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Oschatz Rettungsdienst ASG löst DRK im Bereich Oschatz geräuschlos ab
Region Oschatz Rettungsdienst ASG löst DRK im Bereich Oschatz geräuschlos ab
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15:40 08.01.2019
Ronny Henger (l.), Karsten Bielig (2.v.l.) und Kollegen vor der Rettungswache Oschatz. Quelle: Frank Hörügel
Oschatz

Die große Empörung ist bei Anne Lissner mittlerweile etwas kleiner geworden. Mit einem Schlag hat die Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Torgau-Oschatz Anfang Januar die Hälfte ihrer Mitarbeiter verloren. Grund: Seit dem 1. Januar ist nicht mehr das Rote Kreuz, sondern die ASG Ambulanz Leipzig GmbH für den Rettungsdienst im Bereich Oschatz mit den Rettungswachen Oschatz, Schmannewitz und Wermsdorf zuständig. Und im Bereich Torgau musste das DRK der Johanniter Unfallhilfe den Rettungsdienst abgeben.

Leistungen im Vorjahr neu ausgeschrieben

Der Landkreis Nordsachsen, der für den Rettungsdienst verantwortlich ist, hatte diese Dienstleistungen im vergangenen Jahr ausgeschrieben und den Zuschlag für den Bereich Oschatz letztendlich an das Leipziger Unternehmen erteilt. „Für uns ist das besonders schmerzhaft, da der Rettungsdienst in der Region Oschatz seit vielen Jahren in der Hand des DRK gelegen hat. Unser Groll hat sich aber nicht gegen die ASG gerichtet, sondern gegen den Landkreis wegen des Vergabeverfahrens“, sagt Anne Lissner. Das DRK hatte sich in diesem Verfahren vom Landkreis benachteiligt gefühlt.

Kollegialer Betriebsübergang

Der Betriebsübergang vom DRK zum Konkurrenten ASG zum Jahresanfang sei jedoch kollegial über die Bühne gegangen, sagt die Vorstandsvorsitzende. Nach ihren Angaben hat sich der Personalbestand des DRK-Kreisverbandes durch den Verlust der Rettungsdienste in Oschatz und Torgau halbiert. Im Betriebsübergang ist geregelt, dass die DRK-Rettungsdienstler von ASG übernommen werden. Nach dem Betriebsübergang zum 1. Januar sind aktuell noch 100 Mitarbeiter für das DRK tätig. Das Rote Kreuz betreibt in seinem Einzugsgebiet Torgau-Oschatz weiterhin drei Tagespflegeinrichtungen, beschäftigt 30 Mitarbeiter in der ambulanten Pflege, 30 im Fahrdienst und je fünf in den Gemeinschaftsunterkünften in Oschatz und Torgau. Außerdem gibt es Kleiderkammern in Oschatz und Torgau. Anne Lissner: „Wir sind gerade dabei, uns neu zu sortieren.“ Beispielsweise werde ein Engagement in der Migrationsberatung geprüft. Und die ehrenamtliche Tätigkeit beim Roten Kreuz soll künftig mehr beworben werden.

Rund 40 000 Einwohner werden versorgt

Die ASG Leipzig GmbH versorgt nun nach eigenen Angaben im Oschatzer Bereich rund 40 000 Einwohner mit Rettungsdienstleistungen. Laut ASG-Rettungsdienstleiter Karsten Bielig (39) sind im Bereich 43 DRK-Mitarbeiter übernommen und drei neue Mitarbeiter zusätzlich eingestellt worden. Das bestätigt auch die kommissarische Ordnungsdezernentin des Landkreises Patricia Groth: „Es sind sämtliche Mitarbeiter, die im Rettungswachenbereich Oschatz bisher gearbeitet haben, zur ASG gewechselt.“ 17 Notfallsanitäter, 10 Rettungssanitäter und 19 Rettungsassistenten sind von Oschatz und den Rettungswachen in Wermsdorf und Schmannewitz aus als Retter in der Not unterwegs.

Ronny Henger bleibt Chef der Rettungswache

Leiter der Rettungswache in Oschatz bleibt Ronny Henger (39), der diese Aufgabe bereits beim DRK erledigte. Sein Fazit zum Betriebsübergang: „Für uns Mitarbeiter lief das völlig entspannt. Vom Tag der Zuschlagserteilung an war immer jemand von ASG vor Ort für uns da.“ Und sein Chef Karsten Bielig ergänzt: „Das lief völlig geräuschlos.“ Der reibungslose Übergang sei auch der guten Kooperation mit der DRK-Chefin Anne Lissner zu verdanken, sind sich Bielig und Henger einig. Und Ordnungsdezernentin Groth sagt: „Der Übergang hat reibungslos geklappt. Die Arbeitsmittel, Rettungswachen und Fahrzeuge, wurden vom Landkreis bereits am 27.Dezember 2018 an die ASG übergeben. Die vertraglich vereinbarte Leistung wird durch die ASG Leipzig lückenlos erbracht.“

Die ASG Ambulanz Leipzig GmbH ist ein Tochterunternehmen des privaten Unternehmens promedica Rettungsdienst GmbH. Seit 2013 ist promedica Teil der Falck-Unternehmensgruppe. Falck ist das größte, private Rettungsdienstunternehmen in Deutschland.

Von Frank Hörügel

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