Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Rettungsplan für Oschatzer Klosterkirche

Rettungsplan für Oschatzer Klosterkirche

Sie steht im Schatten der überragenden St. Aegidien-Kirche. Die geduckt wirkende Oschatzer Klosterkirche zieht weniger Aufmerksamkeit auf sich und ist auch baulich in einem viel schlechteren Zustand als das große Gotteshaus am Kirchplatz.

Oschatz.

 

Von Frank Hörügel

 

 

 

"Ganz klar: Die Klosterkirche steht in der Außenwahrnehmung im Schatten der großen St. Aegidienkirche", sagt Pfarrer Christof Jochem. Die Innenwahrnehmung der Christen in der Oschatzer Kirchgemeinde sei dagegen eine ganz andere: Denn in der Klosterkirche findet die eigentliche Gemeindearbeit statt. Hier gibt es einen großen Gemeinderaum im Erdgeschoss und eine beheizbare Winterkirche im ersten Stock. Wie lange diese Räume noch genutzt werden können, steht allerdings in den Sternen.

"Die Dachziegel sind marode. Es gibt kräftige Risse im Traufbereich. Und einige Bögen drohen, nach außen wegzubrechen", sagt Pfarrer Jochem. Allein für die Sicherung des Gotteshauses werden 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Woher dieses Geld kommen soll, ist derzeit noch unklar.

Seitens der Stadt Oschatz, die in den vergangenen Jahren immer mal wieder Geld für die Sanierung der Klosterkirche eingeplant hatte, ist keine Hilfe zu erwarten. "Die Klosterkirche hatte trotz intensiver Bemühungen der Stadtverwaltung im Gesamtfinanzierungsplan des Städtebaulichen Denkmalschutzes leider keinen Platz und ist von der Liste gestrichen worden", sagt Anja Seidel, die Pressesprecherin der Stadt, auf OAZ-Anfrage.

Problematisch an der Klosterkirche ist zudem, dass nur der ursprüngliche Chorraum als Gemeinderaum und Winterkirche genutzt wird. Das große Kirchenschiff dient lediglich als Lagerplatz. Pfarrer Jochem hat deshalb die Ansprüche vorsichtshalber halbiert. Wenigstens der genutzte Gebäudeteil müsste gesichert werden, hofft er. Kostenschätzung: 600 000 Euro. "Das wird ein langes, beharrliches Bohren dicker Bretter. Schnellschüsse wird es nicht geben", sagt der Pfarrer. Mit Fördermitteln, Geld von der Landeskirche und Eigenmitteln der Kirchgemeinde Oschatz könne dieses Ziel aber in vier bis fünf Jahren erreicht werden, ist der Pfarrer optimistisch. Als Eigenanteil muss die Kirchgemeinde 35 000 Euro aufbringen. "Zurzeit haben wir 12 000 Euro", beschreibt Jochem den aktuellen Stand.

Die Klosterkirche ist nicht das einzige Sorgenkind der Oschatzer Kirchgemeinde, die Eigentümer von fünf Kirchen, zwei Pfarrhäusern, zwei denkmalgeschützten Häusern am Kirchplatz, der Kita-Villa in der Rudolf-Breitscheid-Straße und eines Wohnhauses in der Berufsschulstraße ist. "Die Gebäude sind für uns ein Fluch", sagt Pfarrer Jochem. Die Ausgaben für den Unterhalt der Gebäude werden nicht durch Miet- oder Pachteinnahmen gedeckt. Ein Fluch, der künftig noch schwerer auf der Kirchgemeinde lasten wird. "Bis zum Jahr 2030 wird unsere Mitgliederzahl um ein Drittel und unsere Finanzkraft um die Hälfte sinken", blickt Jochem in die Zukunft.

Mit dieser Prognose vor Augen hat die Kirchgemeinde deshalb seit etwa einem Jahr ihre Gebäude und die damit im Zusammenhang stehenden Kosten analysiert. "Wir müssen uns von Gebäuden trennen, die verzichtbar für unsere Kirchgemeinde sind", sagt der Pfarrer. Die Kirchen selbst stehen nicht auf dieser Liste.

 

-Standpunkt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oschatz
  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

18.08.2017 - 09:30 Uhr

Durch den Rückzug verringert sich die Anzahl der Männermannschaften in der Kreisliga A (Staffel Süd) auf nunmehr zehn Teams.

mehr