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Oschatz Rico Gebhardt spricht in Dahlen über Bildung und Sozialarbeit
Region Oschatz Rico Gebhardt spricht in Dahlen über Bildung und Sozialarbeit
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Rico Gebhardt (2.v.l.) informiert sich am Standort Dahlen über die Bikdungsangebote der Anerkannten Schulgesellschaft Sachsen. Quelle: Foto: Axel Kaminski
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Dahlen

Nicht nur reden, sondern vor allem zuhören will Rico Gebhardt auf seiner Sommertour in Sachsen. In Dahlen hatte der Landesvorsitzende der Partei die Linke und Fraktionsführer Landtag dazu reichlich Gelegenheit. Hier besuchte er die Anerkannte Schulgesellschaft Sachsen (Asg) – ein Bildungsträger und aktiv bei der Betreuung jugendlicher Flüchtlinge.

Das passe zur Sommertour, die unter dem Motto „Sachsen – Region(en) der Zukunft“, hieß es dazu aus der Landtagsfraktion. Besondere Aufmerksamkeit würden dabei die Aspekte regionale Wirtschaft, öffentlicher Nahverkehr und Mobilität, Gesundheit und Daseinsvorsorge sowie öffentliche Sicherheit genießen. Der Asg-Niederlassungsleiter Matthias Scheidig erklärte dem Fraktionsvorsitzenden sowie dessen Stellvertreterin Luise Neuhaus-Wartenberg und dem Bundestagsabgeordneten Dr. Axel Troost, welche Leistungen die Einrichtung in Dahlen bei der beruflichen Bildung, der Berufsorientierung Jugendlicher, der Aktivierung Langzeitarbeitsloser und der Betreuung junger Flüchtlinge erbringt.

Geprüfte Qualität offensichtlich kein Vorteil bei Ausschreibungen

Matthias Scheidig und die stellvertretende Schulleiterin Kerstin Scholz schilderten die bürokratischen Hürden, die ein Bildungsträger überwinden muss, um Leistungen am Bildungsmarkt erbringen zu dürfen. „Wir verarbeiten zu 90 Prozent Fördermittel“, erläuterte Matthias Scheidig. Nach seiner Einschätzung würden Ergebnisse von Qualitätsprüfungen, die recht zahlreich wären, bei der Vergabe neuer Leistungen kaum eine Rolle spielen. Gefragt wäre, ob man zu den ausgeschriebenen Leistungen ein stimmiges Konzept bieten könne und das zu einem günstigen Preis. Rico Gebhardt machte deutlich, dass er die gegenwärtige Praxis für irrsinnig halte. „Dieses Outsourcing von Bildungsleistungen sehe ich kritisch. Das ist doch eine staatliche Aufgabe“, betonte er. Jahr für Jahr Leistungen neu auszuschreiben und damit Lehrkräfte zwischen den einzelnen Bildungsträgern hin- und herzuschieben sei dem Anliegen, auch Benachteiligten Chancen zu bieten, nicht förderlich. Wie er es sieht, müsste die Agentur für Arbeit eigentlich auf erfahrene Bildungsträger wie die Asg zukommen und über Bildungsangebote verhandeln.

Betreuung und Bildung von Flüchtlingen nicht in einer Hand

Rico Gebhardt stimmte Matthias Scheidig und Kerstin Scholz auch in ihrer Einschätzung zu, dass bei der gegenwärtigen Praxis der Betreuung und Schulung der unbegleiteten jugendlichen Ausländer viele Chancen vertan würden. Die stellvertretende Schulleiterin erläuterte, dass die in Dahlen untergebrachten Jugendlichen zum Unterricht nach Oschatz fahren – zu zwei Stunden Unterricht am Tag. Dass die Asg in Dahlen über Schulungsräume, Werkstätten und Lehrpersonal verfüge, spiele keine Rolle. „Man hat uns deutlich erklärt, dass wir nur für die Betreuung zuständig sind“, erklärte Matthias Scheidig. Damit erziehe man diese Jugendlichen zum Nichtstun, obwohl es Voraussetzungen für bessere Angebote gäbe. Diese erbringe man auch, würde dafür allerdings nicht honoriert.

Der Vorsitzende der sächsischen Linken betonte, dass wohl keines der aufgeworfenen Probleme kurzfristig abzustellen wäre, fragte aber nach weiteren Sorgen bei der Arbeit des Bildungsträgers. Bei dieser Gelegenheit schnitt Matthias Scheidig an, dass der Dokumentationsaufwand sehr hoch sei. Darunter leide die praktische Sozialarbeit.

„Wir wollen die Bevölkerung sowie gesellschaftliche Akteurinnen und Partnerinnen nicht nur über unsere parlamentarische Arbeit informieren, sondern vor allem zuhören“, nannte Rico Gebhard als ein Anliegen seiner Sommertour. Das hat er in Dahlen ausgiebig getan.

Von Axel Kaminski

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