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Oschatz Rettungsplan für Oschatzer Klosterkirche
Region Oschatz Rettungsplan für Oschatzer Klosterkirche
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13:34 12.03.2018
Oschatz

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Von Frank Hörügel

"Ganz klar: Die Klosterkirche steht in der Außenwahrnehmung im Schatten der großen St. Aegidienkirche", sagt Pfarrer Christof Jochem. Die Innenwahrnehmung der Christen in der Oschatzer Kirchgemeinde sei dagegen eine ganz andere: Denn in der Klosterkirche findet die eigentliche Gemeindearbeit statt. Hier gibt es einen großen Gemeinderaum im Erdgeschoss und eine beheizbare Winterkirche im ersten Stock. Wie lange diese Räume noch genutzt werden können, steht allerdings in den Sternen.

"Die Dachziegel sind marode. Es gibt kräftige Risse im Traufbereich. Und einige Bögen drohen, nach außen wegzubrechen", sagt Pfarrer Jochem. Allein für die Sicherung des Gotteshauses werden 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Woher dieses Geld kommen soll, ist derzeit noch unklar.

Seitens der Stadt Oschatz, die in den vergangenen Jahren immer mal wieder Geld für die Sanierung der Klosterkirche eingeplant hatte, ist keine Hilfe zu erwarten. "Die Klosterkirche hatte trotz intensiver Bemühungen der Stadtverwaltung im Gesamtfinanzierungsplan des Städtebaulichen Denkmalschutzes leider keinen Platz und ist von der Liste gestrichen worden", sagt Anja Seidel, die Pressesprecherin der Stadt, auf OAZ-Anfrage.

Problematisch an der Klosterkirche ist zudem, dass nur der ursprüngliche Chorraum als Gemeinderaum und Winterkirche genutzt wird. Das große Kirchenschiff dient lediglich als Lagerplatz. Pfarrer Jochem hat deshalb die Ansprüche vorsichtshalber halbiert. Wenigstens der genutzte Gebäudeteil müsste gesichert werden, hofft er. Kostenschätzung: 600 000 Euro. "Das wird ein langes, beharrliches Bohren dicker Bretter. Schnellschüsse wird es nicht geben", sagt der Pfarrer. Mit Fördermitteln, Geld von der Landeskirche und Eigenmitteln der Kirchgemeinde Oschatz könne dieses Ziel aber in vier bis fünf Jahren erreicht werden, ist der Pfarrer optimistisch. Als Eigenanteil muss die Kirchgemeinde 35 000 Euro aufbringen. "Zurzeit haben wir 12 000 Euro", beschreibt Jochem den aktuellen Stand.

Die Klosterkirche ist nicht das einzige Sorgenkind der Oschatzer Kirchgemeinde, die Eigentümer von fünf Kirchen, zwei Pfarrhäusern, zwei denkmalgeschützten Häusern am Kirchplatz, der Kita-Villa in der Rudolf-Breitscheid-Straße und eines Wohnhauses in der Berufsschulstraße ist. "Die Gebäude sind für uns ein Fluch", sagt Pfarrer Jochem. Die Ausgaben für den Unterhalt der Gebäude werden nicht durch Miet- oder Pachteinnahmen gedeckt. Ein Fluch, der künftig noch schwerer auf der Kirchgemeinde lasten wird. "Bis zum Jahr 2030 wird unsere Mitgliederzahl um ein Drittel und unsere Finanzkraft um die Hälfte sinken", blickt Jochem in die Zukunft.

Mit dieser Prognose vor Augen hat die Kirchgemeinde deshalb seit etwa einem Jahr ihre Gebäude und die damit im Zusammenhang stehenden Kosten analysiert. "Wir müssen uns von Gebäuden trennen, die verzichtbar für unsere Kirchgemeinde sind", sagt der Pfarrer. Die Kirchen selbst stehen nicht auf dieser Liste.

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