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Oschatz Renate Lux hakt erfolgreich nach: Schmorl-Grab vor Verwilderung gerettet
Region Oschatz Renate Lux hakt erfolgreich nach: Schmorl-Grab vor Verwilderung gerettet
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18:12 26.02.2015
Renate Lux entfernt mit einem Rechen das Laub vom Grab der Familie Schmorl. Quelle: Dirk Hunger
oSCHATZ

Von CHRISTIAN KUNZE UND hAGEN RÖSNER

Deren Mitglieder hatten hohe Ämter inne und haben sich sehr um die Stadt Oschatz verdient gemacht - so sehr, dass auch Straßen und Plätze in Oschatz nach ihnen benannt worden sind (wir berichteten).

Um die Zukunft der Gemeinschaftsgrabanlage macht sich jedoch Renate Lux große Sorgen. Die Oschatzerin kümmert sich seit mehr als 20 Jahren um die Grabstelle aus persönlicher Verbundenheit zur Familie und deren Nachfahren. Sie sieht sich allerdings kaum noch in der Lage, diese ehrenamtliche Arbeit weiter so umfassend wie bisher auszuüben. "Aufgrund meines Alters und meines gesundheitlichen Zustandes wird das in absehbarer Zeit nicht mehr möglich sein", so die 82-Jährige gegenüber der OAZ. Zwar helfe ihr hin und wieder ihre Schwester, indem sie zum Beispiel Kränze als Grabschmuck anfertigt. "Aber damit ist es nicht getan. Das Laub rechen gehört zu den wichtigsten und für mich kräftezehrendsten Arbeiten", so die engagierte Seniorin weiter. Im Oktober wandte sich Renate Lux mit der Frage nach der künftigen Grabstellenpflege bereits an die Friedhofsverwaltung. Dort verwies man sie, mit Blick auf die besondere Bedeutung des Grabes, an den Oberbürgermeister. "Es täte dem Ansehen der Stadt nicht gut, wenn dieses Grab verwildert", sagt Lux, denn bisher habe sie noch keine Antwort aus dem Rathaus erhalten.

Stadtgärtnerei übernimmt Pflege

Die OAZ hakte nach. Laut dem Oschatzer Hauptamtsleiter Manfred Schade sei die Problematik im Haus bekannt. "Grabanlagen sind grundsätzlich durch die Hinterbliebenen selber zu pflegen oder durch deren Beauftragte. Eine Übernahme solcher Leistungen durch die Stadt ist nicht vorgesehen", sagt er. Eine Prüfung sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Grabstelle der Familie Schmorl bereits seit Jahrzehnten abgelaufen ist. "In unserer Friedhofssoftware ist sie überhaupt nicht verzeichnet. Das bedeutet, dass sie auch schon Anfang der 1990er Jahre bereits keine Grabstelle mehr im strengen Sinne war", so Schade. "Die Fläche vor der Gedenktafel der Familie Schmorl ist Teil der öffentlichen Grünanlage des Oschatzer Hauptfriedhofs, deren Pflege der Stadtgärtnerei obliegt. Diese hat die Fläche bisher ausgespart, da sie offensichtlich in guter Betreuung lag", erklärt Hauptamtsleiter Schade. In Zukunft werde die Parzelle durch die Stadtgärtnerei gepflegt, nachdem nun bekannt sei, dass es die fleißige Pflegerin altersbedingt nicht mehr schafft. Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) werde sich in den nächsten Tagen bei Renate Lux persönlich für die jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit bedanken, teilte Schade abschließend mit. Eine Antwort, die auch Renate Lux zuversichtlich stimmt. Am Dienstag hat sie die Einladung ins Oschatzer Rathaus erhalten und wird den künftigen Grabpflegern den einen oder anderen Hinweis geben, stellte sie jetzt in Aussicht.

Uraltes Grabmal restauriert

Auf dem Oschatzer Friedhof befinden sich die Grabstätten von weiteren alten verdienstvollen Oschatzer Familien - beispielsweise der Familie Atenstädt. Diese Familie betrieb in Oschatz die Löwen-Apotheke, und Johann Christlieb Atenstädt war im 18. Jahrhundert 20 Jahre lang Oschatzer Bürgermeister. Im vergangenen Jahr entdeckten die Nachfahren der Familie Atenstädt auf dem Oschatzer Friedhof den alten Grabstein. "Es ist für uns unfassbar, dass wir hier noch Spuren unserer Vorfahren finden", sagte Dr. Bernd Atenstädt, der mit seiner Familie in Großbritannien lebt. In Verbundenheit mit der Stadt Oschatz ließ die Familie den uralten Grabstein, dessen Inschrift schon unlesbar geworden war, wieder restaurieren.

Christian Kunze

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