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Reineke auf Brautschau: Füchse laufen zur Hochform auf

Reineke auf Brautschau: Füchse laufen zur Hochform auf

Jetzt leben Füchse richtig auf. Gern wird er seinem Ruf als Fabeltier in der Wirklichkeit gerecht. Wenn der Hunger kneift, stibitzt er sogar ein Huhn.

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Füchse gehen rund um Oschatz auf Brautschau.

Quelle: Kempner

Region Oschatz. Von Gabi Liebegall

 

Und wenn er dafür in bewohnte Gegenden muss, ist ihm das auch relativ egal.

 

Nicht egal sind dem Räuber die Monate Januar und Februar. Das ist seine Ranzzeit, und er setzt alles daran, eine Frau zu erobern (weidmännisch: eine Fähe). In dieser Zeit ist er aktiver als sonst, schnüffelt in jeden Bau und läuft kilometerweit, um sich zu paaren oder vereinnahmt ein "Quartier" in der Hoffnung, vielleicht eine Fähe bezirzen zu können. Und weil die Aktivitäten der Füchse in dieser Zeit sichtbar zunehmen, vermuten viele Bürger, dass es mehr Füchse gibt als sonst. Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Fuchs keine der "Damen" verschmäht.

 

Sönke Thamsen von der gleichnamigen Wermsdorfer Jagdschule erklärte auf Anfrage, dass es wirklich sehr viele Füchse gibt, und das nicht nur in der Ranzzeit. "Das ist ein großes Problem für die Artenvielfalt. Möglicherweise sind Füchse von Jägern nicht so intensiv bejagt worden. Und wenn jetzt mehr Füchse beobachtet werden, ist das in den meisten Fällen auf die Paarung zurück zu führen. "Zu sehen sind möglicherweise die selben Tiere", so Thamsen. Scherzhaft fügt er hinzu: "Wenn Menschen eine Ranzzeit hätten, wären sie auch aktiver!"

 

Jäger Uwe Hahn aus Oschatz kann nicht bestätigen, dass es mehr Füchse als sonst gibt. Er gibt Sönke Thamsen recht: "Jetzt in der Ranzzeit sind Füchse öfter zu sehen", zum Beispiel, wenn sie über die Felder streiften. Hahn habe im vergangenen Jahr Füchse erlegt, aber nicht so viele wie in anderen Jahren. Wichtig sei, auf die Population zu achten.

 

Wenn ein Jäger einen Fuchs erlegt, werde ihm das Fell über die Ohren gezogen, was weidmännisch abbalgen heißt. Das Fell könnte einem Kirschner angeboten werden. "Der Jäger kann es aber auch selbst behalten."

 

Die sächsische Statistik sagt, dass 1991/92 die wenigsten Füchse nach der Wende erlegt wurden, die meisten mit 32 600 im Jagdjahr 1999/2000. Seit 2006/07 sind die Zahlen rückläufig. Wenn es in dem genannten Jahr im Freistaat noch über 28 000 waren, stehen in der Saison 2012/13 knapp 18 000 Füchse zu Buche.

 

"Seit 2012 gibt es keine Abschussprämien für Füchse und Marderhunde mehr. Laut sächsischem Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz ist eine Neuausrichtung der Tollwutbekämpfung im Freistaat Sachsen gegeben. Deshalb wird eine verstärkte Bejagung der Füchse nicht mehr angeordnet", so Frank Seyring, staatlich geprüfter Jagdaufseher im Jagdaufseher Verband Sachsen.

Gabi Liebegall

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