Einige Räte, unter ihnen Roland Hammer (SV Borna) und Dieter Dennhardt (Die Linke), schlugen vor, dem regionalen Bieter die vertraglich gesicherten sechs Monate Probezeit zu gewähren und dann gegebenenfalls neu auszuschreiben. Roland Hammer gab zudem zu bedenken, dass unter den fünf nicht gewerteten Anbietern ein noch günstigerer zu finden sei. Bernd Girnus (CDU) setzte auf die Erfahrungswerte aus Cavertitz. Auch der Bürgermeister wollte diesbezüglich keine "Experimente" wagen.

Letztlich gewann bei der Abstimmung die Unternehmersicht die Oberhand, die auch Helmut Rudolph und Klaus Peter (beide CDU) vertraten: Man müsse damit leben können, dass regionale Bieter nicht immer den Zuschlag erhalten. Mit jeweils zehn Ja-Stimmen gingen die Reinigungsleistungen an die günstigsten Bieter, Söffge GmbH Leipzig (Schulhort, Turnhalle, Grundschule und Kinderhaus in Schönnewitz) und Lieblang Dienstleistungen Braunsbedra (Kindertagesstätten "Kinderland" in Laas und "Zwergenland" in Wellerswalde sowie die Gemeindeverwaltung in Borna).

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