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Revierförster verteidigt Baumfällungen im Oschatzer Stadtpark

Forstwirtschaft Revierförster verteidigt Baumfällungen im Oschatzer Stadtpark

Baum ist nicht gleich Baum, Wald nicht gleich Wald. Der Forstbestand, der im Besitz der Stadt Oschatz ist, wird nach einem strengen Plan bewirtschaftet. Herr über diesen ist Revierförster Jan Petersen vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Er verteidigt von Bürgern monierte Fällungen im Oschatzer Stadtpark.

Die Mitglieder des Oschatzer Hauptausschusses informieren sich bei einem Rundgang mit Revierförster Jan Petersen über den Oschatzer Stadtwald.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Heute ist der letzte Tag, an dem Baumfällarbeiten durchgeführt werden dürfen. Sowohl am Stranggraben als auch im Stadtpark sind im Auftrag der Stadt unlängst Stämme gefallen. Bernhard Knauf wandte sich an die OAZ, will wissen, warum im Stadtpark so viele seiner Ansicht nach „gesunde alte Buchen und Eichen“ gefällt worden sind.

Für den 166 Hektar großen Oschatzer Stadtwald, zu dem auch das Parkareal gehört, hat sich die Stadt kompetente Betreuung per Vertrag mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst gesichert. Kosten: 3000 Euro im Jahr. Für den Zeitraum von 2012 bis 2021 hat Revierförster Jan Petersen einen Fahrplan für die Entwicklung des Stadtwaldes aufgestellt. Diesen Plan gilt es auf Grundlage des Sächsischen Waldgesetzes umzusetzen. „Wir betreiben keinesfalls Kahlschlag, wie es uns gefällt. Es handelt sich um ganz reguläre Waldpflegemaßnahmen“, betont er auf Nachfrage.

Für Stadtpark gibt es ein Konzept

Jahr um Jahr gelte es, widersprechende Interessen der Forstwirtschaft und des Natur- und Denkmalschutzes in Einklang zu bringen. „Der Wald hat Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion. Alle drei sollten berücksichtigt werden“, sagt der Fachmann. Beschwerden darüber, dass rücksichtslos gefällt wird, gäbe es immer wieder. „Für den Außenstehenden sind die meisten Bäume gesund. Wer jedoch das Innenleben oder die Baumkronen älterer Bäume unter die Lupe nimmt, erkennt, dass sie eine Gefahr darstellen können.“ Petersen spricht von einem „Kampf“, den es um den Erhalt, die Pflege und Entwicklung des Waldes zu führen gibt. „Schützenswert sind nicht nur Mensch und Pflanze, sondern auch Tiere, denen das Ökosystem Wald Heimat bietet. Ich bin auch nicht einverstanden mit jeder Entscheidung, die die entsprechenden Behörden vertreten“, führt der Förster an. Entscheidend sei, ein Konzept für Fällung und Wiederaufforstung. „Und das hat der Staatsbetrieb. Im Stadtpark, den regelmäßig Menschen aufsuchen, kommt der Erholungsfunktion besondere Bedeutung zu.“

Gefahr für Kleingärtner gebannt

Besonders Wert wird auch auf angrenzende Wege und bebaute Grundstücke gelegt. „Am Stranggraben sind deshalb in der Nähe der Kleingartenanlagen 20 Bäume gefallen, die aufgrund ihres Zustandes und ihrer Nähe zu den Kleingärten zur Gefahr werden können“, teilt Stadtsprecherin Anja Seidel mit. Deshalb habe die Stadt die ortsansässige Firma Müller mit dem Fällen beauftragt.

Über diese und sämtliche weitere Aspekte, die zu berücksichtigen sind, klärt Jan Petersen in regelmäßigen öffentlichen Spaziergängen für interessierte Bürger im Oschatzer Stadtwald auf. „Hier wird manch einem erst deutlich, welche vielfältigen Aufgaben der Wald hat und welche intensive Arbeit damit verbunden ist“. Solche Rundgänge, in denen auch Entscheidungsträger wie die Oschatzer Stadträte über die Arbeit des Staatsbetriebs Sachsenforst informiert werden, sollte es öfter geben, resümiert Petersen.

Von Christian Kunze

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