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Oschatz Reiter bereiten sich auf Schleppjagd in Wermsdorf vor
Region Oschatz Reiter bereiten sich auf Schleppjagd in Wermsdorf vor
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00:21 27.08.2017
Natasha Lohrmann auf Sihaya (l.) und Laura Stähler auf Iowa beim Trainingsritt im Wasser.
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Wermsdorf

Wie bei August dem Starken geht es am 2. September in Wermsdorf zu. Dann organisiert der ortansässige Reit-und Fahrverein 1995 die traditionelle Schleppjagd. Start und Sammelpunkt ist der Innenhof von Schloss Hubertusburg. Nach dem Klang der Parforcehörner und der Messe in der katholischen Schlosskapelle wird das Spektakel durch den Vereinsvorsitzenden Georg Stähler eröffnet, bevor die Jagdgesellschaft bestehend aus Reitern und Kutschfahrern der Region, Kremsern und der Geiseltaler Beaglemeute der Spur der Schleppführer folgen wird. Die knapp 25 Kilometer lange Wegstrecke ist gespickt von Hindernissen, welche umritten oder natürlich übersprungen werden können.

Angela Stähler-Neumeister wird die Hundemeute anführen. Quelle: Franziska Pätzold

Die Vereinsmitglieder bereiten sich darauf auch selbst vor. Sportwartin Angela Stähler-Neumeister trainiert einzelne Mitglieder hoch zu Ross in der Dressur und dem Springen über Hindernisse unterschiedlicher Art und Höhe. Die meist am Wochenende stattfindenden Eeinheiten werden gut angenommen. „Pferde sollten auf diesen Ritt vorbereitet sein. Dazu gehört eine vernünftige Gymnastizierung und Konditionierung. Regelmäßiges Training ist dafür die Idealvoraussetzung und keinesfalls zu unterschätzen.“ Die versierte Sportreiterin trainiert selbst zwei ihrer drei Pferde und wird den Ritt als Schleppführerin in Begleitung eines weiteren Reiters aus der Equipage, den Reitern der Hundemeute, anführen. „Ortskenntnisse sind enorm wichtig, um den richtigen Weg für alle Reiter und Fahrer zu ebenen.“ Ihre vierbeinige Begleitung wird Stute Iowa sein. „Sie ist sehr verlässlich und in bester Form für diesen Ritt. Auch hat sie die nötige Nervenstärke für diesen Job.“

Auf den abgeernteten Feldern macht das Training richtig Spaß. Quelle: Franziska Pätzold

Tochter Laura Stähler reitet und stellt die Stute ebenso regelmäßig auf Turnieren vor. Selbst ist Sie als Parforcehornbläserin mit von der Partie und hilft beim Ablauf des Events. Zurzeit übernimmt Sie gern die ein oder andere sportliche Einheit mit Pferd Iowa auf dem Stoppelfeld: „Jedem Reiter geht das Herz auf bei den abgemähten Feldern. Es lädt gerade dazu ein, im Galopp loszupreschen, auch wenn man immer wieder daran denken muss, dass man mit genügend Bedacht unterwegs ist“ meint die 16-jährige Laura Stähler. „Manch ein Pferd sieht diese Freiheit gern als Kraftprobe an und legt so richtig los. Da ist es sehr wichtig, dass man sein Tier kennt und es zu kontrollieren weiß.“

Neulinge in der Jagdgesellschaft

Neu in den Trainingsrunden ist Natasha Lohrmann. Sie nutzt das fundierte Wissen von Angela Stähler-Neumeister, um ihr Pferd Sihaya fit zu halten. „Die Omma ist schon 21“, so die 14-Jährige schmunzelnd. An der Jagd nimmt sie mit ihrem Pferd nicht teil, sorgt aber durch regelmäßige Ritte und gezielte Dressurarbeit für gute Muskulatur, damit sie noch lange Freude mit dem Tier hat.

Ebenso Teil der Jagdgesellschaft wird Anne Kischio sein. Im Winter mit dem Hundeschlitten unterwegs, nutzt Sie Ihre Freizeit nun für Ihre beiden Pferde. „Mit meiner Haflingerstute Bonita werde ich im hinteren Feld mitreiten. Wir waren vor zwei Jahren das erste Mal mit dabei und fanden es toll. Das Feeling ist ein ganz besonderes, eben absolut nichts Alltägliches.“

Unterricht für jeden Reiter

Lange, aber ruhige Geländeritte an den Wochenenden in Eigenregie oder durch den Verein initiiert, stehen als Vorbereitung nach wie vor auf dem Plan. „Da sind wir auch gern mal drei Stunden im Sattel unterwegs.“ Die beiden jungen Pferde von Angela Stähler-Neumeister und Anne Kischio sind maximal Zaungäste am ersten Septembersamstag. „Wir müssen uns erst richtig zusammenfinden. Und so ein Jüngling hat noch nichts bei einer so großen, lauten Veranstaltung zu suchen. Wenn sie älter ist, kann man das schon mal machen“, sagt Anne Kischio, die mit Ihrer vierjährigen Reitponystute Altana auch regelmäßig bei Angela Stähler-Neumeisters Unterrichtseinheiten zu Gast ist. „Es ist wichtig, dass da erst mal Grund reinkommt und die Basisarbeit ordentlich geleistet wird.“ Auch Sportwartin Angela Stähler-Neumeister nimmt regelmäßig Trainingsstunden mit Ihrem jungen Wallach Contendro: „Unterricht sollte von jedem Reiter zu seinem eigenen Wohl und zum Wohle des Pferdes besucht werden. Der Blick eines Dritten kann helfen, um die Beziehung zu einander zu stärken und sportlich zuzulegen.“

Teilnehmer gesucht

Die Reiterinnen freuen sich auf die Traditionsjagd am 2. September und hoffen auf einen schönen Tag mit angenehmen Menschen, Fachsimpelei mit Gleichgesinnten und gutes Reitwetter. „Was wir jetzt noch brauchen, sind Reiter und Fahrer, die sich der Jagd anschließen. Bisher sind die offiziellen Anmeldungen etwas gering“ lädt Vereinsvorsitzender Georg Stähler ein, wohlwissend, dass viele Teilnehmer sich spontan entschließen und am Sonnabendvormittag persönlich im Schlosshof der Hubertusburg in Tracht, Uniform oder Turnierkleidung zur Gesellschaft stoßen.

Anmeldungen interessierter Reiter und Fahrer für die Jagd nimmt der Reit- und Fahrverein Wermsdorf über die Touristinformation Wermsdorf, Susann Müller, Telefon 034364 81132 oder über den Vereinsauftritt bei Facebook entgegen.

Von Franziska Pätzold

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